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Die von Airbus Defence and Space gebaute Mars Express unterstützt …

… NASA-Landung auf dem Mars

Am 6. August wird im Rahmen der Mars Science Laboratory Mission der NASA der Rover „Curiosity“ auf dem roten Planeten landen.

Die von Airbus Defence and Space für die Europäische Weltraumorganisation ESA gebaute Sonde Mars Express, die seit Dezember 2003 den roten Planeten erforscht, wird den Ablauf der Mission verfolgen und dabei wichtige Flugdaten aufzeichnen, bis der Rover in der fremden Welt aufsetzt.

Curiosity ist der größte je gebaute Planetenrover. Die in den frühen Morgenstunden des 6. August Landung im Gale-Krater steht für den Beginn eines ehrgeizigen Explorationsprogramms, mit dem die Bewohnbarkeit des Mars, sein Klima und die geologische Beschaffenheit erforscht und damit Daten für eine bemannte Marsmission in der Zukunft gesammelt werden.

Gale crater, Mars

Die Marslandezone von Curiosity: Der Gale-Krater © NASA/JPL-Caltech/ESA/DLR-FU Berlin MSSS

Wenn Mars Science Laboratory (MSL) mit fast 21.000 km/h in die Marsatmosphäre eintritt, beginnen sieben Minuten höchster Spannung, in denen ein ausgeklügeltes System zur Steuerung von Wiedereintritt, Abstieg und Landung (EDL – Entry, Descent, Landing) den Rover auf weniger als 3,6 km/h abbremst, um ihn sanft direkt auf seinen Rädern abzusetzen.

Internationale Unterstützung der MSL-Mission

Während der EDL-Phase wird MSL eine Flut von Daten übermitteln. Zwei NASA-Raumsonden in der Nähe – Mars Odyssey und Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) – werden Daten von Curiosity aufzeichnen und diese weiterleiten.

Auf Anfrage der NASA wird auch die ESA-Sonde Mars Express die EDL-Phase verfolgen und dabei Daten übermitteln, die später von entscheidender Wichtigkeit sein könnten, sollte etwas schiefgehen.

„Wir haben den Orbit vor einigen Monaten angepasst, so dass sich Mars Express in einer sauber synchronisierten Umlaufbahn befindet und einen guten Blickwinkel auf die geplante Flugbahn von MSL hat“, erklärt Michel Denis, Mars Express Spacecraft Operations Manager der ESA.

Die Spezialisten für Flugbetrieb und Flugdynamik am ESA-Raumfahrtkontrollzentrum ESOC in Darmstadt haben für Mars Express auch einen sogenannten „EDL-Pointing-Mode“ entwickelt und erprobt; ein Flugmodus, der dafür sorgt, dass das Mars Express Lander-Kommunikationssystem während der Landung auf MSL gerichtet bleibt.

Das Instrument war ursprünglich für die Kommunikation mit dem auf der Marsoberfläche verloren gegangenen Lander Beagle 2 vorgesehen.

Mars Express hat auch den Abstieg des NASA-Phoenix-Landers 2008 verfolgt.

Mars Express wird NASA-Signale empfangen

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Abstieg des Curiosity-Landers: Mars Express wird den Ablauf der Mission verfolgen © NASA/ESA 

Am frühen Morgen des 6. August wird sich Mars Express in den EDL-Pointing-Mode drehen und ab 07:10 Uhr (MESZ) „hörbereit“ sein. Die Bestätigung der Landung wird direkt vom NASA-Orbiter Odyssey um 07:31 erwartet. Mars Express wird das MSL-Signal zwischen 07:10 und 07:38 aufzeichnen (Änderungen vorbehalten).

Dann wird Mars Express erneut herumschwenken, sich auf die Erde ausrichten und die aufgezeichneten Daten über die 35-Meter Deep-Space-Antenne der ESA in New Norcia (Australien) an das ESOC-Kontrollzentrum übermitteln.

Die Daten werden gegen 08:40 MESZ erwartet und unverzüglich an die NASA weitergeleitet.

[Quelle: ESA]

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Die Mars Express-Mission

Nach einer sechsmonatigen Reise über 400 Millionen Kilometer erreichte Mars Express, Europas erste Marsmission, am 25. Dezember 2003 den Orbit um den Mars. Die Sonde, gebaut von der Airbus Defence and Space für die Europäische Weltraumorganisation ESA, schwenkte mit einem tadellosen Manöver in ihre Umlaufbahn ein: ein großer Schritt für Europas erste Reise zu einem fremden Planeten.

Hauptaufgabe von Mars Express ist die Suche nach Wasservorkommen in den tiefen Bodenschichten, auf der Oberfläche und in der Atmosphäre des Mars – Voraussetzung für vergangenes oder gegenwärtiges Leben auf dem Roten Planeten.

Wissenschaftler können dank des aus sieben Instrumenten bestehenden Pakets an Bord von Mars Express die Zusammensetzung der Atmosphäre und die globale Zirkulation analysieren und erhalten Informationen über die mineralogische Zusammensetzung der Marsoberfläche und des Untergrunds bis auf eine Tiefe von mehreren Kilometern.

Mars Express: erste Marsaufnahme

Diese erste Marsaufnahme der hoch auflösenden Stereokamera HRSC an Bord der Raumsonde Mars Express vom 14. Januar 2004 zeigt das Valles Marineris, den „Grand Canyon des Roten Planeten“. © ESA/DLR/FU Berlin – G. Neukum

Die nominelle Missionsdauer von Mars-Express sollte mindestens ein Marsjahr – 687 Erdtage – betragen. Mittlerweile hat die ESA eine erneute Verlängerung dieser Mission bis zum 31. Dezember 2014 garantiert – abhängig von einer erfolgreichen Überprüfung im Jahr 2012.

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