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ATV-4-News

Albert erfolgreich im Einsatz

Nach dem erfolgreichen Andockmanöver vor rund zwei Monaten erfüllt das vorletzte ATV-4 „Albert Einstein“ nun seine eigentliche Mission. Das ATV hat eine Nutzlast mit einem Gesamtgewicht von sieben Tonnen zur Internationalen Raumstation geliefert. Während der insgesamt fünfmonatigen Mission wird es schrittweise Entladen sowie mit Dingen beladen, die nicht länger an Bord der Raumstation benötigt werden.

Neben der Lieferung von Versorgungsgütern, zählt auch die Durchführung von Bahnanhebungsmanöver – um die atmosphärische Bremswirkung auszugleichen, die die ISS täglich bis zu 100 Meter weit sinken lässt – zu den Aufgaben des ATVs. Droht der ISS Gefahr durch Weltraumschrott, kann das ATV die nötigen Ausweichmanöver ausführen. Darüber hinaus sorgt es bei der Annäherung anderer Raumfahrzeuge an die ISS für die Positionskontrolle. Am letzten Samstag, den 31. August 2013, fand das zweite von fünf Bahnanhebungsmanövern durch Albert Einsteins Antriebe statt. Weitere Manöver sind für den 13. September, 2. und 25. Oktober geplant. ATV-4 hat die größte Schubkraft zur Bahnanhebung der ISS unter allen Raumfahrzeugen, die die ISS je besuchten.

Das ATV-4 im Anflug

Das ATV-4 im Anflug

Am 1. August hat Albert Einstein das Lager- und Funktionsmodul „Zarya“ mit 860 kg Treibstoff betankt. Die vollständige Betankung der ISS hat rund eineinhalb Stunden gedauert. Außerdem kann die ISS-Crew mit Hilfe von ATV-4 wieder richtig durchatmen. Bis Ende August wurden insgesamt 100 kg Sauerstoff in die Raumstation umgefüllt.

Vom 15. August bis zum 23. August wurde es ruhig im ATV Kontrollzentrum in Toulouse. Grund dafür waren zwei russische Außenbordeinsätze. Ein Weltraumspaziergang verlangt höchste Sicherheitsmaßnahmen. Alle anstehenden Bordarbeiten müssen minimiert werden, damit die Aufmerksamkeit der gesamten Crew auf den Außenbordeinsatz gerichtet ist. Daher wurden im Vorfeld die Luken zwischen ISS und ATV geschlossen.

Bis zum 26. August wurden zudem alle Wasservorräte von ATV-4 zur ISS übermittelt. Anschließend wurden die Wassertanks mit Abfalllösungen gefüllt.

Neben allen aufgeführten Aufgaben einer ATV-Mission, wird der Versorgungstransporter gleichzeitig als vollständig bewohnbares ISS-Modul genutzt und bietet somit der Besatzung 45 m³ zusätzlichen Raum zum Leben und Arbeiten.

Nach gut fünf Monaten dockt Albert Einstein wieder von der ISS ab, angefüllt mit mehreren Tonnen Abfall, Abwasser, trockenem Abfall und nicht mehr benötigter Ausstattung. Seine Reise endet Ende Oktober 2013 mit einem kontrollierten Wiedereintritt in die Erdatmosphäre, in der es verglüht. Bis dahin wird das ATV ungefähr 4 Millionen Flugkilometer hinter sich gebracht haben.

Der Raumtransporter wird bei Airbus Defence and Space in Bremen integriert und getestet

Der Raumtransporter wird bei Airbus Defence and Space in Bremen integriert und getestet

„Georges Lemaître“ im Prüfstand

Im Frühjahr 2014 wird das letzte ATV, benannt nach dem belgischen Astrophysiker Georges Lemaître, die Aufgaben der derzeitigen ATV-4-Mission übernehmen. Zurzeit befindet sich das ATV-5 „Georges Lemaître“ für die letzten Vorbereitungen am Airbus Defence and Space Standort in Bremen. Wenn diese abgeschlossen sind, kann ATV-5 seine Reise zum europäischen Weltraumbahnhof Kourou (Französisch-Guayana) beginnen. Zu den letzten Vorbereitungen zählt auch der SVT-Test (=System Validation Test). Am 3. September fand der erste von insgesamt zwei Systemvalidierungstests für ATV-5 statt. Der erste SVT-Test findet in Bremen statt, der zweite SVT-Test in Kourou.

Während der Prüfung wurde zwischen dem ATV-Kontrollzentrum in Toulouse (=ATV-CC) und dem ATV-5, welches an einem Prüfstand am Airbus Defence and Space Standort in Bremen angeschlossen ist, eine Verbindung hergestellt. Das Team testete die Kommunikation zum und vom ATV, kontrollierte die interne Datenkommunikation zwischen den einzelnen Systemen und überprüfte die Funktionalität der Sicherheitssysteme.

Am nächsten ATV wird gearbeitet

Am nächsten ATV wird gearbeitet

Die Kommunikationsverbindung wurde über die Kursverfolgungs- und Datenrelaissatelliten TDRS (Tracking and Data Relay Satellites) der NASA, die die Daten an die Satelliten-Bodenstation White Sands in New Mexico senden, sowie ESA’s Fernmeldesatelliten Artemis, der die Daten an die europäische Satelliten-Bodenstation Redu in Belgien sendet, bereitgestellt. Die Bodenstationen senden die Daten dann direkt zum ATV-Team in Toulouse. Damit die Kommunikation von Bremen zum ATV-CC über die Satelliten möglich ist, wurden auf dem Dach der Integrationshalle in Bremen zwei Satellitenschüssel aufgebaut, eine ausgerichtet auf einen TDRS Satelliten und eine ausgerichtet auf den Artemis Satelliten.

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