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MIRI: Das bahnbrechende Instrument für JWST

Entwickelt unter Federführung des Airbus Defence and Space Projekt Management Konsortiums

MIRI ist das erste Instrument, das für das James Webb Space Teleskop fertiggestellt wurde. Während eines Festaktes am 9. Mai in London, überreichte das Europäische Konsortium, welches es gebaut hat, das Instrument an die ESA. Es wird jetzt an die NASA für den für 2018 vorgesehenen Start ausgeliefert.

MIRI, eine Kamera mit Spektrometern für den mittleren Infrarotbereich, wurde für das James Webb Space Telescope (JWST), das Nachfolger des berühmten Hubble-Teleskops, entwickelt und gebaut. Dieses bis dato empfindlichste Instrument seiner Art soll die ältesten Lichtquellen im Universum aufspüren, die Entstehung von Galaxien und dunkler Materie ergründen, die Geburt und Anfangsstadien von Sternen erforschen sowie die physikalischen und chemischen Eigenschaften von Planetensystemen ermitteln, um herauszufinden, ob die Entstehung von Leben in diesen Umgebungen möglich ist.

MIRI testing

MIRI wird an Bord des Weltraumteleskops das Universum in Wellenlängenbereichen absuchen, die von der Erde aus nicht oder nur schwer erfasst werden können.

Das James Webb Space Telescope soll 2018 seine Reise ins All antreten. Die Mission wird in Zusammenarbeit von Programmleiter NASA, der ESA und der kanadischen Weltraumbehörde CSA entwickelt. Wie bereits Hubble wird auch das bis heute größte und komplexeste Weltraumteleskop JWST als Mehrzweck-Observatorium ausgelegt, das verschiedenste Kernprobleme der Astronomie zu erforschen vermag. Mit seinem herausragenden Leistungsspektrum wird JWST das bedeutendste Weltraumteleskop der kommenden zehn Jahre sein.

Nach dem Start des JWST werden den vier Bordinstrumenten die Empfindlichkeit sowie die räumliche und spektrale Auflösung enorm steigern. Hierfür gibt es drei wichtige Gründe:

  • Die Positionierung des JWST schließt die blockierenden Effekte und das starke Hintergrundrauschen der Atmosphäre aus, die Teleskope am Boden in ihren Möglichkeiten beschränken.
  • Das Teleskop wird auf sehr niedrige Temperaturen abgekühlt, was seine eigene Abstrahlung reduziert und seine Leistung stark erhöht.
  • Der Spiegel des Teleskops ist größer als der jedes anderen Infrarot-Weltraumobservatoriums und bietet so eine bessere Winkelauflösung und einen größeren Erfassungsbereich.

Diese Kombination macht das JWST zu einem sehr leistungsstarken Weltraumobservatorium, das unser Bild vom Universum wie zuvor schon Hubble erneut revolutionieren wird.

James Webb Space Telescope

Die MIRI-Komponenten wurden von einem europäischen Konsortium aus 21 Instituten aus zehn Mitgliedsstaaten der ESA sowie vom Jet Propulsion Laboratory und Goddard Space Flight Center der NASA entwickelt. Airbus Defence and Space zeichnet für das europäische Projektmanagement verantwortlich, leitet die Entwicklung der Instrumentensysteme und gewährleistet im Konsortium in direkter Zusammenarbeit mit dem Forschungsleiter des britischen Astronomy Technology Centre die Produktsicherung.

John Thatcher, MIRI-Projektmanager bei Airbus Defence and Space und Projektmanager im europäischen Konsortium, erklärte: „Obwohl wir nur mit einem kleinen Team am MIRI-Instrument für das James Webb Space Telescope arbeiten, sind wir der Kern einer großen internationalen Gruppe, die MIRI durch eine effektive Zusammenarbeit von rund 200 europäischen Ingenieuren und Wissenschaftlern erfolgreich auf den Weg gebracht hat. Wir freuen uns alle sehr über diesen bedeutenden Schritt, insbesondere deshalb, weil wir als erste liefern konnten, obwohl die Entwicklung unseres Instruments als letztes angelaufen war und unsere Organisationsstruktur die komplexeste war.“

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