Airbus Defence and Space

Das Geheimnis der Startplätze

Jedes Jahr bahnen sich mehrere Dutzend Raketen einen Weg durch unsere Atmosphäre, um künstliche Satelliten im Orbit abzusetzen oder Weltraumsonden zur Eroberung des Universums hinauszuschicken. Diese Trägerraketen starten von rund zwanzig Abschussbasen, die über die ganze Welt verteilt sind und sich manchmal sogar an sehr ungewöhnlichen Orten befinden.

In Europa, den USA, Indien und Japan wird der Standort einer Abschussbasis in erster Linie nach wissenschaftlichen, technischen und natürlich politischen Kriterien ausgewählt. Die Topographie des Ortes ist von wesentlicher Bedeutung. Ein ebenes und gut zugängliches Gelände in einem dünn besiedelten Gebiet, wie z. B. Cap Canaveral, steht für maximale Sicherheit. Die Nähe zum Meer ermöglicht außerdem eine einfachere Materialbeschaffung über den Seeweg. Darüber hinaus kann der Raketenaufstieg über dem Meer und somit weit weg von bewohnten Gebieten erfolgen.

Manche Starts finden übrigens auf hoher See statt, z. B. von der Sea Launch (UK), einer ehemaligen Hochseeplattform, die sich im Pazifik befindet. Russland (Baikonur oder Swobodny) und China haben ihre Basen hingegen auf dem Land errichtet. In letzterem Fall war dies ein tödliches Unterfangen, denn 1996 kam es in XiChang zu einem Fehlstart und die Rakete stürzte über einem 2 km entfernten Dorf ab und forderte 500 Opfer.

Auch die Nähe zum Äquator ist eine wichtige Standortbedingung für Raketenabschussbasen. In der Nähe des Äquators profitiert eine Rakete am meisten von der Geschwindigkeit der Erdrotation. Der Standort des Centre Spatial Guyanais in Kourou ist in dieser Hinsicht besonders bemerkenswert.

 

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