Airbus Defence and Space

Airbus Defence and Space und die ISS

Die Internationale Raumstation ist das größte globale Raumfahrtprojekt aller Zeiten

Amerikaner, Russen, Japaner, Kanadier und zehn europäische Staaten arbeiten und forschen friedlich im Weltall. Mit dem russischen Element "Zarya" begann 1998 der Aufbau der Station, 2010 war die Station komplett im Weltall fertig gestellt. Mehr als 50 Flüge mit amerikanischen und russischen Transportern waren notwenig, um insgesamt 450 Tonnen Material zu einem Ganzen zusammenzufügen. ‘Airbus Defence and Space’ schaut zurück auf das internationale Abenteuer.

Die Internationale Raumstation ISS. Airbus Defence and Space hat das Columbus Labor gebaut (Modul oben rechts). (© NASA)

Die Internationale Raumstation ISS. Airbus Defence and Space hat das Columbus Labor gebaut (Modul oben rechts). (© NASA)


Mit dem Start des russischen Service-Moduls "Swezda" - am 12. Juli 2000 - wurde auch das erste europäische Element zur ISS gestartet. Das Datenmanagement-System Russia (DMS-R), von Airbus Defence and Space im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation ESA entwickelt und gebaut, steuert die Lageregelung der Internationalen Raumstation und sorgt für das präzise Einhalten der Umlaufbahn sowie für die korrekte Ausrichtung der Solarpanele und der Kommunikationsanlagen.

ESA-Astronaut Andre Kuipers fotografierte seine russischen Kollegen bei einem Außeneinsatz an der Internationalen Raumstation. (© NASA)

ESA-Astronaut Andre Kuipers fotografierte seine russischen Kollegen bei einem Außeneinsatz an der Internationalen Raumstation. (© NASA)

 

Zwei Jahre später - im Juni 2002 - wurde mit der Microgravity Science Glovebox (MSG) - ebenfalls von Airbus Defence and Space entwickelt und gebaut - die erste europäische Forschungsanlage im amerikanischen Wissenschaftslabor "Destiny" in Betrieb genommen. Im Juli 2006 folgten mit dem MELFI (Minus Eighty Degree Laboratory Freezer) und dem EMCS (European Modular Cultivation System) zwei weitere Forschungsanlagen für das US-Labor.

Die Internationale Raumstation (ISS): Wie funktioniert das?
Die Internationale Raumstation (ISS): Wie funktioniert das? ( PDF, 400 KB)

 


Mit dem Start des von Airbus Defence and Space entwickelten und gebauten Wissenschaftslabors Columbus im Februar 2008 begann auch für Europa die Forschung unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit. Bereits beim Start war das Columbus-Labor mit verschiedenen Experimentanlagen ausgerüstet: dem Biolab, dem European Physiology Module (EPM), dem Fluid Science Lab (FLS) und dem European Drawer Rack (EDR), ein Universalschrank, in dem vier beliebige kleinere Nutzlasten, Anschlüsse für Daten- und Videoübertragung sowie mechanische und thermale Kontrolle Platz finden. Weitere Experimentanlagen von Airbus Defence and Space für Columbus sind die Protein Crystallisation and Diagnostic Facility (PCDF), Advanced Protein Crystallisation Facility (APCF) sowie das Cardiolab (CL). Darüber hinaus kommt auch das Lebenserhaltungssystem Environmental Control and Life Support System (ECLSS) für Columbus von Airbus Defence and Space. Das ECLSS überwacht den atmosphärischen Druck, sorgt für den Austausch der Kabinenluft und steuert eine Klimaanlage zur Regelung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Labor.

André Kuipers und der russische Kosmonaut Oleg Kononenko während des ATV-3 Dockings (© NASA)

André Kuipers und der russische Kosmonaut Oleg Kononenko während des ATV-3 Dockings (© NASA)

 

Im März 2008 startete erstmals das unbemannte automatische Versorgungsfahrzeug ATV (Automated Transfer Vehicle) mit dem Namen "Jules Verne" zur Internationalen Station. Das ATV ist neben dem Columbus-Labor ein Hauptbeitrag Europas zur ISS. ATV wurde von Airbus Defence and Space im Auftrag der ESA entwickelt und gebaut. Airbus Defence and Space produziert neben der Entwicklungseinheit "Jules Verne" insgesamt vier weitere ATV-Einheiten: ATV-2 "Johannes Kepler" startete 2011, ATV-3 "Edoardo Amaldi" folgte Anfang 2012. Die Transporter Nr. 4 "Albert Einstein" und Nr. 5 "Georges Lemâitre" sollen ebenfalls im Jahresrhythmus 2013 und 2014 starten.

Die Lebensdauer der Internationalen Raumstation ist von den internationalen Partnern bis 2020 beschlossen worden. Ingesamt sind derzeit mehr als 1.000 Experimente aus den Bereichen Humanphysiologie, Biologie, Material- und Flüssigkeitswissenschaft sowie Physik auf der Internationalen Raumstation durchgeführt worden.

Airbus Defence and Space ist neben der Entwicklung und dem Bau der ISS-Elemente auch für den Betrieb und die Nutzung der europäischen Anteile der Raumstation verantwortlich. Dazu zählen die Missionsvorbereitung und -durchführung, das Astronautentraining, die Weiterentwicklung von Experimenten und Forschungseinrichtungen, die Wartung und Logistik aller europäischen ISS-Elemente und der Bodenstationen sowie das Kommunikationssystem und der Datentransfer. Im Dezember 2011 hat die ESA Airbus Defence and Space damit beauftragt, den Betrieb und die Nutzung der europäischen Anteile bis 2020 weiter zu führen.

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