Airbus Defence and Space

Das ATV-3 „Edoardo Amaldi“ erreicht sein Ziel

Mit perfektem Manöver an die ISS angedockt

Der intelligenteste Raumfahrtroboter der Welt ist vollautomatisch an die Internationale Raumstation ISS angedockt

Das ATV-3 „Edoardo Amaldi“, der dritte von Airbus Defence and Space für die Europäische Weltraumorganisation ESA entwickelte und gebaute unbemannte Raumtransporter ATV (Automated Transfer Vehicle), hat nach einem sechstägigen Flug mit einem perfekten Manöver an die Internationale Raumstation (ISS) vollautomatisch angedockt. Es ist das größte und komplexeste Raumfahrzeug, das je in Europa entwickelt und gebaut wurde.

Das ATV-3 „Edoardo Amaldi“ ist mit perfektem Manöver an die ISS angedockt © ESA/NASA

Am 29. März dockte das ATV-3 mit einer Genauigkeit von weniger als 10 Zentimetern wie vorgesehen am russischen Modul Swesda an. Der gesamte Andockvorgang verlief reibungslos.

Das am 23. März an Bord einer modifizierte Version der Trägerrakete Ariane 5 gestartete ATV-3 „Edoardo Amaldi“ transportiert 6,6 Tonnen Fracht zur Raumstation, darunter vier Tonnen Treibstoff, Wasser und Gas.

Die Fracht beinhaltet alles, was die Crew der ISS für das Leben und Arbeiten im Weltraum benötigt – Lebensmittel, Kleidung, Hygiene- und Sanitätsartikel, Ersatzteile, Werkzeuge und Komponenten für Experimente. Zur Ladung gehören auch Treibstoff für die „Re-boost“-Manöver zur regelmäßigen Bahnanhebung und -korrektur der ISS.

 

Perfektes Rendezvous im All

Der intelligenteste Raumfahrtroboter der Welt andockt vollautomatisch an die Internationale Raumstation ISSDie vollautomatische Rendezvous- und Andockphase des ATV-3 begann in 30 Kilometern Entfernung von der ISS und fünf Kilometern unterhalb der Raumstation, als der Raumfrachter mit hoher Genauigkeit seine relative Position und Geschwindigkeit in Bezug auf die ISS festgestellt hatte. Die ersten vollautomatischen Rendezvous-Manöver, die vom ATV eigenständig berechnet und ausgeführt wurden, haben das Fahrzeug 3500 Meter hinter der ISS in die Halteposition gebracht. Nach der Freigabe von der Bodenkontrollstation ist das ATV automatisch zum nächsten Haltepunkt in 250 Metern Entfernung weitergeflogen. An diesem Punkt hat das ATV-System auf den relativen Lenkungs-, Navigations- und Steuerungsbetrieb (Guidance, Navigation und Control, GNC) umgeschaltet, um die optischen Sensoren und Andockhaken an der ISS nutzen zu können. Nach einer weiteren Freigabe durch die Bodenkontrollstation hat sich das ATV der Raumstation bis auf 20 Meter genähert. Zu diesem Zeitpunkt hat der Weltraumfrachter begonnen, seine weitere Annäherung an die ISS bis auf 12 Meter selbst zu steuern. Nach einem letzten „Go“ von der ATV-Bodenkontrollstation, das einvernehmlich von der Besatzung und der Bodenkontrollstation des ISS gegeben wurde, hat das ATV „Edoardo Amaldi“ die letzten Meter bis zum Andockport des ISS mit einer relativen maximalen Geschwindigkeit von nicht mehr als 10 Zentimetern pro Sekunde zurückgelegt.

Die Achse der ausgefahrenen Andocksonde des ATV, deren Kopf einen Durchmesser von ungefähr 15 Zentimetern hat, wurde um 00:31 Uhr MESZ vom Andockport des russischen „Swesda-Moduls“ mit einer Präzision von weniger als 10 Zentimetern eingefangen. Der Andockport ist ein passiver Führungstrichter mit einem Durchmesser von 90 Zentimetern. Beim ersten Kontakt wurde der Andockkopf des ATV durch Verschluss der Andockhaken an die ISS angekoppelt. Anschließend hat das ATV automatisch alle elektrischen und mechanischen Verbindungen sowie Flüssigkeitsanschlüsse zur ISS hergestellt.

Mehr Information: Pressemitteilung

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