Airbus Defence and Space

Envisat: Die Welt im Blick

10 Bilder für 10 Jahre

Nordsee © ESA

Nordsee

Das vom Satelliten Envisat über der Nordsee aufgenommene Bild zeigt zahlreiche Kondensstreifen sowie Teile der Niederlande (oben rechts), Belgiens (unten rechts) und Englands (unten links). Abgase von Flugzeugen mit Strahltriebwerken enthalten große Mengen Wasserdampf. Unter bestimmten atmosphärischen Voraussetzungen kondensiert dieser zu Eiskristallen, was zur Bildung eines langgezogenen wolkenähnlichen Kondensstreifens in der Atmosphäre führt. Kondensstreifen können sich schon nach wenigen Minuten wieder auflösen oder aber stundenlang am Himmel sichtbar bleiben. Sie können auch zu langlebigen künstlichen Zirruswolken anwachsen, die über Tage oder Wochen bestehen. Kondensstreifen und Zirruswolken könnten das Erdklima beeinflussen, da sie wie Treibhausgase die Wärmestrahlung der Erde absorbieren. Die verschiedenen Grünschattierungen im Meer werden von im Wasser transportierten Sedimenten verursacht. Dieses Bild wurde vom MERIS-Instrument (Medium Resolution Imaging Spectrometer) an Bord von Envisat aufgenommen. Im Full-Resolution-Modus liefert MERIS Bilddaten mit einer Raumauflösung von 300 Metern.

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Gangesdelta © ESA

Gangesdelta

Diese Envisat-Aufnahme vom Gangesdelta in Südasien zeigt den in Bangladesch gelegenen Teil des weltweit größten Flussdeltas, das sich bis Indien erstreckt. Das 350 Kilometer breite Mündungsgebiet am Golf von Bengalen wird vom Zusammenfluss der Hauptströme Ganges, Brahmaputra und Meghna gespeist. Radare erfassen nicht Lichtreflektionen, sondern die Oberflächenrückstreuung. Sie ergeben daher in der Regel Schwarzweißbilder. Dieses Bild entstand durch die Überlagerung von drei Aufnahmen des Envisat Advanced Synthetic Aperture Radar (ASAR) am 20. Januar 2009, 24. Februar 2009 und 31. März 2009 von diesem Gebiet. Die Farben ergeben sich aus zwischen den Aufnahmen eingetretenen Oberflächenveränderungen.

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Arktischer Ozean © ESA, DMI, NIC

Arktischer Ozean

Die einzelnen Aufnahmen des abgebildeten Satellitenbilder-Mosaiks wurden zwischen dem 9. und 11. September von ASAR, dem von Airbus Defence and Space als Hauptauftragnehmer gebauten Envisat-Instrument, über dem Nordpolarmeer erfasst. Die im Bild blau markierten Bereiche weisen die Gewässer aus, die zu über 80 Prozent mit Eis bedeckt sind. Sie wurden durch eine Analyse der nordamerikanischen Forschungseinrichtung US National Ice Center ermittelt. Satelliten wie Envisat können mit ihren Radargeräten auch durch eine Wolkendecke hindurch oder bei Dunkelheit hochauflösende Aufnahmen machen – in Anbetracht der schlechten Wetterverhältnisse und der langen Dunkelperioden in der Arktis ist dies ein besonders großer Vorteil.

Seit Beginn der Satellitenmessungen in den siebziger Jahren war die Meereisausdehnung im Nordpolarmeer noch nie so gering wie in den letzten fünf Jahren. Die Meereisausdehnung vom Jahr 2011 ist mit der im Jahr 2007 vergleichbar, als das letzte Rekordtief erreicht wurde.

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Großer Salzsee, USA © ESA

Großer Salzsee, USA

Dieses vom Satelliten Envisat aufgenommene Radarkombinationsbild zeigt Salt Lake City und den nahe gelegenen Großen Salzsee im US-Bundesstaat Utah. Die auf der Abbildung zu erkennende Linie, die den Großen Salzsee durchkreuzt, ist die Bahnstrecke Lucin Cutoff. Der Damm, auf dem die Bahnlinie verläuft, teilt den See in zwei Hälften und verhindert damit, dass sich das Wasser vermischt. Der linke untere Teil des Bilds zeigt Salt Lake City mit seinem Sumpfland und Watt, das die Stadt vom Wasser trennt.

Die Abbildung zeigt eine Zusammenstellung aus drei Aufnahmen vom 6. April, 5. Juni und 5. Juli 2011. Die Aufnahmen wurden jeweils mit einer eigenen Farbe (rot, grün und blau) markiert und durch Überlagerung zu einer einzigen Abbildung zusammengefasst. Neue Farben offenbaren Oberflächenveränderungen, die zwischen den Envisat-Überflügen stattgefunden haben.

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Der Himalaya © ESA

Der Himalaya

Dieses Bild des von Airbus Defence and Space gebauten Satelliten Envisat zeigt Asiens vielfältige Oberflächenstrukturen, Höhenlagen und Klimazonen mit den schneebedeckten Bergen des Himalaya, die die Gipfel der tibetischen Hochebene in Zentralasien (oben) von den nepalesischen Ebenen, Bhutan und Indien auf dem indischen Subkontinent trennen. In diesem Falschfarbenbild werden üppige oder grüne Vegetationsabschnitte leuchtend rot dargestellt. Das Bild wurde am 20. Februar 2009 von Envisats Medium Resolution Imaging-Spektrometer (MERIS) in voller Auflösung aufgenommen, um eine räumliche Auflösung von 300 Metern liefern zu können.

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Westsahara und Kanarische Inseln © ESA

Westsahara und Kanarische Inseln

Dieses Bild mit einer Auflösung von 300 Metern wurde vom Airbus Defence and Space-Satelliten Envisat aufgenommen. Es zeigt Wüstenstaub, der von der Westsahara in Richtung Kanarische Inseln geblasen wird. Bis zu 200 Mio. Tonnen Staub kann der Wind in einem Jahr verfrachten. Die im Mai 2009 veröffentlichte Aufnahme der Europäischen Weltraumorganisation ESA soll die UN-Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung (UNCCD) unterstützen. Die Desertifikation ist ein weltweites Problem und eine ernste Bedrohung für mehr als 1,2 Mrd. Menschen in über 100 Ländern. Die ESA kooperiert seit mehreren Jahren eng mit der UNCCD, um standardisierte, satellitengestützte Informationsdienste zu entwickeln. Ziel ist die Untersuchung und Überwachung der Desertifikation und ihrer langfristigen Entwicklungstendenzen. Satellitenbilder können dabei der Erkennung von Bodennutzungsänderungen, aber auch von Veränderungen des Reflexionsgrads, der Temperatur, Trockenheit und Staubbedeckung der Erdoberfläche dienen.

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Kanarische Inseln © ESA

Kanarische Inseln 

Diese Falschfarbendarstellung einer Envisat-Aufnahme hebt eine einzigartige Wolkenformation in Form einer „Kármánschen Wirbelstraße“ hervor, die südlich der Kanarischen Inseln – etwa 95 Kilometer vor Afrikas nordwestlicher Atlantikküste (rechts im Bild) – entstand. Das nach dem Luft- und Raumfahrtingenieur Theodore von Kármán benannte Phänomen tritt dort auf, wo Luft einen Körper umströmt und sich durch die Teilung der Luftmassen in ihrem Nachstrom Wirbel bilden. Die hier abgebildeten gegenläufig rotierenden Spiralen resultieren aus der Verwirbelung des Atlantik-Nordwindes nach dessen Durchzug durch den Archipel.

Das Bild wurde am 6. Juni 2010 durch das Medium Resolution Imaging Spectrometer des von Airbus Defence and Space hergestellten Satelliten Envisat mit einer Auflösung von 300 Metern aufgenommen.

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Die Barentssee vor der norwegischen Küste © ESA

Die Barentssee vor der norwegischen Küste 

Diese vom Erdbeobachtungssatelliten Envisat erfasste Aufnahme zeigt einen Teppich aus Phytoplankton, der sich über die Barentssee bis vor die Küste des nördlichsten Punkts Europas, der Halbinsel Nordkinn, erstreckt. Frei im Wasser schwebendes Phytoplankton macht die Wirbel der Meeresströmungen in eindrucksvollen Blau- und Grüntönen sichtbar. Phytoplankton ist zwar meist mikroskopisch klein, durch das für die Photosynthese verwendete Chlorophyll erscheint jedoch das Meerwasser, von dem das Phytoplankton umgeben ist, farbig. So können diese winzigen Organismen mittels eigens auf die Erfassung der Meeresfarben ausgelegter Sensoren vom Weltraum aus geortet werden. Envisat verfügt mit dem Instrument MERIS (Medium Resolution Imaging Spectrometer) über einen solchen Sensor, mit dessen Hilfe er das Bild im August 2011 erfasste.

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Das Tanezrouft-Becken in der Sahara © ESA

Das Tanezrouft-Becken in der Sahara 

Aus der Kombination dreier Envisat-Radaraufnahmen innerhalb von knapp sechs Monaten (23. März 2009, 1. Juni 2009 und 14. September 2009), entstand dieses Bild. Die spektakulären Farbspiele weisen dabei auf Veränderungen der Oberflächenbeschaffenheit während des Beobachtungszeitraums hin.

Sand und Geröll wohin das Auge blickt, dazu spektakuläre Felsformationen: ist schroff und doch schön. Es ist ein raues Fleckchen Erde, in ziemlich jeder Hinsicht – und doch großartig. Das Tanezrouft-Becken in der Sahara ist extrem regenarm. Deswegen gibt es in dem Areal an der Grenze zwischen Algerien und Mali de facto keine Vegetation. Bis auf kleinere Oasenstädte ist das Becken mit seinen Hügeln, Dünen und Riesendünen auch kaum bewohnt. Erosion, einst durch Wasser, heute durch den unerbittlichen Wind bestimmt die Landschaftsformen.

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Vulkan Shinmoe-dake, Japan © ESA

Vulkan Shinmoe-dake, Japan

Dieses vom Satelliten Envisat, der von Airbus Defence and Space gebaut wurde, aufgenommene Bild zeigt, wie Rauch aus dem Vulkan Shinmoe-dake aufsteigt. Der Shinmoe-dake ist Teil der Kirishima-Gruppe, einer Ansammlung von Vulkanen auf der südjapanischen Insel Kyushu. Der Shinmoe-dake, dessen Anblick manch einem noch aus dem James-Bond-Film „Man lebt nur zweimal“ bekannt sein dürfte, hatte seinen jüngsten Ausbruch am 27. Januar 2011 – nachdem er 52 Jahre lang kein Lebenszeichen mehr von sich gegeben hatte. Die Eruption schleuderte Asche und Rauch bis zu 3.000 Meter hoch in den Himmel. Ebenfalls zu erkennen ist der weiter südlich gelegene Vulkan Sakurajima. Der Sakurajima, der seit 1955 praktisch nie zur Ruhe gekommen ist, manifestiert sich Jahr für Jahr durch Tausende kleiner Explosionen.

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