Airbus Defence and Space

Innovationen für Europas Sicherheit

Bessere Zusammenarbeit von Raumfahrtsystemen

Das Security Office der europäischen Weltraumorganisation ESA setzt sein Vertrauen in Airbus Defence and Space: Das Unternehmen wurde mit dem Entwurf einer neuen Systemarchitektur für orbitale Infrastrukturen beauftragt, die weltraumgestützte Krisenmanagement- und Sicherheitssysteme reaktionsfähiger macht.

Unter dem Titel „Global integrated architecture for innovative utilisation of space for security“, kurz „GIANUS“, betreibt die ESA ein ehrgeiziges Vorhaben zum Aufbau einer zweckmäßigeren Architektur für weltraumgestützte Sicherheitssysteme. Den Auftrag zur Anfertigung der ersten Vorstudie erhielt Airbus Defence and Space. Dieser Vertrauensbeweis bestätigt nicht nur die Glaubwürdigkeit des Unternehmens bezüglich deren deutlichen Hinwendung zum Geschäftsfeld der integrierten Systemtechnik im Rahmen der Initiative „Innovation und Zukunftskonzepte“, sondern belegt auch die Fähigkeit des ganzen Unternehmens zur Bearbeitung komplexer Querschnittsthemen.

Raumfahrtsysteme für eine bessere Zusammenarbeit in Europa

Das Konzept zur GIANUS-Initiative wird vom ESA Security Office seit Anfang 2009 forciert. GIANUS ist kein Programm, sondern eher der Rahmen für eine europaweite Kooperation mit dem Ziel, die unterschiedlichen bereits bestehenden und betriebenen Weltraumsysteme zur Zusammenarbeit zu bringen und künftige Systeme stärker in diesen Verbund einzubinden, um die Leistungen für Anwender in Europa zu verbessern.

Ein integriertes Weltraumsystem – was ist das überhaupt?

Bei einem integrierten Weltraumsystem handelt es sich um eine Auswahl verschiedener Weltraumsysteme, die in Verbindung miteinander als ein einheitliches System funktionieren. Didier Alary, der bei Airbus Defence and Space das Arbeitsgebiet Innovation und Zukunftskonzepte leitet, veranschaulicht den Fall mit einem Beispiel: „In Zukunft wird das europäische Datenrelaissystem EDRS (European Data Relay Satellite) im Verbund mit einem Sentinel-Satelliten betrieben, um am Schauplatz einer Naturkatastrophe die ersten Einsatzkräfte vor Ort mit den nötigen Bilddaten und Lagebildern für zeitnahe Krisenreaktionsmaßnahmen versorgen zu können; so etwas nennen wir dann ein ‚integriertes System‘.“

Dass solche Systeme nur in einem sauber abgestimmten, integrierten Verbund miteinander zusammenarbeiten können, liegt auf der Hand – aber nicht, wie man diesen in der Praxis umsetzt. Die Schwierigkeit besteht nicht zuletzt in den komplexen Herausforderungen, die sich hier stellen: bei der Systemsicherheit, aber auch in Sachen Reaktionsgeschwindigkeit, Interoperabilität, Autonomie, Führungskompetenz... und vielem mehr.

Die Zukunft auf unseren eigenen Stärken errichten

Ob mit Systemen und Dienstleistungen für den Bedarf des Telekommunikationssektors, mit Erdbeobachtungsmissionen und -diensten auf der Grundlage von optischen, Radar- und HF-Sensoren oder mit den dazugehörigen Aufgaben, Kontrollstrukturen und Betriebsvorgängen des Erdsegments: Airbus Defence and Space kann auf einen sehr reichen Erfahrungsschatz aufbauen. Die jüngsten Auftragszuschläge für Vorstudien zu neuen Anwendungen in den Geschäftsfeldern Telekommunikation (GINS: Global Integrated Network for Security) und Erdbeobachtung (GMES-S) sind überaus wertvolle Trümpfe für die Planung weiterer Schritte auf diesem Weg. Weniger bekannt ist dagegen Airbus Defence and Spaces breit angelegte Beteiligung an komplexen Missions- und Systemstudien zu Anwender-Bedürfnissen, Betriebskonzepten, Dienstmerkmalen und Fragen der Gesamtarchitektur mit Blick auf die GMES-Basisdienste oder die nachgelagerten Dienstleistungen, ferner zum Helios-/SAR-Lupe-Nachfolger MUSIS, zu Fragen der Sicherheit usw. Einige Angebote, z.B. der SAFER-Dienst von Airbus Defence and Space, sind bereits abrufbar.

Haiti-SAFER

Detailkarte von Port-au-Prince nach dem Erdbeben in Haiti, erstellt im Januar 2010 als Teil des SAFER-Service. (Bild: Mit freundlicher Genehmigung von SERTIT) The research leading to these results has received funding from the European Community’s Seventh Framework Programme (FP7/2007–2013) under grant agreement no. 218802.

Simulation, der Schlüssel zum Erfolg

Bei der Definition integrierter Systeme für Krisenreaktions- und Sicherheitsmanagement ist eine Vielzahl von Einflussgrößen zu berücksichtigen:

  • Sicherheit – da es sehr oft um kritische Situationen geht, in denen Regierungsinteressen auf dem Spiel stehen;
  • Reaktionsfähigkeit – ungeachtet der laufenden Routineaufgaben des Systems muss ein schnelles Eingreifen im Krisenfall stets das übergeordnete Ziel bleiben und Vorrang vor allen sonstigen Prioritäten haben;
  • Interoperabilität – auch von Militärsystemen dürfte künftig immer mehr erwartet werden, dass sie zu den Aufgaben, die beim Krisenmanagement für integrierte Systeme anfallen, ihren Teil beitragen. Hier werden im Hinblick auf die Freigabe bzw. Zurückhaltung geheimer Informationen entsprechende Datenschutzrichtlinien und Sicherheits-Firewalls erforderlich sein;
  • Autonomie – die Fähigkeit zur kooperativen Verwaltung unserer Systeme ist für Europa unerlässlich und bewahrt uns davor, von Sensorsystemen außereuropäischer Staaten abhängig zu sein;
  • Nachrichtendienstliche Aufklärung im Krisenmanagement – zur Verhütung von Krisen sowie für deren Management, zur Unterstützung von Wiederaufbaumaßnahmen usw.;
  • Integrierte Führungsstrukturen – wie lassen sich heterogene weltraumgestützte Systeme gemeinsam zum Einsatz bringen?

Simulationen sind bei der Klärung aller dieser Fragen von Nutzen. Als Basis-Werkzeug zur Umsetzung und Auswertung der diversen in der GIANUS-Studie in Betracht gezogenen Architekturen wird die bereits bestehende Simulationssoftware MS² genutzt. Dank diesem Tool kann die Bearbeitung der GIANUS-Studie auf alle Airbus Defence and Space-Bereiche verteilt an verschiedenen Standorten stattfinden und hierbei dennoch einer einheitlichen Methode folgen – ein durch und durch integrierter Ansatz.

Und wie geht es weiter?

GIANUS ist für Europa ein großer Schritt bei der Integration seiner Sicherheitssysteme, aber keineswegs der letzte. Die EU-Verteidigungsbehörde EDA (European Defence Agency) ist auch auf dem Gebiet der operativen Lagebild-Erstellung aktiv – einem Bereich, in dem gewisse Überschneidungen mit dem Aufgabenspektrum von GIANUS bestehen.

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