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Eine knappe Sache

Ein Asteroid passiert die Erde in nächster Nähe

Der Asteroid 2012 DA14 passiert die Erde in nächster Nähe; Airbus Defence and Space setzt seine Forschungsarbeit am Projekt NEOShield fort

Am 15. Februar 2013 um 19:25 Uhr UT (20:25 MEZ) wird die Erde einer Kollision mit dem Asteroid 2012 DA14 mit einem Abstand von gerade einmal 28.000 km nur um „Haaresbreite“ entgehen. Der Himmelskörper dringt damit in den Orbit geostationärer Kommunikationssatelliten ein, welche die Erde in bis zu 36.000 km Entfernung umkreisen, und kommt somit nah an die GPS-Satelliten heran – insgesamt also eine überaus knappe Angelegenheit. 2012 DA14 hat einen variierenden Durchmesser von 35 bis 80 Metern und bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von 7,8 km/s (entspricht 28.000 km/h) relativ zur Erde.

Kollisionen sogenannter „erdnaher Objekte“ (Near Earth Object, NEO) wie Asteroiden und Kometen mit unserem Planeten kommen seit jeher immer wieder vor. Das letzte Ereignis dieser Art war der Tunguska-Vorfall, bei dem 1908 ein Asteroid ähnlicher Größe wie 2012 DA14 über einem unbewohnten Teil Sibiriens explodierte und dabei eine Waldfläche von 2.000 km² zerstörte.

Angesichts der Bedrohung durch künftige NEO-Einschläge wurde im Januar 2012 das von der Europäischen Union geförderte NEOShield-Projekt ins Leben gerufen, in dessen Rahmen die Beschaffenheit von NEOs sowie Schlüsseltechnologien und -methoden zum Schutz der Erde vor entsprechenden Kollisionen erforscht werden. Airbus Defence and Space ist eines der elf Mitglieder des Konsortiums, das vom DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin geleitet wird. Ziel des Projekts ist die Erstellung einer Toolbox, die politischen Entscheidungsträgern verschiedene Lösungswege zum Schutz der Erde aufzeigen soll, wenn NEOs auf Kollisionskurs entdeckt werden.

Neben Laborversuchen werden außerdem Computersimulationen durchgeführt, die Aufschluss über das Verhalten eines NEO bei einem Bahnablenkungsmanöver bringen soll. Airbus Defence and Space ist Hauptverantwortlicher der technischen Konzeption und Entwicklung und zudem in großem Umfang an der Entwicklung der Raumfahrtmission „Kinetic Impactor“ beteiligt. Dabei handelt es sich um eine NEO-Abwehrmethode, bei der ein Raumfahrzeug mit hoher Geschwindigkeit auf einen Asteroiden oder Kometen prallt, diesen dabei anstößt und durch die daraus resultierende Veränderung der Flugbahn eine Kollision mit der Erde verhindert. Außerdem konzentriert sich Airbus Defence and Space auf die „Guidance, Navigation and Control“ genannte Schlüsseltechnologie, die zur exakten Erfassung des NEO durch „Kinetic Impactor“ benötigt wird. Das Projekt soll im April mit der Entwicklung von Missionskonzepten für weitere weltraumgestützte Asteroidenabwehreinsätze in die nächste Phase gehen.

Auch wenn 2012 DA14 mit bloßem Auge nicht zu sehen sein wird, gibt es dennoch Möglichkeiten, den Asteroiden zu Gesicht zu bekommen. Wenn Sie sich gut am Sternenhimmel auskennen oder es in Ihrer Nähe einen Astronomieverein gibt, können Sie sich – den Angaben der Europäischen Weltraumorganisation ESA folgend – auf die Suche nach 2012 DA14 begeben. Der Asteroid wird sich der Erde von Süden aus nähern und in Nordeuropa wenige Stunden nach Sonnenuntergang zu sehen sein.

Weitere Informationen: www.neoshield.net

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