Airbus Defence and Space

Flash-Speicher nun weltraumtauglich

Airbus Defence and Space Satellites bietet ihren Kunden erstmals einen Massenspeicher mit Flash-Technologie an

Flash-Speicher in der kommerziellen Raumfahrt bislang noch nie eingesetzt

Airbus Defence and Space, die weltweit bereits führend im Bereich Massenspeicher auf dem Markt für Weltraumausrüstungen ist, bietet ihren Kunden heute als erstes Unternehmen einen Flash-Speicher auf einem kommerziellen Satelliten. Dieser hat letzen September an Bord von SPOT 6 erfolgreich seinen Dienst angetreten.

Satellitenfoto des Vesuvs in Italien, aufgenommen von SPOT 6 (rechts) und anschließend mithilfe des CoReCi-Moduls (Compression Recording Ciphering: Bildkomprimierung und Massenspeicher) komprimiert und gespeichert. (© 2012 Airbus Defence and Space – Distribution Airbus Defence and Space France)

Satellitenfoto des Vesuvs in Italien, aufgenommen von SPOT 6 (rechts) und anschließend mithilfe des CoReCi-Moduls (Compression Recording Ciphering: Bildkomprimierung und Massenspeicher) komprimiert und gespeichert. (© 2012 Airbus Defence and Space – Distribution Airbus Defence and Space France)

Dank des Massenspeichers können Erdbeobachtungs- und Forschungssatelliten die große Menge der von den Bordinstrumenten erfassten Daten solange speichern, bis diese zur Erde gesandt werden können. Bislang stellten in der Raumfahrtbranche alle Hersteller von Massenspeichern SDRAM (Synchronous Dynamic Random Access Memory) bereit, der auch als Arbeitsspeicher in Bürocomputern zum Einsatz kommt. Diese Komponente hat jedoch einen wesentlichen Nachteil: Sie muss durchgehend mit Strom versorgt werden, da ansonsten alle gespeicherten Daten verloren gehen.

Das CoReCi-Modul während der Integration in SPOT 6 am Airbus Defence and Space-Standort Toulouse

Das CoReCi-Modul während der Integration in SPOT 6 am Airbus Defence and Space-Standort Toulouse

Airbus Defence and Space bietet ihren Kunden heute erstmals einen Massenspeicher mit Flash-Technologie an. Flash-Speicher finden zwar in der Unterhaltungselektronik bereits in allen Kleingeräten wie Smartphones, Digitalkameras oder USB-Sticks breite Anwendung, in der kommerziellen Raumfahrt hingegen wurden sie bislang noch nie eingesetzt.

Diese Technologie hat gegenüber SDRAM zahlreiche Vorteile: Ein Flash-Speicher weist eine rund 60 % höhere Speicherkapazität auf, ist zweieinhalbmal leichter, fünfmal kleiner, benötigt dreieinhalbmal weniger Energie und gewährleistet eine nichtflüchtige Speicherung, sodass auch bei unterbrochener Stromzufuhr keine Daten verlorengehen.

Das Massenspeicher- und Formatierungs-modul von Sentinel-2 hat eine Flash-Speicherkapazität von 4 Tbit, wiegt 14 kg und verbraucht lediglich 35 W Strom

Das Massenspeicher- und Formatierungs-modul von Sentinel-2 hat eine Flash-Speicherkapazität von 4 Tbit, wiegt 14 kg und verbraucht lediglich 35 W Strom

Da Flash-Technologie in der Raumfahrt bislang noch nicht zum Einsatz kam, beschaffte sich Airbus Defence and Space einen marktüblichen Speicher, wie er auch in der Unterhaltungselektronik verwendet wird. Tim Pike, verantwortlich für die Produktlinie Massenspeicher, erklärt: „Diese Technologien entwickeln sich rasant weiter und der Hersteller kann die Produktion eines bestimmten Speichers jederzeit einstellen. Wir sind daher gezwungen, schon vor Erhalt der Zulassung einen erheblichen Vorrat von diesem Produkt anzulegen, um dem künftigen Bedarf unserer Kunden an exakt dergleichen Komponente, die soeben erst qualifiziert wird, gerecht werden zu können.“

Ein innovativer Produktansatz

Für den Flash-Speicher setzte Airbus Defence and Space auf einen überzeugenden Produktansatz. Um auf künftige Kundenbestellungen vorbereitet zu sein, investierte die Firma eigene Mittel in die Entwicklung und Qualifizierung der Flash-Technologie, erstellte selbst die Spezifikationen, brachte Marktstudien auf den Weg, erwarb einen gewissen Bestand an Speichern und führte die Qualifizierung durch, um ihren Kunden diese Option direkt anbieten zu können.

„Eine solche Investition ist immer ein Wagnis, das man eingeht, um der Konkurrenz erneut einen Schritt voraus zu sein. Wir waren jedoch überzeugt, dass die Flash-Technologie die Zukunft der Speichermedien darstellt. Dass sich die ESA beim Satelliten Sentinel-2 bereits für diese Option entschieden hat, zeigt uns, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben“, so Pike weiter.

Das auf der Grundlage von CoReCi entwickelte Praxismodell SEOSAT: ein erfolgreiches Gemeinschaftsprojekt

Das auf der Grundlage von CoReCi entwickelte Praxismodell SEOSAT: ein erfolgreiches Gemeinschaftsprojekt

Dass die Elektronikzentren der Firma unter Federführung eines einzigen Projektteams zusammen ein Entwicklungsprojekt mit einer gemeinsamen Strategie, einem einzigen Zulieferer und einem auf Komponenten- und Speicherkartenebene koordinierten Qualifikationsplan auf den Weg bringen, ist ebenfalls eine Premiere. Der Qualifikationsprozess wurde 2009 mit Erfolg zum Abschluss gebracht, und seit September 2012 befindet sich die Flash-Technologie an Bord des Satelliten SPOT 6 nun im Praxiseinsatz.

Diese beispielhafte Zusammenarbeit zwischen den Airbus Defence and Space-Zentren beweist, dass die Firma sich durch die zielgerichtete Koordinierung der Anstrengungen einen Wettbewerbsvorteil auf dem Markt verschaffen kann.

Die bereits bei SPOT 6 eingesetzte Flash-Technologie soll auch auf dem Satelliten SPOT 7 für Airbus Defence and Space, Sentinel-2, Sentinel-5 Precursor und ExoMars für die ESA sowie SEOSAT für die spanische Regierung zur Anwendung kommen.

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