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Haiti: Ankunft Hoffnung

Vertreter des Infoterra-Joint-Ventures Predict Services waren zufällig vor Ort als die Katastrophe kam.

In einer Zeit bahnbrechender Entwicklungen im Bereich der Weltraumtechnologie steigt auch das Bewusstsein für die entscheidende Rolle, die Satellitenbeobachtungssysteme bei der Überwachung der weltweiten Wetterlage und Plattentektonik spielen können und werden – warnen sie doch vor Gefahren und bereiten auf mögliche Katastrophen vor. Im Katastrophenfall könnten die Daten von den Satellitensystemen optimal kanalisiert werden.

Predict Services map

Vertreter des Infoterra-Joint-Ventures Predict Services waren zufällig vor Ort als die Katastrophe kam: Zum Zeitpunkt des Erdbebens auf Haiti arbeiteten zwei Mitglieder seines Teams in Port-au-Prince an einer Dauerstudie für die haitianische Regierung zur Risikobewertung über die Überflutung von 30 Gemeinden. Beide sind in Sicherheit! Das Ziel von Predict Services besteht darin, den Gemeinden dabei zu helfen, regelmäßig wiederkehrende Flutkatastrophen besser bewältigen zu können. Die bei der Studie gesammelten Informationen, darunter Höhendaten und Informationen über Gefahrenpotentiale, wie die Bevölkerungsdichte, wurden nationalen Hilfsorganisationen zur Verfügung gestellt. Bis zu dem Erdbeben arbeiteten Experten von Haiti und Predict Services an einer Studie zur Eindämmung der Auswirkungen von Naturkatastrophen.

Ein Mitarbeiter des Unternehmens, Guillaume Ferry, der im Dezember in Haiti war, erklärt: „Wir installierten ein Alarmsystem für die gesamte Bevölkerung. Bei Besprechungen wählten wir Personen aus den betroffenen Gemeinden aus, die uns bei der Umsetzung der Pläne behilflich sein können: Vertreter von Kirchen und Vereinigungen, Respektpersonen usw. Alle boten uns ihre Unterstützung an. “Die Studie wird nun überarbeitet, insbesondere werden die im Falle einer Flutkatastrophe als sicher geltenden Bereiche einer Neubewertung unterzogen. Der anfängliche Schwerpunkt auf Überschwemmungen und Wirbelstürme musste auf Erdbeben ausgeweitet werden. „Wir müssen den Hilfsorganisationen einen Vorschlag machen, wie Evakuierungen ablaufen und Menschen in Sicherheit gebracht werden können … Diese Aufgabe wird noch bis Ende 2010 oder 2011 andauern“, sagt Alix Roumagnac, Leiter von Predict Services und unterstreicht den langfristigen Charakter dieses Engagements.

Blitzreaktion

Auch Infoterra selbst beteiligt sich an den Hilfsarbeiten in Haiti. Im Rahmen von SAFER (Services and Applications For Emergency Response), dem Katastrophenhilfebereich des globalen Umwelt- und Sicherheitsüberwachungsprogramms GMES (Global Monitoring for Environment and Security), sorgt Infoterra France für die Einsatzkoordination durch eine schnelle Übermittlung höchst detaillierter Bilder und Geoinformationen an Nutzer wie etwa den französischen und spanischen Zivilschutz, die Vereinten Nationen und das Welternährungsprogramm. „Die SAFER-Leistungen und -Anwendungen für die Katastrophenhilfe wurden erstmals im April 2009 beim Erdbeben in Italien genutzt und in der Folge mehr als 20 Mal im selben Jahr bei Waldbränden in Griechenland, Portugal und Spanien. Im Oktober kümmerten wir uns um ein Erdbeben in Indonesien. Bei jeder Katastrophe aktivieren wir unseren Dienst in Form von Bilderfassung, Datenextraktion, Informationsübermittlung und Bereitstellung von Einsatztools“, so Gil Denis, Projekt- und Servicemanager für Landwirtschaft, Umwelt, Risiko und Sicherheit bei Infoterra.

Für Haiti koordiniert das Unternehmen die entsprechenden Aktivitäten von zehn großen Dienstleistungsorganisationen. Denis betont vor allem die hohe Reaktionsgeschwindigkeit: „Wir erhielten den Alarm nachts, nur wenige Minuten nach dem Erdbeben, da wir in Verbindung mit einem Überwachungsteam in Frankreich stehen.“ Sie arbeiteten Tag und Nacht und lieferten, in der Hauptzeit, vom 12. bis 16. Januar, über 20 Bilder von Port-au-Prince und anderen Städten.

Zu den Diensten von Infoterra gehört auch die Erstellung von Karten, die in Haiti von unterschiedlichen Organisationen genutzt werden, so zum Beispiel von den spanischen Zivilschutzeinheiten: „Wir haben diesen kartografischen Dienst dazu genutzt, das Gelände zu unterteilen, die Aufgaben unserer Teams vor Ort zu organisieren, die kritischsten Objekte wie Krankenhäuser zu identifizieren und Bereiche und Sicherheitsstufen abzugrenzen“, sagt die Hilfseinsatzexpertin Ángela Iglesias, die gerade eben von der Insel zurückgekehrt ist. Und Denis ergänzt: „Hilfseinsätze dieser Art ermöglichen es Spot Infoterra, die Reaktionsgeschwindigkeit und Leistung bei der Erfassung von Erdbeobachtungsdaten zu steigern. Um optimale Leistungen mit einer hohen zeitlichen Auflösung sicherzustellen, versuchen wir eine ganze Schar an Satelliten, einschließlich SPOT, TerraSAR-X usw., zu koordinieren. Wir liefern die erste Karte in noch nicht einmal sechs Stunden nach der Bilderfassung.“

Nathalie Behn/Joanne Foster/Álvaro Friera

SPOTTerraSAR-XSpot ImageInfoterraGeo-Informationssservice