Airbus Defence and Space

ISS: Drei neue Experimentieranlagen

Space Shuttle Discovery bringt Forschungsanlagen von Airbus Defence and Space ins All

Das Space Shuttle Discovery ist am 6. April erfolgreich von Cape Canaveral, Florida (USA), ins Weltall gestartet. Um 12:21 Uhr MESZ (06:21 Uhr Ortszeit) startete die Discovery (Mission STS-131) vom Kennedy Space Center und nahm Kurs auf die Internationale Raumstation ISS. An Bord des Shuttles befinden sich drei neue Experimentieranlagen, die unter der industriellen Führung Airbus Defence and Spaces entstanden sind.

Mit dem Schmelzofen SQF für das materialwissenschaftliche Labor MSL und der CCF-Anlage für Fluid-Experimente können die Besatzungsmitglieder der ISS ihre wissenschaftlichen Arbeiten weiter ausdehnen und vor allem Grundsatzfragen zur Herstellung neuer Legierungen und Halbleiter untersuchen und Fragen zur Neuentwicklung von z. B. Satellitentanks klären.

Zur Aufbewahrung ihrer Arbeitsergebnisse transportiert die Discovery außerdem eine dritte Spezialkühleinrichtung des Typs MELFI (Minus Eighty Laboratory Freezer) zur ISS. MELFI-1 ist an Bord der ISS seit 2006, MELFI-2 startete 2009.

Die neuen Anlagen befinden sich in dem mobilen Logistikmodul Leonardo (MPLM), das am fünften und sechsten Tag der Mission von den Astronauten entladen werden wird.

Das Materials Science Laboratory (MSL) Die MSL-Anlage wurde im Auftrag der europäischen Weltraumorganisation ESA von einem Konsortium unter der Leitung von Airbus Defence and Space entwickelt und gebaut. Mit dem MSL sind die Astronauten in der Lage das Verhalten verschiedener Stoffe, wie Metall, Glas, Kristall oder Keramik, unter Weltraumbedingungen zu untersuchen. Dazu können in verschiedenen Ofeneinsätzen Proben unter genau kontrollierten Bedingungen aufgeschmolzen und erstarrt werden. Das Ziel der Forschung besteht in erster Linie darin, später im industriellen Maßstab Werkstoffe mit verbesserten Eigenschaften oder zu geringeren Kosten auf der Erde herstellen zu können. Die MSL-Anlage erhält jetzt mit dem SQF (Solidification and Quench Furnace) genannten Ofen eine zweite Schmelzanlage. SQF bietet die Möglichkeit, durch ein sehr schnelles Abkühlen der Experimentproben den Erstarrungsprozess (für eine spätere Untersuchung am Boden) sozusagen „einzufrieren.“

CCF – Flüssigkeiten in dünnen Röhrchen Im Auftrag des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) wurde die Experimentanlage CCF (Capillary Channel Flow) entwickelt. Das CCF-Experiment hat zum Ziel, das Strömungsverhalten von Flüssigkeiten in offenen Kapillarröhren unter dem Einfluss der Schwerelosigkeit zu untersuchen. Der Hintergrund für dieses Experiment ist die Optimierung der Strömungsführung in Treibstofftanks.

MELFIEcht cool – der Minus Eighty Degree Freezer MELFI Airbus Defence and Space entwickelte und baute für die ESA drei Einheiten des „Minus 80° Celsius Labor-Gefriergeräts MELFI“. Die erste Einheit wurde im Juli 2006 mit der Mission STS-121 zur ISS gebracht, 2009 folgte die zweite Einheit. Die Kühleinrichtung friert und konserviert biologische und medizinische Proben für die Wissenschaft. Die Proben menschlichen, tierischen und pflanzlichen Ursprungs werden nach ihrem Rücktransport zur Erde von Wissenschaftlern analysiert.

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