Airbus Defence and Space

Geoinformation aus Barcelona

Im Juni 2010 endete das Cerdà-Jahr, das die Stadtverwaltung Barcelona zum 150. Jahrestag des als Cerdà-Plan bekannten Entwurfs für den Bau des Eixample-Viertels ausgerufen hatte.

Dieser Entwurf des Stadtplaners Ildefons Cerdà stand gleichermaßen für Geschichte und Zukunft Barcelonas, wenngleich er für die Stadt tief greifende Umgestaltungen und einen historischen Sprung nach vorn bedeutete. Er ist außerdem der Grundbaustein des modernen Barcelona, denn seit der Genehmigung von Cerdàs Plan ist zwar viel Zeit vergangen, aber sein herausfordernder, innovativer Geist ist auch heute noch lebendig. Barcelona ist seit jeher das Mekka kreativer Stadtplaner, Architekten und Kartografen. Gemeinsam mit dem Geoinformationsdienstleister Infoterra SGSA taucht Airbus Defence and Space in diesen Geist ein.

Infoterra SGSA wurde 2007 von Airbus Defence and Space (60 %), dem Katalonischen Institut für Kartografie ICC (20 %) und Hisdesat (20 %) gegründet, einem spanischen Raumfahrtunternehmen, das für das spanische Verteidigungsministerium arbeitet. Infoterra hat Büros in Barcelona und Madrid und gehört zur Spot Infoterra Gruppe, der Abteilung für Erdbeobachtungsdaten bei Airbus Defence and Space.

Infoterra SGSA gehört zu der GEO Division* von Airbus Defence and Space. Die Airbus Defence and Space Tochter hat sich auf verschiedene Anwendungen zur Erfassung, Bearbeitung und Weiterentwicklung von Daten und Informationen im Kartierungsbereich spezialisiert und unterstützt so nicht nur öffentliche Einrichtungen, sondern auch Industrie- und Technologieunternehmen bei Fernerkundung und Beratertätigkeiten in verschiedenen Bereichen. Diese reichen von der Planung von Netzwerken zum Risikomanagement und zur Bewältigung von Naturkatastrophen über Landwirtschaft und Umwelt bis hin zu Verteidigung und Sicherheit. Außerdem vertreibt Infoterra Satellitenaufnahmen, beispielsweise von TerraSAR-X, Spot Image, Formosat und Kompsat.

Ende 2009 erwarb Infoterra SGSA zu 100 % die Enginyeria i Fotogrametria S.A (Enifosa) und widmet sich seither hoch auflösenden 3D-Darstellungen für Kartografie und Fotogrammetrie. Inzwischen ist Infoterra SGSA in Spanien einer der wichtigsten Anbieter von Geoinformationsdienstleistungen. Dank des Erwerbs von Enifosa kann Infoterra nunmehr den gesamten Produktionszyklus sicherstellen, denn zur Primärerfassung von Daten durch satelliten- und luftfahrzeuggestützte Sensoren und zur Erstellung von orthografischen Bildern und Standarddienstleistungen mit Aufnahmen von TerraSAR-X oder Spot kommen nun auch die Erstellung hoch auflösender 3D-Aufnahmen sowie der Vertrieb von Software wie „Cadcorp“ und von 3D-GIS-Arbeitsplätzen, die auf „Purview“ und „ArcInfo“ basieren.

„Wir sind zuversichtlich, dass die Integration von Enifosa mit ihrem Grundlagenwissen und ihrem Know-how im 3D-Bereich dazu beiträgt, dass Infoterra SGSA und die gesamte Geo Division weiter wachsen werden und dass wir all unseren Kunden einen noch besseren Service bieten können", sagt Joan Romeu, Geschäftsführer der Infoterra SGSA.

Jordi Sendra, Gründer und Eigentümer von Enifosa, äußerte den Wunsch, seine Arbeit bei Infoterra fortzusetzen, um sein Fachwissen auf dem Gebiet der Geoinformation einbringen zu können. Er wurde zum Operativen Geschäftsführer der Infoterra SGSA ernannt.

Die Zusammenlegung der drei Büros in Barcelona Anfang März fand ihren Höhepunkt in einer Sitzung der 28 Mitarbeiter in den neuen Räumen in der Avenida de la Diagonal mitten im Geschäftszentrum. Für diese erste Airbus Defence and Space-Niederlassung in Barcelona wurden im achten Stock eines Bürogebäudes komplett eingerichtete Räumlichkeiten von 445 m2 angemietet, sodass die Arbeit umgehend beginnen konnte. Die Räume wurden von einem Unternehmen übernommen, das unmittelbar nach dem Umbau von der Immobilienkrise getroffen wurde. Die Anordnung der Büros und der Gemeinschaftsräume entsprach genau den Bedürfnissen von Infoterra, so war kein Umbau nötig und der Umzug konnte rasch über die Bühne gehen. Die Büros haben große Fenster und werden durch das natürliche Licht des Mittelmeerraums erhellt was nicht nur eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter, sondern auch Energieeinsparungen bedeutet.

Die räumliche Nähe aller Mitarbeiter ermöglicht eine effiziente Zusammenarbeit und optimiert Kommunikation und Datenübertragung zwischen den einzelnen Abteilungen. Die Gesamtnutzfläche ist größer als früher, sodass wir einen eigenen klimatisierten Bereich für die EDV-Anlagen haben, aber auch über Platz für Erweiterungen verfügen. Durch die Zusammenlegung konnten zudem die Kosten für Reinigung, Beschaffung, Botendienste, Instandhaltung, Telefon, Versicherung und Arbeitsschutz verringert werden.

* Geoinformationsdienstleistungen