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Fünf Jahre am Mars, zehn Erdjahre

Mars Express

Im Juni 2003, also vor 10 Jahren, wurde Europas erste Mission zum Mars, die von Airbus Defence and Space vorbereitete Sonde Mars Express gestartet. Fast sieben Monate später, nach einer 400 Millionen Kilometer langen Reise durch das All, erreichte sie seinen Zielorbit um den Roten Planeten. Weil ein Marsjahr 687 Erdtage dauert, sind seit ihrer Ankunft bereits fünf Marsjahre vergangen.

Diez años de la sonda Mars Express de Airbus Defence and Space

Die Mission hat eine Fülle von Daten geliefert und ihre ursprünglich geplante Laufzeit bereits überschritten. Bedeutende 40 Prozent des Datenvolumens kommen von Aufnahmen der hochauflösenden Stereokamera HRSC (High Resolution Stereo Camera), die bei Airbus Defence and Space gebaut wurde. Ungefähr 90 Prozent der Marsoberfläche hat sie bisher aufgenommen, zwei Drittel in besonders hoher Auflösung von wenigen Metern pro Pixel.

Die Detailgenauigkeit erlaubt den Wissenschaftlern Rückschlüsse darauf, wie die Landschaften jeweils geformt wurden, durch vulkanische Aktivitäten, Meteoriteneinschläge, Wind - aber auch durch Wasser. Sowohl in gefrorener als auch in flüssiger Form hat es auf dem Mars seine Spuren hinterlassen.

Aufnahmen von der hochauflösenden Stereokamera (HRSC, High Resolution Stereo Camera) des Mars-Express-Orbiters aufgenommen

Mars Express HRSC (© ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum))

Die beiden sich teilweise überlappenden Einschlagkrater Sigli und Shambe, deren Becken von zahlreichen Brüchen durchzogen sind. Diese Region ist von großem Interesse für die Wissenschaft, weil sie deutlich erkennen lässt, dass es hier einmal Seen und Flüsse gegeben haben muss.

(© ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum))

Mars Express HRSC (© ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum))

Teile der Nordpolregion des Mars während der Sommersonnenwende. Der Tag der Sommersonnenwende ist der längste Tag des Jahres und markiert den Beginn des Sommers auf der nördlichen Hemisphäre des Roten Planeten. Das gesamte Kohlenstoffdioxid-Eis ist verschwunden, so dass nur noch eine helle Kappe aus gefrorenem Wasser zurückgeblieben ist; auf dem Bild ist diese an ihrer hellen weißen Färbung zu erkennen.

(© ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum))

Mars Express HRSC (© ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum))

Langgezogener Impaktkrater auf der Mars-Südhalbkugel. Der südlich des Huygen-Bassins gelegene Krater könnte durch den Einschlag mehrerer kosmische Geschosse entstanden sein, die die Planetenoberfläche in einem sehr flachen Winkel trafen. Der Krater ist etwa 78 km lang, weitet sich von unter 10 km bis zu 25 km auf und erreicht eine Tiefe von bis zu 2 km.

(© ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum))

Mars Express HRSC (© ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum))

Das Kasei-Talsystem (Kasei Vallis) und die Sacra Fossae: Es bietet eine spektakuläre Ansicht des chaotisch anmutenden Gebiets in diesem Bereich. Das Bild hat eine Bodenauflösung von rund 21 m/Pixel und deckt mit 225 x 95 km bzw. 21.375 km2 eine Fläche etwa halb so groß wie die Niederlande ab.

(© ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum))

Mars Express HRSC (© ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum))

Dieses Bild bringt neue Erkenntnisse zur Natur des Planeten Mars. Daten und Bilder der Raumsonde legen nahe, dass helle Ablagerungen – so genannte „Light Toned Deposits“, die zu den am wenigsten erforschten Mars-Phänomenen gehören – entstanden, als große Mengen Grundwasser an die Oberfläche traten. Wissenschaftler vermuten nun, dass dieses Wasser bei der Formung der Marsoberfläche eine wichtigere Rolle spielte als bisher angenommen. Zudem könnte das Grundwasser primitiven Lebensformen Zuflucht geboten haben, als der Planet auszutrocknen begann.

(© ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum))

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