Airbus Defence and Space

ExoMars: Hitzeschilde für Schiaparelli-Sonde sind ein voller Erfolg

Aurélien Pisseloup, Leiter für Vorprojekte und In-Orbit-Services des Geschäftsfelds Orbitale Systeme und Weltraumerkundung, und Yann Mignot, Leiter des Bereichs Schutzmaterial und fortgeschrittene Prozesse, arbeiten am südwestfranzösischen Airbus Defence and Space Standort Saint-Médard-en-Jalles, der auf Systeme für Atmosphäreneintritt und Thermalschutz spezialisiert ist.

Aurélien Pisseloup und Yann Mignot im Gespräch



 

Aurélien Pisseloup: ExoMars-Missionen

Das ExoMars-Programm umfasst zwei Missionen, die 2016 und 2018 starten sollen. Die Raumsonde Schiaparelli wird am 7. Januar 2016, montiert auf dem Spurengas-Orbiter-Satelliten (Trace Gas Orbiter, TGO), an Bord einer russischen Proton-Trägerrakete in den Weltraum aufbrechen. Im Jahresverlauf wird die Sonde mit Landemodul und Elektronikausrüstung in die Marsatmosphäre eintreten. TGO bleibt zwei Jahre lang auf seinem Orbit und dient als Relaisstation für die Kommunikation der zweiten Mission.

 

Diese wird von der russischen Raumfahrtbehörde Roscosmos geleitet und umfasst eine Sonde, die einen von Airbus Defence and Space entwickelten europäischen Mars-Rover auf dem Roten Planeten absetzen wird.
Im Juli haben wir die Hitzeschilde, die Schiaparelli beim Eintritt in die Marsatmosphäre schützen und ein Kernelement der Mission bilden, an den Hauptauftragnehmer der ESA, Thales Alenia Space, ausgeliefert. Wir verantworteten das gesamte vordere Schild samt Struktur, Hitzeschutz und Instrumenten sowie den Hitzeschutz und einen Teil der Instrumente für den Atmosphäreneintritt des hinteren Schilds, dessen Struktur von Thales Alenia Space Frankreich stammt.

Yann Mignot: Unterstützung von der Auslieferung bis zur Endmontage


Wir kommen zwischen Auslieferung und Start ins Spiel, also sobald Thales Alenia Space mit der Montage, Integration und Erprobung des Flugmodells beginnt. So waren wir im Oktober zwei Wochen bei Thales Alenia Space, um die SLI-Isolierung zu installieren, die das Äußere der Sonde während ihres neunmonatigen Aufenthalts im Weltraum schützt. Nach einer Versuchskampagne, in deren Anschluss die Sonde und der Satellit zerlegt und Mitte 2015 nach Russland gebracht werden, sind wir dort Ende des Jahres an den Abschlussarbeiten beteiligt. Dazu zählt etwa das Anbringen der letzten Hitzeschutzelemente, nachdem die Tankverschlüsse der Plattform versiegelt sind.

Das Material der Hitzeschutzkacheln nimmt einen Teil der Energie auf und wird aufgrund des extrem hohen Wärmestroms abgetragen, der durch die Reibung beim Eintritt in die Marsatmosphäre entsteht. Dieses hochisolierende Material wird mit Silikonkleber an besonders beanspruchten Stellen angebracht. Zu Projektbeginn war Airbus Defence and Space nicht für diese Aufgabe vorgesehen aber aufgrund des bestehenden Detailwissens aus vorangegangenen Projekten wurde dieses Element im Nachhinein beauftragt.

 

Aurélien Pisseloup: Eine Herausforderung ist gemeistert …


Alle Teams haben die große Herausforderung gemeistert, das Produkt gemäß den Kundenanforderungen termin-, qualitäts- und kostenkonform bereitzustellen. Hinzu kamen das komplexe Arbeitsumfeld aus Thales Alenia Space Frankreich, Thales Alenia Space Italien, Airbus Defence and Space Frankreich und Airbus Defence and Space Spanien sowie die besondere geographische Herausforderung durch die europaübergreifende Aufstellung der ESA.

 

… und die nächste wartet bereits


Die Mission ist zwar noch nicht abgeschlossen aber der nächste Schritt ist bereits anvisiert: eine Mission zum Mars, um Proben zu entnehmen. Technisch sind alle Grundsteine gelegt und weder der Eintritt in die Marsatmosphäre noch die Rückkehr zur Erde stellen ein Problem dar. Auch, wenn ExoMars noch nicht abgeschlossen ist, müssen wir die Erkenntnisse aus diesem Programm zeitnah vertieft und präzisiert werden.

ExoMarsAtmosphäreZugang zum WeltraumAirbus Defence and Space