Airbus Defence and Space

Airbus Defence and Space erhielt den Preis der kritischen Embedded Systeme

Die „Syntec Informatique“, ihr deutscher Partner, der BITKOM und der „CG2E“ ("Club des Grandes Entreprises de l'Embarqué" - Club der Großen Unternehmen der Embedded Systems) im Ministerium für Wirtschaft, Industrie und Arbeit (Ministère de l'Economie, de l'Industrie et de l'Emploi) organisierten in Paris Bercy das "Erste Deutsch-Französische Symposium der Embedded Systems" mit der Unterstützung der DGE (Direction Générale des Entreprise) und von CAPTRONIC.

Im Laufe des Tages haben Syntec Informatique und CAPTRONIC die ersten Preise der Embedded Systems verteilt, um diejenigen Projekte zu belohnen und hervorzuheben, welche Systeme mit wichtigen und innovativen Software-Komponenten entwickelt haben und eingesetzen.

Für den Preis der kritischen Embedded Systeme hatte die Jury (bestehend aus Wissenschaftlern und Vertretern der IT-Branche) vier Arbeiten nominiert, unter ihnen die Projekte von Airbus und Thales. Airbus Defence and Space erhielt den Preis für die Software FAS (Flight Applicative Software) und die Software MSU (Monitoring and Safing Unit), die im Rahmen des ATV Programms entwickelt wurden.

FAS ist die Flug-Software des Automated Transfer Vehicles (ATV), die es seit vier Monaten erlaubt, dass die Mission Jules Verne perfekt abläuft. Diese Software wurde für mehrere Funktionen in den verschiedenen Phasen der Mission genutzt, darunter: Die Kontrolle des Fluges wie beim Docking an der ISS, das Management und das Monitoring des ATV, die thermische Kontrolle, die Regelung der Energie, die Verbindungen mit der Erde, die Korrektur der ISS-Umlaufbahn und den Transfer des Heizöls vom ATV zur ISS. Außerdem ermöglicht sie die Trennung des ATV von der ISS. Die Software besteht aus etwa einer Million Zeilen von Code und Daten, die von mehreren Unternehmen entwickelt wurden: Airbus Defence and Space Les Mureaux entwickelte den Applikationsteil, und Airbus Defence and Space Toulouse die „Middleware“. Die Software wird von einem triplex FTC Rechner (Fault Tolerant Computer) ausgeführt, der von AIRBUS DEFENCE AND SPACE ST in Bremen entwickelt wurde.

Die MSU Software hat nur 30.000 Codezeilen. Aber sie erfüllt eine fundamentale Funktion: Sie muss die Sicherheit der ISS bei Ausfall des FAS oder bei Systemausfällen gewährleisten, indem sie beim ATV ein Manöver steuert, um der ISS auszuweichen. Es ist die erste Software der Klasse A (die höchste Klasse für die Embedded-Software nach den Standards der ESA), die in Europa von der Raumfahrtindustrie entwickelt wurde.

Da alles perfekt funktioniert hat, brauchte man die Software weder beim Treffen der ISS am 3. April 2008 noch bei den Demonstrationsmanövern der vorhergehenden Tage einzusetzen. Sie hatte ihre Fähigkeiten am 14. März bei der „CAM-Demo“ (Collision Avoidance Manoeuver) gezeigt – und erfüllte damit eine notwendige Voraussetzung für die endgültige Genehmigung („GO for docking“).

ATVSoftware