Airbus Defence and Space

Der neue Klimawächter SMOS ist bereits im Orbit

The European research satellite SMOS, which will measure the Earth's soil moisture and ocean salinity, was launched by a Rockot vehicle from the Plesetsk cosmodrome in Russia on 2 November.

Montag, 2. November 2009 – Heute Morgen ist der Satellit SMOS (Soil Moisture and Ocean Salinity) an Bord eines Rockot-Trägersystems vom Kosmodrom Plessezk ins All gestartet. Die Mission SMOS, ein französisch-spanisches Gemeinschaftsprojekt der französischen Raumfahrtbehörde CNES (Centre National d’Etudes Spatiales) mit der Europäischen Weltraumorganisation ESA und dem spanischen Koordinierungszentrum für die Förderung forschender Technologieunternehmen CDTI (Centro para el Desarrollo Tecnológico Industrial), fällt unter das Erdbeobachtungsprogramm „Living Planet“ der ESA. Gegenstand der Mission ist die periodische weltweite Messung der im Erdboden enthaltenen Feuchtigkeit und des Salzgehaltes der Weltmeere. Für diese Aufgabe hat Airbus Defence and Space España das Radiometrie-Instrument MIRAS angefertigt. Thales Alenia Space ist Hauptauftragnehmer des Programms.

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© Eurockot 

  • Seine Nutzlast: das komplexeste Satelliteninstrument, das je in Spanien für die ESA hergestellt wurde
  • Airbus Defence and Space España leitete ein europäisches Konsortiums für den Bau dieses innovativen Instruments, das dem Wasserkreislauf der Erde den Puls fühlen wird

Der Bau des Mikrowellenradiometers MIRAS (Microwave Imaging Radiometer with Aperture Synthesis) als einzige Nutzlast an Bord des SMOS-Satelliten war eine technische Herausforderung, da es innovative Messverfahren nutzt, die bei Weltrauminstrumenten noch nie zum Einsatz kamen. Tatsächlich war die Erfassung dieser Messgrößen aus dem All zwar schon vor 40 Jahren vorgeschlagen worden, bis heute jedoch genügte die Technik den wissenschaftlichen Anforderungen nicht. So spricht sogar die ESA von einer „technischen Revolution“ und einem „historischen Meilenstein“ der Erdbeobachtung, denn zur Durchführung dieser Mission mit einem herkömmlichen Radiometrie-Instrument bräuchte dessen Antenne einen Durchmesser von zehn Metern – womit jedes heutige Trägersystem weit überfordert wäre.

Das MIRAS-Instrument umfasst drei Y-förmig um ein Mittelgerüst angeordnete Ausleger mit einem Durchmesser von acht Metern im ausgefahrenen Zustand und hat eine Masse von 360 Kilogramm. Auf den Auslegern und der Zentralstruktur sind 69 kleine Antennenrezeptoren angebracht, die dem Instrument ein Sichtfeld von 1.000 Kilometern im Durchmesser verleihen und bis zu 80 verschiedene Messgrößen erfassen. Hierzu wird der Satellit unseren Planeten in 24 Stunden jeweils 15 Mal umrunden und auf diesem Wege die gesamte Erdoberfläche alle drei Tage mit einer Auflösung von 50 Kilometern je Pixel bis in einen Zentimeter Tiefe neu kartieren. Als Raumfahrzeug dient die von Thales Alenia Space in Frankreich hergestellte Proteus-Plattform. Die Betriebsdauer des Satelliten wird drei Jahre betragen, wobei eine Verlängerung der Mission um weitere zwei Jahre möglich ist.

Die zwei von SMOS gemessenen Größen, Bodenfeuchte und Ozeansalzgehalt, sind von zentralem wissenschaftlichen Interesse, denn sie geben weiteren Aufschluss über den Wasserkreislauf der Erde und helfen, die Folgen des Klimawandels einzudämmen. Der Salzgehalt der Weltmeere beispielsweise hat direkten Einfluss auf die Zirkulation des Ozeanwassers und damit auf Wetterphänomene wie „El Niño“ und „La Niña“, die Flut- und Dürrekatastrophen verursachen. An Land wird das Verhältnis zwischen verdunstendem und ins Erdreich eindringendem Wasser vom Feuchtigkeitsgrad des Bodens und vom Wassergehalt der Pflanzen bestimmt, womit diesen Faktoren eine zentrale Bedeutung für die Erklärung des Wasserkreislaufs unserer Erde und die Überwachung ihrer Süßwasservorräte zukommt. Indem sie das Verständnis des globalen Wasserkreislaufs fördern, sind solche Missionen von vielfachem Nutzen und ermöglichen erhebliche Fortschritte in Anwendungsfeldern wie Meteorologie, Klimaforschung, Meereskunde, Risikomanagement, Landwirtschaft, Hydrologie, Erfassung von Meeresschätzen, Stadtplanung usw.

Des Weiteren hat das SMOS-Programm in besonderem Maße die Wettbewerbsfähigkeit der spanischen Raumfahrtindustrie gefördert und deren Fähigkeit zur Systemführerschaft unter Beweis gestellt. Der Vorgang untermauert ganz konkret die technologische Kompetenz des Landes, da die ESA mit Airbus Defence and Space España erstmals einen spanischen Anbieter als Hauptauftragnehmer für ein Instrument ausgewählt hat – mit einem herausragendem Ergebnis.

Somit ist die SMOS-Mission für Spanien von großer strategischer Bedeutung, da sie den Weg zur Übernahme des Hauptauftrags für weitere Programme geebnet hat, wie zur Entwicklung eines zweiten Strahlungsmessgeräts für den ESA-Satelliten Sentinel-3. Dank seiner Leistung bei SMOS leitet Airbus Defence and Space außerdem die Programme für die zwei spanischen Erdbeobachtungssatelliten PAZ und INGENIO, und nicht zuletzt wird gegenwärtig über die Möglichkeit nachgedacht, in Abhängigkeit von den durch SMOS-Daten gewonnenen Erkenntnissen schon bald eine Folgemission für Eumetsat namens „SMOSops“  anzustoßen.

Den entsprechenden Vertrag im Wert von 61 Millionen Euro hatte Airbus Defence and Space España im Juni 2004 unterzeichnet und wurde damit Hauptauftragnehmer für die Nutzlast des SMOS-Programms. Angesichts der breit gefächerten industriellen Kompetenzanforderungen und der hohen Ansprüche der Forscher an dieses einzigartige Instrument stellte das Projektmanagement eine enorme Herausforderung dar.

Mit SMOS hat nach GOCE mittlerweile der zweite Earth-Explorer-Satellit der ESA seine Erderkundungsmission im Orbit angetreten. Nächster Startkandidat ist der Satellit Cryosat-2, der ebenfalls unter Airbus Defence and Spaces Federführung entstand. 

 Airbus Defence and Space España ist eine Holding-Gesellschaft der zwei spanischen Raumfahrtunternehmen im Hause Airbus Defence and Space: Airbus Defence and Space und Airbus Defence and Space CRISA.

Airbus Defence and Space, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der AIRBUS Group, ist spezialisiert auf zivile und militärische Raumfahrtsysteme. Im Jahr 2008 erreichte  Airbus Defence and Space einen Umsatz von 4,3 Milliarden € und beschäftigte rund 15.000 Mitarbeiter in Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Spanien und den Niederlanden. Das Kerngeschäft gliedert sich in drei Bereiche: Airbus Defence and Space für Trägerraketen und Weltraum-Infrastrukturen, Airbus Defence and Space für Satelliten und Bodensegmente sowie Airbus Defence and Space für die Entwicklung und Lieferung satellitenbasierter Dienstleistungen.

AIRBUS Group ist ein global führender Anbieter in der Luft- und Raumfahrt, im Verteidigungsgeschäft und den dazugehörigen Dienstleistungen. Im Jahr 2008 lag der Umsatz bei rund 43,3 Milliarden €, die Zahl der Mitarbeiter bei mehr als 118.000.

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