Airbus Defence and Space

ATV -2: Perfekter Missionsverlauf

Am 20. Juni wurde das ATV-2 Johannes Kepler mit einem Bilderbuch-Abdockmanöver von der ISS abgetrennt. Tags darauf verglühte Europas zweiter Raumtransporter beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre wie geplant in deren dichteren Luftschichten.

Wie schon sein Vorgänger, das ATV-1 Jules Verne, hat auch das zweite ATV seinen Auftrag perfekt ausgeführt.

Acht Tage nach dem Start mit einer Ariane 5 am 16. Februar 2011 dockte der Weltraumversorger an die Raumstation an, womit er sich in ein nominales, begehbares Modul der bemannten Raumstation verwandelte – denn auch für diese Rolle ist er uneingeschränkt qualifiziert.

Das ATV Johannes Kepler (unten im Bild gut zu erkennen) blieb fast vier Monate lang an der Internationalen Raumstation ISS angedockt. (© ESA/NASA) Um trotz seiner vollen Einbindung in das Tagesgeschäft der Raumstation sowie parallel zum laufenden Shuttle-, Sojus-, Progress- und HTV2-Verkehr die Mission nach Plan abzuarbeiten, blieb das ATV-2 nicht wie ursprünglich vorgesehen drei, sondern beinahe vier Monate lang an der ISS angedockt. Dort erfüllte es nach dem Löschen seiner Fracht aus Bedarfsartikeln, Ausrüstung, Gasen und Raketentreibstoff-Komponenten seine zweite Aufgabe als Manövriersystem für die Lageregelung der Station. Durch die ständigen An- und Abflüge der diversen Raumfähren und -kapseln traten während der Mission recht ungewöhnliche Situationen ein (wie oben im Bild, als mit dem ATV-2 und dem Endeavour-Shuttle zwei Zubringer gleichzeitig an der ISS hingen). Die Anhebung der ISS-Umlaufbahn durch „Reboosts“, brachte mit dem letzten Schub Anfang Juni die stärksten je durchgeführten Korrekturmanöver dieser Art.

„Die Möglichkeit, den Einsatzablauf des ATV und die Dauer der angedockten Phase auch nach Missionsbeginn noch zu verändern, ist nicht nur notwendig, um den potenziellen Nutzen des Raumtransporters im Interesse der Station maximal auszuschöpfen, sondern für ein voll funktionstüchtiges Versorgungsfahrzeug schlicht selbstverständlich. Als die Einsatzplanung also modifiziert wurde, haben sich die Mitarbeiter im Kontrollzentrum und bei Airbus Defence and Space eben darauf eingestellt und ohne Schwierigkeiten die neue Planung umgesetzt“, erklärt Gilles Debas, Operationsleiter ATV bei Airbus Defence and Space. Genau wie beim ATV Jules Verne, bei dem es 2008 schon einmal so einen Fall gegeben hatte, ist auch dieses Mal alles glatt gelaufen, bis hin zum Abschluss der Mission – dem kontrollierten Bahnauswurf („De-Orbiting“) des mit ISS-Abfällen beladenen Raumfrachters über dem Pazifik und seiner Zerstörung beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre. Die Europäische Raumfahrtagentur ESA war also wieder in der Lage für die ISS einen komplette Servicing - Mission durchzuführen.

© NASA/ROSKOSMOS, 2011„Ich gratuliere von Herzen allen Airbus Defence and Space-Mitarbeitern, die auf allen Ebenen zum Erfolg dieser für unsere Firma und die gesamte europäische Raumfahrt sehr wichtigen zweiten Mission beigetragen haben“, so Wolfgang Paetsch, Leiter des ATV-Programms bei Airbus Defence and Space. „Die Mission des ATV Johannes Kepler liefert ohne Zweifel wieder eine Fülle von Erkenntnissen; diese werden wir bei der Bereitstellung der drei weiteren ATVs, die gegenwärtig an verschiedenen Airbus Defence and Space-Standorten in Zusammenarbeit mit unseren Partnern entstehen, sicherlich gewinnbringend verwerten können. Und auch beim ATV-3 Edoardo Amaldi ist bislang alles in bester Ordnung: Mitte August dürfte der Raumtransporter in Richtung Kourou abreisen, sein Start ins All ist im März 2012 geplant.“

© CNES/S.Girard, 2011Alain Charmeau, CEO von Airbus Defence and Space, ergänzt: „Meinen aufrichtigen Dank an die ESA, dass sie erneut auf Airbus Defence and Space als industriellen Hauptpartner im ISS-Programm vertraut hat – sowohl für die Bereitstellung als auch für den Betrieb der europäischen ISS-Anteile. Mit dem mustergültigen Verlauf und Abschluss der Mission des ATV Johannes Kepler konnten wir auch dieses Mal wieder beweisen, dass Airbus Defence and Space und seine Teams bei der Durchführung komplexester bemannter Missionen nach exakten Zeitvorgaben die größte Zuverlässigkeit bieten.“

Bill Gerstenmeier, der NASA Administrator für Space Operations zeigte sich sehr angetan: "ATV ist ein fantastisches Raumfahrtzeug und die Johannes Kepler Mission war ein großer Erfolg. Die letzte Aktivität des ATV, das Anheben der Station um einige Kilometer, verringerte den Luftwiderstand, hervorgerufen durch verstärkte Sonnenaktivität, und ermöglicht  uns die Reduzierung des Treibstoffverbrauchs. Mein Glückwunsch geht an die Europäischen Teams, speziell an die Kollegen der Europäischen Raumfahrtindustrie.

 

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