Airbus Defence and Space

Der letzte Flug des ATV

Mit dem De-docking des ATV Nr. 5 Georges Lemaître geht eine bedeutende Mission der Europäischen Raumfahrt in seine letzte Phase.

Am 14. Februar wird der europäische Raumtransporter von der Internationalen Raumstation (ISS) abkoppeln, um bald darauf in den oberen Schichten der Erdatmosphäre zu verglühen. Es ist die letzte Reise des Automated Transfer Vehicle (ATV). Mit ihm geht ein besonders erfolgreiches Kapitel europäischer Raumfahrt zu Ende.

Insgesamt fünf ATV haben in den vergangenen sieben Jahren dafür gesorgt, dass die Astronauten auf der ISS stets genug Nahrungsmittel, Wasser, Sauerstoff, Treibstoff und Forschungsmaterial hatten. Fast sieben Tonnen Ausrüstung konnte so ein Weltraumtransporter transportieren – so viel wie kein anderes Frachtraumschiff. Bis zu
sechs Monaten blieben die ATV an die Raumstation angedockt, führten mit ihren Triebwerken Manöver zur Bahnkorrektur durch, dienten der Besatzung als willkommener
Ruheraum und nahmen zum Schluss auch noch deren Müll mit.

Das Servicemodul des US-Raumschiff „Orion“ basiert auf einem Großteil der ATV Technologie und wird zentrale Systemfunktionen wie Antrieb, Energie, Temperaturregelung sowie die Versorgung mit Wasser und Atemluft übernehmen. Im Gegensatz zu ATV ist Orion aber nicht für Fracht, sondern für die bemannte Raumfahrt ausgelegt. Orion soll bis zu vier Astronauten so weit wie nie zuvor in den Weltraum befördern – zum Mond, zu Asteroiden, sogar zum Mars. Bereits Ende dieses Jahrzehnts soll ein unbemannter Testflug um den Mond zeigen, ob die europäische Raumfahrt bereit ist für den nächsten „riesigen Sprung“.

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