Airbus Defence and Space

Die Venus ist noch aktiv

Relativ junge Lavaströme sind erkennbar

Die Raumsonde „Venus Express“ der Europäischen Weltraumorganisation ESA hat die bisher klarsten Hinweise darauf geliefert, dass die Venus auch heute noch geologisch aktiv ist: relativ junge Lavaströme, die an ihrer spezifischen Infrarot-Abstrahlung erkennbar sind. Die Entdeckung legt den Schluss nahe, dass der Planet auch weiterhin zu Vulkanausbrüchen in der Lage ist.

Seit langem ist klar, dass es auf der Venus einfach nicht genügend Krater gibt. Irgendetwas muss die Oberfläche des Himmelskörpers also glätten. Eine neue Analyse zeigt nun, dass eine ständige Abfolge kleinerer Vulkanausbrüche dafür verantwortlich sein könnte. Die Analyse beruht auf Daten des Infrarotmessinstruments VIRTIS (Visible and Infrared Thermal Imaging Spectrometer) an Bord der Raumsonde Venus Express, die Airbus Defence and Space gebaut und 2005 auf die Reise zur Venus geschickt hat.

Das Bild zeigt den Vulkangipfel Idunn Mons mit einem Durchmesser von 200 Metern (46° südlicher Breite, 214,5° östlicher Länge). Die Topographie wurde aus Daten der NASA-Raumsonde „Magellan“ abgeleitet und ist hier vertikal 30-fach überhöht. Radardaten (braun) von Magellan wurden über die topographischen Daten gelegt. Die hellen Bereiche sind rau oder steil, die dunklen glatt.

Die farbige Überlagerung gibt die Wärmemuster wieder. Sie gehen auf Daten der Oberflächenhelligkeit zurück, die Venus Express erfasst hat. Topographisch bedingte Temperaturunterschiede wurden dabei beseitigt. Die Helligkeit gibt über die Zusammensetzung der Mineralien Auskunft, die aufgrund des Lavaflusses verändert wurden. Die wärmsten Bereiche sind rot-orange dargestellt, die kältesten violett. Der Gipfelbereich etwa 2,5 km über der Ebene und die von dort ausgehenden hellen Ströme sind somit die wärmsten Zonen.

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