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Airbus Defence and Space-Know-how für den Hubble-Nachfolger

Airbus Defence and Space entwickelt das „Superauge“ des James Webb Space Telescope

Die Arbeiten am Bau des James-Webb-Space-Teleskops – das den Astronomen in einigen Jahren einen Blick auf das „erste Licht“ im Universum erlauben soll – laufen auf Hochtouren.

jwstAls Hauptauftragnehmer im Auftrag der Europäischen Raumfahrtorganisation ESA entwickelt Airbus Defence and Space mit dem Spektrographen NIRSpec das „Superauge“ des Hubble-Nachfolger James Webb Space Telescope (JWST). NIRSpec, das schwächste Strahlung extrem weit entfernter Galaxien registrieren können wird, wird in das JWST eingebaut und wird damit in den Ursprung des Universums blicken können.

Beim NIRSpec-Team von Airbus Defence and Space war das Jahr 2010 besonders ereignis- und vor allem erfolgreich.

Das eiskalte Auge in die Vergangenheit

Die Anforderungen an das Teleskop und seine Instrumente sind immens. Nach einer Startbelastung mit einem Vielfachen der Erdbeschleunigung werden die Instrumente im All bis nahe an den absoluten Temperatur-Nullpunkt (-273 Grad Celsius) gekühlt. Im Anschluss an die Entfaltung des Teleskops am Zielort sollen die astronomischen Instrumente dann mit einer Genauigkeit ausgerichtet und festgehalten werden, die in etwa dem Zielen auf einen Stecknadelkopf in einem Kilometer Entfernung entspricht. Da versteht es sich von selbst, dass die Instrumente nach der Integration auf Herz und Nieren geprüft werden müssen.

1. Halbjahr 2010

Im Februar dieses Jahres konnte das Team von Airbus Defence and Space das erste NIRSpec-Modell, die sogenannte Engineering Test Unit, kurz ETU, erfolgreich an die NASA ausliefern. Bis zum Frühsommer wurde dann schrittweise die Flughardware von den einzelnen Unterauftragnehmern angeliefert, so dass Airbus Defence and Space nach und nach alle Bestandteile in das Flugmodell integrieren konnte.

2. Halbjahr 2010

Anfang Oktober konnte das Airbus Defence and Space-Team die Integration des NIRSpec-Flugmodells abschließen und war glücklich, diesen Meilenstein – gemäß dem vorliegenden Zeitplan – erreicht zu haben. Anschließend wurde das Flugmodell erst einmal funktionell gestestet, ehe es dann Mitte Oktober bei der IABG auf den Prüfstand kam, wo es bis Anfang November sowohl den Vibrations- als auch den Akkustik-Test mit Bravour durchlief. Die Performance - wohlgemerkt noch im Warmen – entsprach voll und ganz den Erwartungen der Ingenieure. Aktuell befindet sich das Flugmodell für die sogenannte Post Test Verification nun wieder bei Airbus Defence and Space in Ottobrunn.

Ausblick

Noch im Dezember kommt das Flugmodell allerdings erneut zur IABG in München: Dort wird es in der TV-Kammer installiert und darf geruhsam die Weihnachtsfeiertage verbringen, ehe am 10. Januar 2011 noch einmal eine heftige Testphase startet: Über 100 Tage lang laufen die TV-Test dann rund um die Uhr, sieben Tage die Woche. Doch wenn auch diese Etappe geschafft ist, ist NIRSpec definitiv für den Weltraum gerüstet.NIRSpec

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