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Ballistische Raketenabwehr: Die Antwort auf neue Bedrohungen

Schon bald könnten neue Bedrohungen dafür sorgen, dass wir auf die Raumfahrtechnik zurückgreifen müssen, um Europa und seine Bevölkerung zu schützen.

 

Im November 2010 beschlossen die Staats- und Regierungschefs der NATO-Länder den Aufbau bündniseigener Raketenabwehrfähigkeiten durch eine Ausweitung der im aktuellen NATO-Programm für strategische Abfang- und Abwehrraketen im Gefechtsfeld (Active Layered Theatre Ballistic Missile Defense, ALTBMD) genutzten Führungs- und Fernmeldesysteme: Diese sollen über den Schutz von NATO-Einsatztruppen hinaus künftig auch die Sicherheit in Europa stationierter NATO-Truppen sowie der Bevölkerung und der Staatsgebiete der europäischen NATO-Länder gewährleisten.

 

Die ballistische Raketenabwehr ist, neben Abschreckung, Zugang zu All und Satelliten, ein untrennbarer Bestandteil des Kerngeschäfts von Airbus Defence and Space. Das Unternehmen steht in Europa unbestreitbar an der Spitze dieser Programme. Airbus Defence and Space ergänzt das AIRBUS Group-Portfolio um das Raumfahrt- und das exoatmosphärische Segment (obere Ebene), wodurch sich der Konzern stark von anderen europäischen Unternehmen unterscheidet.

 

Airbus Defence and Space ist als Kompetenzträger mit dem entsprechenden Know-how für die Entwicklung satellitengestützter Frühwarnsysteme und Systeme zur Erkennung, Ortung und Charakterisierung ballistischer Raketen in der Frühphase anerkannt. Das Unternehmen arbeitet derzeit im Auftrag des französischen Verteidigungsministeriums an Europas erstem optischen Frühwarnsystem-Demonstrator zur ballistischen Überwachung mit der Bezeichnung SPIRALE, der 2009 gelauncht wurde.

Auf dem Gebiet exoatmosphärische Abwehrsysteme ist Airbus Defence and Space seit langem führend im Bereich ballistisches Gefechtsfeldmanagement, Flugerprobung und Zielerfassung. Zudem verfügt das Unternehmen über die industriellen Ressourcen, um die Hauptelemente des Abfangsystems zu liefern (Triebwerke, Antriebssysteme, `Kill vehicles´). In Vorwegnahme zukünftiger operationeller Anforderungen setzt Airbus Defence and Space aktiv seine Forschungsergebnisse und technologischen Kompetenzen ein, um Projekte zu definieren, die sämtliche Aspekte der Abfangsysteme umfassen, von der Bedrohungsanalyse, Bekämpfungs- und Abfangszenarien bis hin zum Design und zur Entwicklung der wichtigsten Systemkomponenten. Insbesondere Airbus Defence and Space arbeitet an der Entwicklung eines exoatmosphärischen Abfangkonzepts, EXOGUARD, einem Projekt zur Bemessung technologischer Herausforderungen sowie zur Sicherstellung, dass die erforderlichen Fähigkeiten und Ressourcen zur Verfügung stehen, um entsprechend auf die ballistische Bedrohung reagieren zu können.

Aufgrund dieser anerkannten Kompetenz wurde Airbus Defence and Space 2004 von der NATO beauftragt, innerhalb eines transatlantischen Konsortiums Machbarkeitsstudien für ein Raketenabwehrsystem zu erstellen. Airbus Defence and Space war im Rahmen dieses Vertrags über die Machbarkeitsstudie eines Raketenabwehrsystems (Missile Defence Feasibility Study Contract) für die Bestimmung der genauen technischen Beschaffenheit der Bedrohung verantwortlich. Zudem ermittelte das Unternehmen die technische Machbarkeit der Architektur eines derartigen Abwehrsystems einschließlich Systemkomponenten, Sensorleistung und detaillierter Systemspezifikationen. Der Vertrag wurde bis Ende 2010 verlängert und trug aktiv zu den Vorbereitungen der Gipfeltreffen aller NATO-Staatschefs in Bukarest, Strasbourg-Kehl und Lissabon bei.

Ende 2006 erhielt Airbus Defence and Space zusammen mit TeamSAIC den Zuschlag im Rahmen der Erstausschreibung für das ALTBMD-Programm (Active Layered Theatre Ballistic Missile Defence) der NATO, mit der Zielsetzung, die spezifischen Fähigkeiten der Mitgliedsstaaten im Bereich ballistische Raketenabwehr für Einsatzgebiete außerhalb Europas zusammen zu führen. Der System Engineering und Integrationsvertrag (SE&I) über 100 Mio. US-Dollar beinhaltet die Definition und Konstruktion einer Simulationsplattform zur Validierung der Schnittstellen zwischen Waffensystemen, Sensoren und Führungssysteme, zur Erprobung der Interoperabilität sowie zum Leistungsnachweis. Airbus Defence and Space ist verantwortlich für die Systemtechnik und liefert mit der Definition des Bekämpfungsablaufs einen wichtigen Beitrag für die Studien zur Systemarchitektur. Darüber hinaus unterstützt Airbus Defence and Space die Integrations-, Test- und Nachweisaktivitäten und die Entwicklung der Testumgebung durch Lieferung eines Bedrohungsmoduls.

 

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