Airbus Defence and Space

GOCE: Schlank und schnittig übers Schwerefeld

Die Schwerkraft-Mission

Die Gravitation beeinflusst auf der Erde zahlreiche dynamische Vorgänge von ausschlaggebender Bedeutung für den weltweiten Energiehaushalt, z. B. die seismische Aktivität und den Strömungskreislauf der Ozeane. Die von GOCE erfassten „topographischen“ Daten des Erdschwerefeldes werden genutzt, um unser Wissen in den Bereichen Meereskunde, irdische Festkörperphysik und Geodäsie zu vertiefen, um weltweit die Höhe der Meeresspiegel zu messen sowie um Klimamodelle und -prognosen zu optimieren. Doch auch praktische Anwendungsgebiete wie die Landvermessung profitieren davon.

 Messdaten, auf denen dieses erste weltweite Gravitationsmodell beruht, sammelte GOCE in nur zwei Monaten (November/Dezember 2009) – ein anschaulicher Beweis für seine hochentwickelte Fähigkeit, selbst winzige Schwankungen im Schwerefeld der Erde zu kartieren. (© ESA – GOCE High Level Processing Facility)

Messdaten, auf denen dieses erste weltweite Gravitationsmodell beruht, sammelte GOCE in nur zwei Monaten (November/Dezember 2009) – ein anschaulicher Beweis für seine hochentwickelte Fähigkeit, selbst winzige Schwankungen im Schwerefeld der Erde zu kartieren. © ESA – GOCE High Level Processing Facility

Um die Beschaffenheit unseres planetaren Schwerefeldes in der größtmöglichen Signalstärke zu ermitteln, umkreist GOCE den Erdball auf einer außerordentlich niedrigen Umlaufbahn in nur 250 Kilometern Höhe. Im Grunde ist der gesamte Satellit auch der primäre Missionssensor, denn GOCE gleitet über die unregelmäßige „Oberfläche“ des Erdschwerefeldes dahin – und kartiert sie dabei – wie ein Wellenreiter über das Wasser gleitet.

Mit das Wichtigste ist, dass die Feldstärke rein und unverfälscht erfasst wird und keinerlei Bewegungsmomente im oder am Satelliten die Aufzeichnungen verzerren. Darum hat Airbus Defence and Space Friedrichshafen beim Design von GOCE auf die strömungsoptimierte, schlanke Linie geachtet: Der Gravitationssurfer ist im Rumpfquerschnitt nur einen Meter breit – bei fünf Metern Länge. Auch bilden Satellit und Instrumente im Verbund ein einziges, kompaktes Schweremessgerät, in dessen Innerem es nirgendwo mechanische Teile gibt, deren Bewegungen die Genauigkeit der Messwerte gefährden könnten.

Für die Konstruktion und Herstellung der neuartigen Satellitenplattform von GOCE waren die Airbus Defence and Space-Ingenieure in Friedrichshafen verantwortlich.

  Für die Konstruktion und Herstellung der neuartigen Satellitenplattform von GOCE waren die Airbus Defence and Space-Ingenieure in Friedrichshafen verantwortlich.

 

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