Airbus Defence and Space

Ansturm auf den Weltraum

Die Eroberung des Weltraums? Das ist ohne Zweifel einer der ältesten Menschheitsträume. Und vor noch nicht allzu langer Zeit wurde er als Folge des hartnäckigen Konkurrenzkampfs zwischen sowjetischen und amerikanischen Wissenschaftlern im Wettlauf um die weltweite Vormachtstellung Wirklichkeit. Ganz bestimmt wurde noch nie so viel von Wissenschaftlern abverlangt wie während dieses großen Wettstreits, in dem der erste Sieg dennoch nur aus einem schwachen Wiederhall in der Unendlichkeit der Gestirne bestand: dem einfachen bip-bip von Sputnik 1, dem ersten künstlichen Erdsatelliten.

Ab den 1950er Jahren wurde die Eroberung des Weltalls zu einem vorrangigen Ziel der Großmächte. Zunächst für die USA und die UdSSR, später auch für Frankreich. Am 26. November 1965 brachte die französische Weltraumbehörde CNES den künstlichen Satelliten Astérix in einen Orbit, wodurch Frankreich zur dritten eigenständigen Weltraummacht wurde. Das Vorhaben vom General de Gaulle, es den beiden Großmächrauten gleich zu tun und auch in Frankreich Raumfahrtprogramme zu starten, wurde auch von Georges Pompidou weiterverfolgt. Letzterer wollte ein Startgerät entwickeln, das in der Lage sein sollte, Telekommunikationssatelliten im geostationären Orbit abzusetzen.

Vor diesem Hintergrund gründeten 1973 zehn europäische Länder die Europäische Weltraumbehörde (ESA), um eine Trägerrakete für Satelliten zu entwickeln, die Ariane getauft wurde. Nach ihrem Erststart am 24. Dezember 1979 konnte Europa eine marktbeherrschende Stellung einnehmen und übernimmt heute weltweit mehr als die Hälfte der kommerziellen Transporte von Satelliten in den Weltraum.

Der Fortschritt in der Telekommunikationsbranche hat inzwischen offensichtlich alle Kontinente angesteckt. Die Schwellenmächte China, Indien, Brasilien und auch Korea entwickeln derzeit eigene Trägerraketen, um sich ebenfalls auf diesem wichtigen und vielversprechenden Markt positionieren zu können. Sie versprechen sich davon außerdem international neues Gewicht. Momentan teilen sich fünf Mächte den Markt der Trägerraketen für Satelliten: Europa mit der Ariane, die USA mit Delta, Titan und Atlas, Russland und die Ukraine mit Proton, Zenit und Sojus, China mit Langer Marsch und Japan mit H2.

Weltraumtransporte liegen jedoch nicht mehr allein in staatlichen Händen. In den letzten Jahren drängen zunehmend neue, private Akteure auf den Markt. So hat beispielsweise das amerikanische Unternehmen Sea Launch Co. LLC. mit Hilfe norwegischer, russischer, ukrainischer und amerikanischer Geldmittel auf einer Hochseeplattform einen Dienst zur Einbringung von Satelliten in die Umlaufbahn entwickelt, und das 1995 gegründete Konsortium International Launch Services (ILS) bietet für den Satellitenstart den Einsatz von Proton-Raketen an. Was beweist, dass der Wettstreit im Bereich Trägerraketen nach wie vor läuft. Vielleicht hat er sogar gerade erst begonnen.

 

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