Airbus Defence and Space

HOMER hebt ab

Innovative Antriebstechnik für europäische Premiere. Als ein für Lande- sowie für Schwebemanöver einsetzbar Mehrzweck-Demonstrator, ist HOMER eines der Flaggschiff-Projekte von Airbus Defence and Space zur Entwicklung innovativer Technologien und Förderung von Projektvorschlägen.

Kann man eine Schwebeplattform mit einem regelbaren Triebwerk sowie einem Mechanismus für weiche Landungen versehen?

Die Antwort auf diese Frage – ein klares „Ja“ – liefert HOMER (HOver ManoEuvRe), ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt von Airbus Defence and Space.

Als ein für Lande- sowie für Schwebemanöver einsetzbar Mehrzweck-Demonstrator, ist HOMER eines der Flaggschiff-Projekte von Airbus Defence and Space zur Entwicklung innovativer Technologien und Förderung von Projektvorschlägen.

HOMER hat die ersten Freigabetests am Boden bestanden.

Der Technologie Demonstrator HOMER (HOver ManoEuvRe) hat seine Validationstests mit Bravour bestanden. Hier sehen Sie HOMER im Schwebeflug in der Landekonfiguration ODYSSEY

Der Technologie Demonstrator HOMER (HOver ManoEuvRe) hat seine Validationstests mit Bravour bestanden. Hier sehen Sie HOMER im Schwebeflug in der Landekonfiguration ODYSSEY

Brutstätte für High-Tech

„Sie können sich die HOMER-Plattform als ‚Brutkasten‘ für Mehrzweck-Technologien vorstellen, der sich als Demonstrator für Planetenlandungen wie auch als hochbewegliches Raumfahrzeug einsetzen lässt“, erläutert HOMER-Projektleiter Nicolas Sauvage.

Die Landekonfiguration ODYSSEY mit drei Beinen

Die Landekonfiguration ODYSSEY mit drei Beinen

„Es gibt zwei Konfigurationen: einerseits die Landeversion für die Mission ODYSSEY, für die HOMER mit einem Landebeinsystem und einem einzigartigen Vertikaltriebwerk ausgerüstet ist, andererseits die Impaktor-Version für die ILIAD-Mission, bei der anstelle des Landesystems seitlich zwei zusätzliche Triebwerke angebracht sind. Bei der Freigabe der Demonstratorsysteme haben wir uns auf die ODYSSEY-Landekonfiguration konzentriert, in der Impaktor-Version ILIAD kann die Plattform jedoch auch seitliche Positionswechsel vollführen und sich im Weltraum fortbewegen.“

Die Impaktor-Konfiguration ILIAD

Die Impaktor-Konfiguration ILIAD

Eine Premiere in Europa

Hinter dem Projekt steht ein fach-, länder- und standortübergreifendes Team mit dem Ziel, ein neuartiges Antriebssystem – basierend auf dem sogenannten Pintle Injektionsprinzip – zur Ausreifung zu bringen. Die NASA hat dieses System bereits für das Antriebssystem des Apollo Mondlandemoduls erfolgreich genutzt; in Europa ist es jedoch eine Premiere. Somit kann AStrium seine Fähigkeit bei der Integration kompletter Systeme zur Schau stellen sowie die jeweiligen Systeme frühzeitig nach Beginn des Entwicklungsprozesses erproben.

„Das Ziel des HOMER-Projekts lautet, Airbus Defence and Space als erstes Raumfahrtunternehmen mit je einer Plattform für Landemanöver bei Planetenmissionen sowie für die Fortbewegung im Weltraum auszurüsten. Und mit dem erfolgreichen Abschluss der ersten Freigabetests am Boden, die im Oktober 2012 am Airbus Defence and Space-Standort Aquitaine (Frankreich) stattfanden, sind wir für dieses Ziel bestens aufgestellt“, freut sich Jean-Luc Macret, der bei Airbus Defence and Space die Forschungs- und Technologieprojekte verantwortet.

Eine Premiere in Europa: HOMER absolvierte im neuen Prüfzentrum Primevère am französischen Airbus Defence and Space-Standort Aquitaine erfolgreich seinen ersten Schwebeflug

Eine Premiere in Europa: HOMER absolvierte im neuen Prüfzentrum Primevère am französischen Airbus Defence and Space-Standort Aquitaine erfolgreich seinen ersten Schwebeflug

Landekonfiguration im freien Flug erprobt

Zu Freigabezwecken wurde die Plattform im Flug erprobt und absolvierte dafür einen Schwebeflug, ein Kippmanöver sowie eine sanfte Landung aus etwa einem Meter Höhe.

Für diese Tests wurde HOMER zunächst am Standort Bremen integriert und anschließend in das Prüfzentrum in Aquitaine überführt. Für die Erprobung im freien Flug wurde der Demonstrator in Landekonfiguration auf der Versuchsplattform angebracht, von wo aus er dann abhob, im Schwebeflug verharrte, ein Kippmanöver vollführte, wieder hinabsank, die Geschwindigkeit drosselte und schließlich sanft auf dem Boden aufsetzte. „Auf Systemebene wurde HOMER mittlerweile freigegeben“, berichtet Sauvage sichtlich zufrieden.

Ein Blick in HOMERs Zukunft

HOMER hat also einen Schwebeflug in ODYSSEY-Konfiguration absolviert. Doch wie geht es nun weiter?

Die HOMER-Versuchsplattform ist jetzt bereit für einen Folgetest und wird, entsprechend den Anforderungen künftiger Kunden, bei seitlichem Positionswechsel beziehungsweise in der finalen Annäherungsphase erprobt, für die HOMER aus einem Hubschrauber in rund hundert Metern Höhe abgeworfen werden wird. „Der größte Trumpf dieses Demonstrators ist seine Anpassungsfähigkeit und Flexibilität bei der künftigen Verwendung. Mit der Freigabe ist Airbus Defence and Space Europas erstes Raumfahrtunternehmen mit Kapazitäten für die Flugerprobung und wir müssen nun aus dem technischen Know-how, das wir erworben haben, umgehend Nutzen ziehen“, sagt Sauvage.

Diese Meinung vertritt auch Macret: „Langfristig besteht unser Ziel darin, einen präzisen Antrieb und sanfte Landungen zu ermöglichen und darüber hinaus Ausrüstungen zu entwickeln, mit der Landesonden navigieren und Hindernissen ausweichen können. Diese bedeutenden Technologien werden von Airbus Defence and Space in den kommenden zwei bis drei Jahren getrennt zur Ausreifung geführt, qualifiziert und anschließend als Bestandteil der nächsten Demonstratorgeneration, beispielsweise eines Demonstrators für die Beseitigung von Weltraumschrott, Eingang in das Produktportfolio des Unternehmens finden.“

AntriebssystemePlanetenTechnologieInnovation