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Heißt es nach Wasserfund wieder „Reiseziel Mond“?

NASA-Wissenschaftler haben nach dem gesteuerten Absturz einer Forschungssonde in einen Krater der südlichen Polregion des Erdtrabanten dort laut eigenen Angaben mindestens knapp hundert Liter Wasser entdeckt.



Bei der Mission des Satelliten LCROSS (Lunar Crater Observation and Sensing Satellite) waren am 9. Oktober dieses Jahres zwei kontrollierte Einschläge in den permanent im Schatten verborgenen Cabeus-Krater unweit des Mond-Südpols veranlasst worden: Zuerst krachte die ausgebrannte Centaur-Oberstufe der Mission nach deren Abtrennung von LCROSS in den Krater, dann schlug vier Minuten später an exakt derselben Stelle auch der Satellit ein, der das Schauspiel des Centaur-Absturzes als „Shepherding Spacecraft“ live aufgezeichnet hatte.

Wie die von LCROSS gesammelten Daten beweisen, war in der vom Aufprall verursachten, steil aufsteigenden Dampffontäne und der von der Centaur-Oberstufe aufgewirbelten Auswurfwolke tatsächlich Wasser vorhanden. Die NASA ist nun überzeugt, dass sich an min-destens einem Ort auf dem Mond Wasser in gefrorenem und gasförmigem Zustand befindet. Die Untersuchung der von LCROSS zur Erde gefunkten Daten könnte Aufschluss über die Entwicklung unseres Sonnensystems geben, ähnlich wie mit einem Bohrkern aus tief unter der Erdoberfläche entnommenen Eisproben Daten zu geologischen Ereignissen aus ferner Vergangenheit zutage gefördert werden.

Darüber hinaus könnte diese Entdeckung den Mond wieder als potenziellen Außenposten für Starts von Forschungsmissionen in den erdfernen Weltraum ins Gespräch bringen.

Die Ergebnisse der LCROSS-Mission bestätigen die bereits im September bekannt gegebene Entdeckung kleiner Wassermengen im Mondboden durch die indische Mission Chandrayaan-1.