Airbus Defence and Space

Die ISS behält den weltweiten Seeverkehr im Blick

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1/ Die Astronauten Randolph Bresnik und Michael Foreman (beide NASA) bei der Installation der Antenne des Vessel-ID Systems am Columbus Modul. (© NASA)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dank des sogenannten Vessel-ID Systems, einem ESA Technologie-Experiment mit  Airbus Defence and Space als Systemführer, kann seit Anfang Juni der internationale Seeverkehr vom Weltraum aus verfolgt werden.

Das Schiffsortungssystem basiert auf dem Automatic Identification System (AIS) – dem maritimen Pendant zur Luftverkehrskontrolle.

Alle internationalen Schiffe über 300 Tonnen, alle Container-Schiffe über 500 Tonnen sowie alle Passagierschiffe müssen mit AIS-Transpondern ausgestattet sein, die kontinuierlich navigationsrelevante Daten (Name, Größe, Position, Kurs, Geschwindigkeit) des Schiffes aufzeigen.

Zurzeit können durch die AIS Technologie Hafenbehörden den Seeverkehr in den Küstengewässern, bis zu einer Entfernung von 40 nautischen Meilen (74 km) vom Festland aus verfolgen. Auch die Schiff-zu-Schiff Kommunikation wird durch die AIS Transponder abgedeckt. Der Nachteil: Für das Tracking des Hochsee-Schiffsverkehrs ist die Reichweite des Signals für das terrestrisch aufgestellte AIS-System jedoch unzureichend. Die AIS-Signale haben aber eine viel größere vertikale Reichweite, sogar bis zur Internationalen Raumstation (ISS) in ca. 400 km Höhe.

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2/ Randolph Bresnik beim Space Walk - Anbringung der Antenne mit der GATOR-Klemme an die ISS, November 2009. (© NASA)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Experiment: AIS auf der ISS

 

Die ISS ist ein multifunktionales Labor für eine große Anzahl von Experimenten, die die besonderen Umgebungsbedingungen der Schwerelosigkeit nutzen – und jetzt auch ein Testbed für die Überwachung des internationalen Seeverkehrs.

Die Astronauten Randolph Bresnik und Michael Foreman haben die Antenne für das Vessel-ID Experiment mit Hilfe der GATOR-Klemme (Grappling Adaptor for Onboard Railing) im November letzten Jahres als externe Einheit an der Columbus-Außenhülle installiert.

Das Vessel-ID System besteht aus zwei Empfängern (Norais Receiver und Luxais Receiver), einer externen VHF-Antenne und dem von Airbus Defence and Space gebautem Kontrollcomputer – der sogenannten ERNObox. Die VHF Antenne auf der ISS, nimmt die Signale der Schiffe auf. Der Receiver decodiert die Signale und anhand der empfangenen Daten kann der Aufenthaltsort der Schiffe lokalisiert werden. Seit dem 01. Juni 2010 ist das Vessel-ID System in Betrieb, die Datenübertragung verläuft störungsfrei und die ersten Aufzeichnungen (Plots) des internationalen Schiffsverkehrs werden erstellt.

"Airbus Defence and Space ist nun seit über zwei Jahren im Rahmen des  IOT-Vertrages [Industrial Operator Team] für den Betrieb und auch die Nutzung der europäischen Anteile der Internationalen Raumstation verantwortlich", sagt Dr. Michael Menking, Airbus Defence and Space Senior Vice President Orbital Systems & Space Exploration. So war Airbus Defence and Space Bremen auch für die Vorbereitungen zur Anbringung des Technologie-Experiments verantwortlich und hat die ERNObox sowie die GATOR-Klemme entwickelt. "Mit dem Vessel-ID System haben wir nun ein AIS-Experiment, dass die ISS als Testbed nutzt zur Überwachung von

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3/ Gelungenes Experiment: Die Karte zeigt ungefähr 90.000 empfangene AIS-Signale die in einem Zeitraum von 14 Stunden am 02./ 03.06.2010 empfangen wurden. (© FFI)   

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2/ Randolph Bresnik during the November 2009 spacewalk, seen using the GATOR adaptor to attach the antenna to the ISS. (© NASA)