Airbus Defence and Space

Nachfolge von MetOp

Kontinuierliche Bereitstellung hochwertiger Wetterdaten in den kommenden Jahrzehnten gesichert

Die drei Satelliten des MetOp-Systems werden nacheinander in Abständen von fünf bis sechs Jahren in ihre Umlaufbahn gebracht und übernehmen nach jeweils sechsmonatigem Parallelbetrieb (d. h. von MetOp-A und MetOp-B bzw. von MetOp-B und MetOp-C) für weitere fünf Jahre den Dienst ihres Vorgängers.

MetOp-A, gestartet im Jahr 2006

Als erster des Trios wurde Ende 2006 MetOp-A im Orbit ausgesetzt und liefert seitdem Ergebnisse, die die Erwartungen weit übertreffen. Nun ist MetOp-B an der Reihe und MetOp-C soll 2017 seine Reise in den Weltraum antreten, sodass das System, das maßgeblich zur Erstellung von Wetterprognosen dies- und jenseits des Atlantiks beiträgt, bis mindestens 2018 oder 2020 in Betrieb ist. Doch was passiert danach?

Mit den MetOp-Satelliten der zweiten Generation (MetOp Second Generation, MetOp-SG), die den nahtlosen Betrieb des europäischen weltraumgestützten Wettersystems sicherstellen und auch in Zukunft hochwertige Daten liefern sollen, bereitet Airbus Defence and Space bereits den Weg für die Nachfolge.

Anfang 2011 wurde Airbus Defence and Space von der Europäischen Weltraumorganisation ESA die Leitung eines europäischen Konsortiums zur Durchführung einer 24-monatigen MetOp-SG-Studie, auch unter dem Namen Phase-A/B-1-Studie bekannt, übertragen, bei der es um die Untersuchung aller von der ESA zu entwickelnden Elemente der Weltraummission geht. Das Hauptziel besteht darin, der Europäischen Organisation für die Nutzung von Wettersatelliten (EUMETSAT), die auch für den Betrieb des bereits existierenden MetOp-Systems verantwortlich zeichnet, ein technisch ausgereiftes, kostenoptimiertes und erschwingliches Betriebsprogramm bereitzustellen.

Gleichzeitig führt das Unternehmen Studien zu drei wichtigen Instrumenten der MetOp-SG-Satelliten durch.

ESA/AOES Medialab

So wird für die ESA im Rahmen des europäischen GMES-Programms (Global Monitoring Environment and Security) derzeit das für Sentinel-5 gedachte abbildende Spektrometer für den ultravioletten, sichtbaren und kurzwelligen Infrarot-Spektralbereich (UVNS) entwickelt. Mit einer Vorabversion dieses Instruments will Airbus Defence and Space auch den unter seiner Federführung gefertigten Satelliten Sentinel-5 Precursor ausstatten.

Zudem wird für Frankreichs Raumfahrtbehörde CNES der Infrarotsensor IASI New Generation entwickelt, welcher der ESA als französischer Beitrag für MetOp-SG bereitgestellt werden soll. Die entsprechenden Studien wurden von Airbus Defence and Space durchgeführt.

Darüber hinaus wurde Airbus Defence and Space vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit der Entwicklungsleitung für das abbildende Radiometer METimage beauftragt – Deutschlands MetOp-SG-Beitrag für die ESA.

Neben den Aktivitäten für das Weltraumsegment leitet Airbus Defence and Space im Auftrag von EUMETSAT weiterführende Studien zum MetOp-SG-Bodensegment.

Im Juni 2012 erteilte EUMETSAT die Freigabe für das MetOp-SG-Vorbereitungsprogramm, die Mitgliedsstaaten der ESA entscheiden dann im November dieses Jahres auf der ESA-Ministerrats­konferenz über die Finanzierung des Entwicklungsprogramms.

ESA und EUMETSAT haben für MetOp-SG eine Konstellation aus zwei Satelliten festgelegt – MetOp-SG A und B –, die beide auf derselben sonnensynchronen Umlaufbahn operieren werden. Im Gegensatz zum derzeitigen MetOp-System aus identischen, zeitlich versetzt betriebenen Satelliten sind bei der neuen Generation zwei unterschiedliche Satelliten vorgesehen, die jeweils verschiedene, sich jedoch gegenseitig ergänzende Instrumente mit sich führen. Hierzu zählen diverse leistungs­verbesserte Messgeräte, die auch künftig für die Bereitstellung zuverlässiger Daten sorgen, sowie ganz neue Instrumente, die den wachsenden Anforderungen der Meteorologen gerecht werden:

  • ein Mikrowellensensor (MWS)
  • ein Streustrahlungsmesser (SCA)
  • ein abbildendes Mikrowelleninstrument (MWI)
  • ein abbildendes Instrument zur Erfassung von Eiswolken (ICI)
  • ein Radiookkultationsinstrument (RO)
  • ein mehrkanaliges abbildendes Instrument mit Multi-Viewing und Multi-Polarisierung (3MI)

 

Gemeinsam können diese Sensoren zahlreiche Variablen wie Lufttemperatur, Ozongehalt, Wasserdampf, Spurengase, Schwebstoffe, Wolkeneis, Windgeschwindigkeit über dem Meer, Vegetation, Schneedecken, Niederschläge und Ozeanfarbe überwachen.

Insgesamt umfasst das neue MetOp-SG-Systemkonzept sechs Satelliten, von denen der erste voraussichtlich 2020 startet. Die Gesamtbetriebsdauer ist auf 21 Jahre ausgelegt, wobei jeder Satellit mindestens 8,5 Jahre im Orbit stationiert sein soll.

So kann Airbus Defence and Space jederzeit das Wetter im Auge behalten.

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