Airbus Defence and Space

Auf zum Mars!

Ein neues Kapitel in der menschlichen Exploration des Unbekannten

 Die ISS unrundet die Erde mit 28,000 km/h in 386 km Höhe. Der Aufbau erfolgte in mehreren Phasen, so wurde das erste Modul 1998 errichtet. Komplett wiegt die ISS 500 Tonnen, hat die Größe eines Fußballfeldes und verwendet soviel Elektrizität wie für 25 Appartments. © Airbus Defence and Space / Silicon Worlds

Wenige Wochen vor dem 50. Jahrestag von Juri Gagarins Pioniertat bot sich 350 Kilometer über der Erde die Gelegenheit für ein einzigartiges Foto: Alle derzeit aktiven Raumschiffe zur Versorgung der ISS (mit Ausnahme der Progress-Kapsel), waren gleichzeitig an dem Orbitalkomplex angedockt, das US-amerikanische Space Shuttle, das zweite europäische ATV (Automated Transfer Vehicle) namens „Johannes Kepler“ sowie das japanische Versorgungsraumschiff HTV. Zwei Sojus-Kapseln waren ebenfalls da. 50 Jahre nach dem ersten bemannten Raumflug dokumentierte dieses Situation eindringlich die große Vision Gagarins: „Ich möchte gern an einem Flug in einem Raumschiff teilnehmen, dessen Besatzung aus jungen Raumfahrern verschiedener Nationalitäten besteht, aus Russen, Indern, Amerikanern“, lautete sein Wunsch. „Aber Sie verstehen, dass dies vorerst nur ein Traum ist.“

Links: 7.000 Quadratmeter, das entspricht der Fläche eines großen Fußballfeldes, misst die Internationale Raumstation. Sie ist somit die größte Struktur, die der Mensch je im All gebaut hat. Die ISS umrundet die Erde mit einer Geschwindigkeit von 28.000 km/h in 386 km Höhe. © Airbus Defence and Space / Silicon Worlds

Astronauten leben im Schnitt bis zu sechs Monaten auf der Internationalen Raumstation ISS ©  ESA

Gagarins Traum ist Wirklichkeit geworden. Auf der Internationalen Raumstation, die wohl noch mindestens bis 2020 und damit fünf Jahre länger als ursprünglich geplant in Betrieb bleiben wird, leben und arbeiten Raumfahrer aus vielen verschiedenen Ländern gemeinsam an der Realisierung noch größerer Visionen.

Rechts: Die ISS ist seit dem Jahr 2000 bemannt und sorgt für eine permanente Präsenz des Menschen im Weltraum. © ESA

Sie nutzen das Weltraumlabor, um die Belastungen des menschlichen Körpers bei Langzeitmissionen besser zu verstehen und zu kompensieren, entwickeln neue Werkstoffe oder erproben die Aufzucht von Nahrungsmitteln unter Weltraumbedingungen. Denn wenn eines Tages Menschen zu weiter entfernten Zielen aufbrechen, müssen sie möglichst unabhängig von Nachschublieferungen sein und sich weitgehend selbst versorgen können. 

ExoMars Rover Fahrzeug Protoype © Airbus Defence and Space

 „Auf zum Mars!“ – mit diesen Worten begrüßten sich schon Anfang der 1930er-Jahre die Mitglieder der Moskauer „Gruppe zum Studium der Rückstoßbewegung“. Zu deren Gründern zählte auch der Ingenieur Sergej Koroljow, der 30 Jahre später den Bau der Wostok-Rakete für Juri Gagarins Flug in den Weltraum leiten sollte.

Links: Das Marsfahrzeug-Prototype „ExoMars Rover“. Airbus Defence and Space-Ingenieure haben den ExoMars-Rover so ausgelegt, dass er in Gebiete vordringen kann, in die vorher noch kein anderes Marsfahrzeug gekommen ist. © Airbus Defence and Space

Der rote Planet hat seitdem nicht aufgehört, die Raumfahrer zu locken. Aber mehr und mehr zeigt sich, dass die bemannte Erkundung des Mondes und anderer Planeten eine gewaltige Anstrengung bedeutet, die kaum von einer Nation allein zu bewältigen ist. Sie erfordert den Aufbau einer nachhaltigen Weltrauminfrastruktur in internationaler Kooperation, ähnlich wie bei der ISS. Mit seinen Leistungen beim Bau der Raumstation hat sich Europa in eine gute Position gebracht, um auch beim weiteren Vorstoß ins All zentrale Aufgaben zu übernehmen.

 So haben mehrere von Airbus Defence and Space durchgeführte Studien bereits gezeigt, wie das ATV zu einem Raumschiff für bemannte Missionen weiterentwickelt werden kann. Dafür müsste der Weltraumfrachter zunächst rückkehrfähig gemacht werden. Der Erstflug eines solchen ARV (Advanced Re-entry Vehicle) könnte 2016 erfolgen, sagt Michael Menking, Leiter der Orbitalsysteme und Weltraumexploration bei Airbus Defence and Space. Für den Betrieb der ISS wäre allein schon diese Möglichkeit des sicheren Rücktransports von Experimenten und Ausrüstung ein großer Gewinn. Der weitere Ausbau zum Crewtransporter wäre dann der nächste logische Schritt. Mit doppelt redundanten Systemen erfüllt das ATV ohnehin bereits heute die für den bemannten Raumflug erforderlichen Sicherheitsanforderungen.

Europas Raumfahrtagentur ESA beauftragt Airbus Defence and Space mit der Studie einer Mondsonde © Airbus Defence and Space

Rechts: Welche Technologien sind nötig, um weich und präzise auf dem Mond zu landen und dort zu forschen? Im Auftrag der europäischen Weltraumorganisation ESA arbeitet Airbus Defence and Space an der Studie „Lunar Lander“. © Airbus Defence and Space

Auch den Mond hat Airbus Defence and Space schon im Blick. Das Konzept „Lunar Lander“ sieht vor, am Mondsüdpol eine unbemannte Forschungsstation und einen Rover abzusetzen. „Bevor wir Menschen zum Mond schicken, müssen wir erst einmal sicherstellen, dass wir die weiche Landung beherrschen“, sagt Detlef Wilde, der bei Airbus Defence and Space die Explorationsentwicklung verantwortet. Die Mission könnte 2017/2018 fliegen und einen weiteren Meilenstein auf dem Weg des Menschen ins All setzen.

Im Jahr 2034 jährt sich Juri Gagarins Geburtstag zum hundertsten Mal, zwei Jahre später ist das 75-jährige Jubiläum seines historischen Weltraumflugs. Ob es dann Feierlichkeiten auf dem Mond oder auf dem roten Planeten geben wird? Wir arbeiten daran. 

Zitat von Juri Gagarin:

„Ich muss Ihnen wohl nicht erklären, was ich empfand, als man mich für den ersten Raumflug der Geschichte vorschlug. Freude? Nein, es war mehr als Freude. Stolz? Nein, auch nicht bloß Stolz. Ich war durchströmt von Glück. Von dem Glück, als erster Mensch in den Kosmos zu reisen und es ganz auf mich allein gestellt mit der Natur aufzunehmen, so wie noch nie jemand zuvor. Konnte sich irgendwer etwas Größeres vorstellen? Doch gleich darauf dachte ich an die riesige Verantwortung, die nun auf mir lastete: als erster Mensch zu tun, wovon die Menschheit bis dahin nur träumen konnte; der eine zu sein, der ihr den Weg ins All ebnet. Dafür muss man sich nicht vor irgendeiner Einzelperson verantworten, und auch nicht vor einigen Dutzend oder noch mehr. Diese Verantwortung trägt man gegenüber allen Menschen – denen, die heute leben und allen, die jemals leben werden.”

 

 

Eine Vielzahl von spannenden Informationen zum Thema 50 Jahre bemannte Raumfahrt finden Sie im Dossier.

Ein weiteres Dossier beschäftigt sich mit Menschen ausserhalb der Grenzen der Erdatmosphäre: Leben im Weltraum

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