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Die Sonde bringt Licht in die Geheimnisse der Sonne

Der 15. Geburtstag des Sonnenobservatoriums SOHO im All

Am 2. Dezember 1995, brachte eine Atlas II-Trägerrakete das von Airbus Defence and Space im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation ESA entwickelte und gebaute Sonnenobservatorium SOHO (SOlar and Heliospheric Observatory) ins All. Das Observatorium sammelt kontinuierlich Daten über die Sonne, ihre Heliosphäre und die Teilchen des Sonnenwindes, der von ihr in Richtung Erde weht. Ziel der SOHO-Mission ist es, ein klareres Bild von der Struktur und Dynamik des Sonneninneren zu erhalten. Zudem sollen Erkenntnisse über die physikalischen Prozesse gewonnen werden, die die Korona der Sonne hervorbringen und aufheizen. Außerdem will man den Sonnenwind untersuchen.

Es gehört heute zu den erfolgreichsten Weltraumobservatorien überhaupt und ist eines der herausragenden Wissenschaftsprojekte der Airbus Defence and Space. SOHO hat extrem wertvolle Forschungsdaten geliefert, die wichtige Erkenntnisse zu den Abläufen im Innern unserer Sonne gestatten.

Die Sonde bewegt sich in einem „Halo-Orbit“ um den Lagrange-Punkt L1, in einer Entfernung von 1,5 Millionen Kilometern zur Erde, an dem sich die Kraftfelder von Sonne und Erde gegenseitig aufheben. SOHO ist ein internationales Gemeinschaftsvorhaben der ESA und der NASA. Ihre 12 Instrumente steuerten mehr als 500 europäische und amerikanische Wissenschaftler bei.

Die Erfolgsstory geht weiter: Die Mission der ursprünglich auf eine zweijährige Betriebsdauer ausgelegten Sonde wurde mehrmals verlängert. SOHO ist nun schon im 15. Dienstjahr. Tatsächlich sah es aber zeitweise so aus, als wäre die Sonde verloren und sie wurde nur durch eine spektakuläre Aktion gerettet.

 

Instrumente

Die Helioseismologie-Instrumente von SOHO messen Schwingungen auf der Sonnenoberfläche. Auf diesen Messwerten aufbauend haben die Forscher eine Karte der Gasströme unterhalb der Oberfläche erstellt und herausgefunden, wie die Magnetfeldschleifen das Gas in hohen Fontänen herausschießen lassen, die wir als Sonnenflecken erkennen. Noch beeindruckender ist die Fähigkeit von SOHO, durch die Sonne hindurchzublicken und Stellen auf der Rückseite zu sehen, die sich noch gar nicht in Richtung Erde gedreht haben. So ist es möglich, drohende Sonneneruptionen einige Tage im Voraus zu erkennen. Diese Eruptionen zeigen erhebliche Auswirkungen auf das Erdmagnetfeld, wo sie Magnetstürme und Nordlichter auslösen, die auf der Erde wiederum zu Ausfällen der Stromversorgung führen können.
Ein anderes SOHO-Instrument ist in der Lage, auf der uns abgewandten Seite der Sonne eine aktive Zone zu lokalisieren, indem es deren Effekte in den Wasserstoffatomen im umgebenden Weltraum misst – so, wie man einen Scheinwerfer orten kann, in dessen Lichtkegel die Wolken aufleuchten.
Mit SOHOs Instrumenten zur Erforschung der Sonnenatmosphäre konnten die riesigen Massenauswürfe analysiert werden, die fast täglich stattfinden und bei denen Millionen, manchmal sogar Milliarden Tonnen Gas mit Geschwindigkeiten von mehreren Hundert Kilometern in der Sekunde explosionsartig aus der Sonne schießen.
Doch SOHO ist auch der erfolgreichste Kometenjäger aller Zeiten. Seine Daten führten bereits zur Entdeckung von mehre also 1.800 Kometen, zumeist durch Amateur-Astronomen aus aller Herren Länder, die seine Aufnahmen auf leuchtende Punkte und deren relative Bewegungen zur Sonne untersuchten. Dass sich die Internet-Fangemeinde von SOHO einer so langwierigen Aufgabe wie der detaillierten, eingehenden täglichen Analyse seines Bildmaterials widmet, beweist, mit welchem Feuereifer sie seine Mission unterstützt.

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