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Eyjafjallajökull: TerraSAR-X hat alles im Blick

Trotz Wolken und Rauch hat die Radartechnik von TerraSAR-X eindrucksvolle Bilder des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull geliefert

Flugzeuge schieden für diese Mission aus, da sie den aktiven Vulkan weder an- noch überfliegen durften. Optische Satelliten wurden durch die Aschewolke stark behindert. Allein TerraSAR-X war in der Lage, die Kraterregion aus großer Entfernung klar erkennbar abzubilden.

 

Eyjafjallajökull: TerrSAR-X hat alles im Blick

Auf diesem Bild wurden zwei Strip-Map-Aufnahmen von TerraSAR-X (3 m Auflösung) von zwei verschiedenen Tagen zusammen mit einem Change-Layer übereinandergelegt. Das Ergebnis ist dieser Farbenkomposit, der die Veränderungen in der betreffenden Region in unterschiedlichen Farben wiedergibt. Das erste Bild vom 25. März 2010 ist im roten, das zweite vom 16. April im grünen Farbkanal dargestellt; die Abweichungen zwischen den beiden erscheinen in Blau.

Im östlichen Teil der Darstellung (östlich des Vulkankraters) erkennt man hellblaue Strukturen. Diese sind durch die erste Eruption am 20. März entstanden, die einige Kilometer östlich des Gletschers die Nordhänge am Fimmvörðuháls-Pass erschütterte.

In der Bildmitte erscheint der Vulkankrater in Rot, Grün und Gelb. Die Eruptionssäule, die sich durch den zweiten Ausbruch am obersten Krater des Vulkans gebildet hat, ist zum Großteil für die hellroten Farbtöne verantwortlich. Auf dem Bild vom 16. April wird das Radarsignal nur sehr schwach reflektiert, was möglicherweise dem Wasserdampf in der Rauchfahne zuzuschreiben ist. Die Orange-, Dunkelrot-, Gelb- und Grüntöne entstehen durch die unterschiedlichen Rückstrahlungswerte der schneebedeckten Gebiete, die von der Eruption betroffen sind (Ascheteppich, Abschmelzen des Gletschereises usw.).

Am nördlichen Kraterrand ist ein hellblaues, rundes Objekt sichtbar, das auf der ersten Aufnahme als See identifiziert werden konnte. Nach dem Ausbruch, der am 14. April begann, wurde dieser mit Gesteinstrümmern zugeschüttet. Westlich des ehemaligen Sees zeigen rötliche Strukturen die neu entstandenen Schmelzwasserströme des geschmolzenen Gletschereises, das ursprünglich den Hauptkrater bedeckte.


Eyjafjallajökull: TerrSAR-X hat alles im BlickDiese Einzelaufnahme des isländischen Eyjafjallajökull-Vulkans machte TerraSAR-X am 15. April 2010, einen Tag nach dem Ausbruch, im Strip-Map-Modus (2,9 m Auflösung).

Die Aufnahme zeigt, dass das gesamte Eis um den Vulkankrater herum abgeschmolzen ist und sich durch die Vulkantätigkeit drei schwarze Nebenkrater gebildet haben. Der durch die jüngste Eruption neu geformte nordöstliche Krater ist mit dem neuen südlichen durch einen Spalt verbunden. Die feine Asche des Vulkanausbruchs wurde vom Wind in Richtung Osten getragen, wo sie sich als dichter, weicher Teppich über das Eis legte. In diesen Gebieten werden die Mikrowellen des Radarsatelliten kaum reflektiert und erscheinen daher auf dem Bild dunkel.

 

Eyjafjallajökull: TerraSAR-X hat alles im Blick

Interessant ist auch ein Vergleich dieser Aufnahme mit einem früheren Foto derselben Region, das am 31. März 2010 und damit vor dem jüngsten Ausbruch aufgenommen wurde, ebenfalls im Strip-Map-Modus und mit 2,9 m Auflösung. Zu diesem Zeitpunkt lag der Vulkankessel unter einer rund 200 m dicken Eisschicht, die auf dem Satellitenbild als heller Fleck zu erkennen ist.

 

 

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