Airbus Defence and Space

Ein Schutzschild gegen Asteroideneinschläge

Das europäische Programm NEOShield

Der Einschlag eines Asteroiden: kein unmöglicher Alptraum

In der Vergangenheit wurde die Erde immer wieder von großen Asterioden getroffen. Sie haben regional Verwüstungen verursacht, wie z. B. bei dem sibirischen Tunguska-Ereignis vor 100 Jahren, dem Aufprall eines Objekts mit einem Durchmesser von einigen Dutzend Metern und trotzdem einer Sprengkraft von 1.000 Hiroshima-Bomben.

Vor 65 Millionen Jahren ist ein anderer Asteroid in der Nähe der Yucatan-Halbinsel in Mexiko eingeschlagen und hat damit höchstwahrscheinlich das Aussterben der Hälfte aller Tierarten, einschließlich der Dinosaurier, verursacht.

Die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Aufpralls von einem Objekt dieser Größenordnung liegt nahe 100 Prozent. Wir wissen nur nicht, wann dieses Ereignis eintreten wird. Von den Tausenden, bereits identifizierten Asteroiden, die die Erdbahn kreuzen, wird voraussichtlich keiner in den nächsten 100 Jahren mit unserem Planeten kollidieren. Allerdings sehen wir nur einen Bruchteil der insgesamt erwarteten NEOs in unserer Nachbarschaft.

Wie der Autor Arthur C. Clarke so passend bemerkte: „Die Dinosaurier starben aus, weil sie kein Raumfahrt-Programm hatten“.

Die Europäische Union investiert in den Schutz der Erde vor dem Einschlag erdnaher Objekte, wie z. B. Asterioden oder Kometen. Dieses europäische Programm läuft unter dem Namen NEOShield (Near-Earth object oder NEO-Schutzschild). Dieses Projekt ist das weltweit umfangreichste, internationale Programm zu diesem Thema, an dem Institute und Unternehmen in ganz Europa, in den Vereinigen Staaten und in Russland teilnehmen.

Das Kernarbeitsgebiet des NEO-Shield-Projekts ist die Vorbereitung einer Weltraummission, um die Ablenkung erdnaher Objekte zu demonstrieren. Die heute verfügbaren technischen Mittel würden bereits Raumfahrtmissionen ermöglichen, um einen Asteroiden abzulenken, auch wenn diese für einen solchen Einsatz erst noch angepasst werden müssten.

Beobachtung des Asteroiden

Die Entwicklung des Konzepts

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR) in Berlin übernimmt die Koordination der im Rahmen des NEOShield-Programms durchgeführten Arbeiten. Airbus Defence and Space wird die technischen Arbeiten des industriellen Konsortiums übernehmen, das grundlegende Konzepte zum Schutz der Erde vor einer Kollision mit erdnahen Objekten entwickeln wird.

Eines der vielversprechendsten Konzepte für eine solche Mission ist der so genannte „kinetische Impaktor“: Eine Raumsonde rammt den Asterioden mit einer sehr hohen Geschwindigkeit und überträgt dabei einen geringen Impuls, der den Asteroiden gerade soweit von seiner Umlaufbahn abbringt, dass er von seinem ursprünglichen Kollisionskurs abgelenkt wird. Ein solches Konzept ist von Airbus Defence and Space bereits vor einigen Jahren im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) untersucht worden und wird jetzt aktualisiert und ausgearbeitet.

Kollisionskurs

Ausschlaggebend für den kinetischen Impaktor sind die technischen Herausforderungen der Lenkung, Navigation und Steuerung bei der Abwehr erdnaher Objekte: Eine relative Geschwindigkeiten von mehr als 10km/s und eine räumliche Präzision von einigen wenigen Metern sind gefordert. Aus diesem Grund werden zwei Airbus Defence and Space-Teams gleichzeitig an verschiedenen Konzepten mit ihrer spezifischen Expertise arbeiten. Das Team von Airbus Defence and Space verfügt über weitreichende Erfahrungen bei interplanetaren Missionen, während das von Airbus Defence and Space gestellte Team erfolgreich Konzepte vorgestellt hat, die auf der Raketennavigation und dem unbemannten Versorgungsfahrzeugs ATV basieren.

Ein internationales Team

Airbus Defence and Space wird auch die technischen Arbeiten der internationalen Partner, die sich mit zwei weiteren Konzepten zur Ablenkung von Asterioden beschäftigen, betreuen. Das erste Konzept basiert auf der gravitativen Anziehungskraft zwischen einem Asteroiden und einer Raumsonde. Bei dem so genannten „Gravity Tractor“ handelt es sich um eine Raumsonde, die sich für längere Zeit in der Nähe eines Asteroiden aufhält und diesen durch ihre Anziehungskraft von seiner Umlaufbahn abbringt. Das Konzept des „Gravity Tractors“ wird von dem Carl Sagan Institute im kalifornischen Palo Alto untersucht, das bereits ähnliche Arbeiten im Auftrag der NASA ausführt. Ein weiteres alternatives Konzept ist die Ablenkung (und nicht die Zerstörung!) durch eine Explosion in der Nähe der Asteroidenoberfläche. Das Konzept einer Ablenkung des Asteroiden durch eine Explosion wird von dem russischen Raumfahrt-Institut TsNIImash untersucht, das auch für die Raumfahrtbehörde der russischen Föderation, Roskosmos, arbeitet.

Für dieses standortübergreifende Projekt wird Airbus Defence and Space Experten aus Friedrichshafen (Deutschland), Stevenage (Großbritannien), Toulouse (Frankreich), Les Mureaux (Frankreich) und Bremen (Deutschland) hinzuziehen. Airbus Defence and Space, Europas führendes Raumfahrtunternehmen, wird die Hälfte der Forschungs- und Entwicklungsarbeit übernehmen.

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