Airbus Defence and Space

Airbus Defence and Space und die Telemedizin in Afrika

Nutzung aller Möglichkeiten des satellitengestützten Breitband-Internets

Airbus Defence and Space führt Projekt für Telemedizin in Afrika

SAHELDie Europäische Weltraumorganisation ESA hat gemeinsam mit der EU-Kommission und der Arbeitsgruppe für Telemedizin (Telemedicine Task Force, TTF) ein von Airbus Defence and Space geleitetes Konsortium mit dem Technologiedemonstrator-Projekt SAHEL (Satellite African e-HEalth vaLidation) beauftragt. An seinen Einsatzorten in Kenia und im Senegal wird der Demonstrator eine Schlüsselrolle beim Aufbau eines Telemedizinnetzes übernehmen, das künftig den gesamten afrikanischen Kontinent abdecken soll. Die voraussichtliche Projektdauer beträgt 18 Monate.

Bei dieser technischen Lösung werden drei Dienste im Bereich e-Gesundheit zur Verfügung gestellt:

  • e-Learning für medizinische Themen, um eine kontinuierliche Schulung des Pflegepersonals in ländlichen Gebieten sicherzustellen.
  • e-Dienstleistungen, um abgelegene Krankenstationen und Gesundheitseinrichtungen mit medizinischen Kompetenzzentren zur Unterstützung bei Diagnosen und Behandlungen zu verbinden.
  • EDV-systeme für das Gesundheitsmanagement, um Krankenakten zu verwalten und medizinischer Daten für die Beobachtung von Epidemien zu erfassen (wie beispielsweise AIDS in Kenia oder Malaria im Senegal).

Umfassende Nutzung aller Möglichkeiten des satellitengestützten Breitband-Internets

Für den Test des Projekts wurden als Einsatzgebiete die Krankenhäuser der Region Tambacounda im Osten Senegals sowie das Krankenhaus des kenianischen Distrikts Kajiado ausgewählt, das mit vier Ärzten und 62 Pflegekräften rund 630.000 Menschen medizinisch versorgt.

Satellitengestützte Lösungen bieten nicht nur einen hohen Datendurchsatz, sondern sind anhand einer überaus einfachen Kommunikationsinfrastruktur – bestehend aus einer Parabolantenne, einem Modem und durch Solarkollektoren oder Windkraftanlagen erzeugten Strom – schnell einsatzfähig. Zudem ist eine umfassende Abdeckung der Länder möglich.

Damit erfüllt die satellitengestützte Telemedizin zwei grundlegende Anforderungen der Länder Afrikas: eine dezentrale medizinische Versorgung sowie bessere Kommunikationsmöglichkeiten.

„Für den Erfolg von SAHEL ist es nicht zuletzt ausschlaggebend, dem Bedarf der afrikanischen Nutzer ganz genau Rechnung zu tragen. Daher ist es wichtig, alle ihre Anforderungen genau kennen zu lernen und eine Plattform für Telemedizin zu entwickeln, die diese rundum erfüllt“, sagte Patricia Inigo, SAHEL-Projektleiterin bei Airbus Defence and Space.

Zur Bedarfsanalyse wird über sechs Monate hinweg in den betroffenen subsaharischen Ländern eine umfassende Umfrage durchgeführt.

Für die Einführung, Überwachung und Bewertung des Projekts vor Ort werden die SAHEL-Partner mit medizinischen Fachkräften und regierungsunabhängigen Organisationen sowie mit Kompetenzzentren zusammenarbeiten, die den Zielgebieten angepasste e-Learning-Maßnahmen bereitstellen werden.

Um die Dienstleistungen auch nach Projektende sicherzustellen und diese möglicherweise auch außerhalb der Testeinrichtungen in der gesamten Subsahara anbieten zu können, wird zudem eine wirtschaftliche Analyse durchgeführt.

Airbus Defence and Space Spanien ist als Hauptauftragnehmer für die Integration und die Demonstrationsphase zuständig. Airbus Defence and Space ist bereits verschiedene Partnerschaften eingegangen: mit dem luxemburgischen Unternehmen SES ASTRA für die Definition der Dienstleistung und die Bereitstellung des schnellen satellitengestützten Breitbandzugangs, mit INDRA (Spanien) für die Lieferung der Telemedizin-Plattform sowie mit der französischen Hochschule UNF3S (Université Médicale Virtuelle Francophone) zur Bereitstellung der medizinischen Inhalte der e-Learning-Maßnahmen in französischer Sprache. Diese Techniken und Kompetenzen werden den Organisationen LE KINKELIBA, die seit über 15 Jahren im medizinischen Bereich im Ost-Senegal tätig ist, und AMREF (African Medical Research Foundation) zur Verfügung gestellt. AMREF ist als Kompetenzzentrum mit Sitz in Nairobi weltweit für die Entwicklung medizinischer Dienste in Afrika bekannt.

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