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Gaia: der Erbe des Hipparcos

Die Teams von Airbus Defence and Space legen in Kourou letzte Hand an den Satelliten „Gaia“, nach Hipparcos die zweite Astrometriemission der Europäischen Weltraumorganisation ESA.

In den nächsten Wochen wird Gaia von Kourou in Französisch-Guayana aus in Richtung eines der fünf Lagrange-Punkte starten, der auf einer Sonnenumlaufbahn in 1,5 Millionen Kilometern Entfernung von der Erde liegt. Mit Gaia wird die Milchstraße so präzise wie noch nie zuvor erfasst werden.

„Unter astrometrischen Gesichtspunkten bietet Gaia eine 100- bis 1.000-mal höhere Präzision als sein Vorgänger Hipparcos“, erläutert Vincent Poinsignon, der bei Airbus Defence and Space die Entwicklung und Fertigung von Gaia leitet.

Mit Hipparcos, für den Airbus Defence and Space ebenfalls als Hauptauftragnehmer verantwortlich zeichnete, startete die ESA im August 1989 den ersten Astrometrie-Satelliten zur Messung von Ort, Bewegung und Erdentfernung von Gestirnen. Bis zu seiner Stilllegung im Jahr 1993 hatte der Satellit fast 120.000 Sterne katalogisiert. Die Präzision lag dabei 200-mal höher als bei früheren Messungen.

Neben Gaias Spitzentechnik wirkt Hipparcos heute fast wie ein primitives Fernglas. Wenn sich der neue Satellit erst einmal in seiner Umlaufbahn befindet, wird er die Merkmale von einer Milliarde Sternen genau erfassen. Anhand dieser Daten wird anschließend ein dreidimensionales Modell unserer Galaxie erstellt. Über einen Zeitraum von fünf Jahren werden die Gaia-Teleskope jeden Stern rund 70 Mal ins Visier nehmen und damit täglich 40 Millionen Beobachtungen aufzeichnen. Für jeden Stern werden Daten zu Geschwindigkeit, Größe, Position und Erdentfernung erfasst.

Während Hipparcos den Durchmesser eines menschlichen Haares auf 20 Kilometer Entfernung hätte ermitteln können, gelänge Gaia dies sogar aus einer Entfernung von 1.000 Kilometern. Dank dieser Präzision wird der Satellit über 250.000 Objekte in unserem Sonnensystem (vornehmlich Asteroiden), 15.000 extrasolare Planeten, 50.000 braune Zwerge und fast 20.000 Supernovas erfassen können.

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