Airbus Defence and Space

50 Jahre Raumfahrt aus Bremen

Im Jahr 1961 begann das Raumfahrtzeitalter in Bremen ...

Es waren die norddeutschen Traditionsfirmen Focke-Wulf, Hamburger Flugzeugbau und Weser Flugzeugbau, die den ‚Entwicklungsring Nord’ gründeten, der sich schnell als ERNO einen anerkannten Namen in der internationalen Raumfahrt machte. Heute ist Airbus Defence and Space in Bremen als Nachfolgeunternehmen von ERNO ein weltweit führendes industrielles Raumfahrtzentrum für Raumtransport, bemannte Raumfahrt und Weltraumrobotik. Airbus Defence and Space und die Ingenieurskunst am Standort Bremen machen große europäische Raumfahrtprogramme erst möglich: Projekte wie die Internationale Raumstation ISS, die Weltraumlabore Spacelab und Columbus, das automatische Versorgungsfahrzeug ATV, die europäische Trägerrakete Ariane und die Explorationsmissionen in Richtung Mond und Mars sind untrennbar mit der Raumfahrtkompetenz des Airbus Defence and Space-Standortes Bremen verbunden.

Raumfahrt „made in Bremen“ ist bis heute weltweit gefragt und steht für 50 Jahre Erfahrung, Know-how, Hochtechnologie, Innovation, Qualität, Zuverlässigkeit und Fortschritt durch Airbus Defence and Space. Dr. Michael Menking, Standortleiter von Airbus Defence and Space in Bremen, begrüßte im Rahmen des Festaktes zum 50-jährigen Jubiläum Jochen Homann, Staatssekretär im für Raumfahrt zuständigen Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Jens Böhrnsen, Präsident des Senats und Bürgermeister der Freien Hansestadt Bremen, Jean-Jacques Dordain, Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation ESA und Prof. Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).

„Deutschland gehört heute zur Weltspitze in der Raumfahrt und der Airbus Defence and Space-Standort Bremen hat daran einen bedeutenden Anteil“, sagte Menking. „Durch sein Know-how insbesondere in der Systemführung, außergewöhnliche Ingenieursleistungen, mutige unternehmerische Entscheidungen, die Schaffung der richtigen Rahmenbedingungen durch die Politik, eine Portion hanseatischer Weltoffenheit sowie dem innovativen Umfeld aus Unternehmen, renommierten Instituten und einer exzellenten Hochschullandschaft ist dieser Standort zu einer Modellregion für Raumfahrt in Europa geworden. Möglich wurde dieser Erfolg durch hochqualifizierte und motivierte Mitarbeiter, zuverlässige Lieferanten und Projektpartner und nicht zuletzt durch unsere Kunden. Seit 50 Jahren steht Airbus Defence and Space Bremen für exzellente Technologie und visionäre Schaffenskraft. Für uns soll dieser Geburtstag gleichermaßen Ansporn und Verpflichtung sein, dies auch in Zukunft zu sichern – für die Erde ins All.“

Airbus Defence and Space untersucht automatische Landung am Südpol des Mondes

Michael Menking, DLR Chef Dietrich Wörner und Staatssekretär Jochen Homann vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie  enthüllten den MondlanderAnlässlich des Festaktes hat Airbus Defence and Space erstmals ein nahezu originalgroßes Modell des Mondelande-Fahrzeugs mit integriertem Roboterarm zum Absetzen von Nutzlasten präsentiert. Airbus Defence and Space ist im Oktober 2010 von der ESA mit einer Mondlande-Studie für die Entwicklung eines Mondfahrzeugs beauftragt worden. Ziel der zurzeit laufenden Phase B1 „Lunar Lander“ ist es, das Missionskonzept für die automatische Landung am Südpol des Mondes festzulegen. Die Phase B1 hat eine Laufzeit von 18 Monaten (bis Mai 2012) und bei Start ein Volumen in Höhe von 6,5 Millionen Euro unter maßgeblicher Beteiligung von Deutschland. Inzwischen hat sich dieses Budget aufgrund weiterer Beteiligungen aus Kanada, Spanien, Belgien und einer Aufstockung des deutschen Anteiles nahezu verdoppelt. Die Studie schließt mit der Festlegung des Missionskonzeptes sowie einem detaillierten Design des Landegerätes ab. Parallel dazu wird national unter Beteiligung von Airbus Defence and Space das Konzept für einen Mondrover untersucht. Das heute erstmals gezeigte Modell stellt den derzeitigen Stand der Arbeiten bei Airbus Defence and Space dar.

Der erste Teil der Studie ist mit der Bestätigung des Systemkonzepts und Machbarkeitsuntersuchung der automatischen Landung am Südpol des Mondes abgeschlossen. Im nun folgenden zweiten Teil der Studie werden das vorläufige Design für das Mondlandefahrzeug erstellt sowie die wesentlichen Technologien für eine automatische, weiche und zielgenaue Landung erarbeitet. Darüber hinaus sollen bereits Hardwarekomponenten des Landegestells, des Antriebs sowie Navigationssensoren und -verfahren in Anlagen getestet werden, die eine realistische Mondumgebung simulieren können. Die Studie wird auch die gesamten Kosten eines Mondfahrzeugs und einen Zeitplan ermitteln, Diese programmatischen Daten dienen als Basis für eine Entscheidung für die komplette Mission durch die europäischen Raumfahrtminister auf der nächsten ESA-Ministerratstagung Ende 2012.

Bei der automatischen Landung auf dem Mond gibt es eine Reihe von technologischen Herausforderungen. Um auf dem Mond weich und präzise zu landen, werden Schlüsseltechnologien wie ein Leichtgewicht-Landegestell, ein autonomes Navigationssystem sowie ein komplexes Antriebssystem benötigt. Ein Mondrover sowie diverse stationäre Experimente werden vom Landefahrzeug ausgesetzt und beginnen mit der wissenschaftlichen Forschung, die etwa sechs Monate andauern soll.

„Die beiden erfolgreichen ATV-Missionen beweisen die Kompetenz und Erfahrung, die Airbus Defence and Space auf dem Gebiet des automatischen Rendezvous und Dockings hat. Das Konzept der neuen Studie über die Mondmission basiert auf den Technologien des ATV. Damit haben wir eine einzigartige Expertise zur Entwicklung von Schlüsseltechnologien, ohne die eine automatische Landung auf dem Mond nicht möglich sein wird“, sagte Menking, der neben seiner Funktion als Standort-Leiter auch Leiter Orbitale Systeme und Exploration bei Airbus Defence and Space ist.

Bemannte Raumfahrt