Airbus Defence and Space

Neue Crew-Schnittstelle für Columbus

Mit der erfolgreichen Installation einer neuen Software im Columbus Modul verfügen die Astronauten auf der ISS jetzt über eine Benutzeroberfläche, die gegenüber der alten Crew-Schnittstelle an Benutzerfreundlichkeit und Aussehen gewonnen hat.

Am 11. Februar 2008 dockte das Labormodul Columbus erfolgreich an die ISS an. Nach 591 Tagen Betrieb wurde am 23. September 2009 durch ein Update der Software-Systeme sowohl von Columbus als auch der Kontrollzentren am Boden die neue Benutzerschnittstelle für die Astronauten in Betrieb genommen: Laptop Application Mark II oder kurz „Lapap Mk II“. Die Astronauten im Europäischen Labormodul der ISS verfügen nun über ein modernes Überwachungs- und Steuerungssystem, dessen Benutzerfreundlichkeit und Erscheinungsbild einzigartig auf der Station ist. Mit diesem System werden alle Funktionen des Columbus-Moduls überwacht und kontrolliert. Zu den verschiedenen Funktionen, wie z. B. Sauerstoffversorgung, Temperaturregelung oder Wasserkreislauf, werden auf dem Laptop-Display Messwerte über den aktuellen Systemzustand angezeigt.

Eine wesentliche Neuerung von Lapap Mk II ist die Integration aller notwendigen Funktionen zur Bedienung des Columbus-Labors in einer einzigen Anwendung und auf einem einzigen Laptop. Vor Lapap Mk II wurden für alle Vorgänge stets zwei parallel geschaltete Laptops benötigt.

 

Die Crew-Schnittstelle ist seit dem 23. September 2009 im ISS-Labormodul Columbus in Betrieb. (© Airbus Defence and Space)


Noch während der Entwicklungsphase zu Columbus fiel die Entscheidung zur Einführung eines neuen Display-Systems, das sowohl in den Kontrollzentren als auch auf der Raumstation genutzt werden kann. „Für die speziellen Anforderungen an Bord von Columbus haben die Bremer Ingenieure in enger Zusammenarbeit mit den Astronauten und den zuständigen Teams für Stationsbetrieb und Tests ein integriertes Anzeigesystem 

entwickelt. Dieses bietet neben den oben genannten Funktionen noch weitere Benutzerelemente, z. B. Informationen zur Verbesserung des Situationsbewusstseins (Situational Awareness), die direkte Integration manueller Handlungsabläufe sowie verschiedene Hilfe- und Suchfunktionen“, erklärt Gerd Winkelmann, Projektmanager für Lapap Mk II.

 

Ein besonderes Anliegen der Astronauten war in der neuen Crew-Schnittstelle eine bessere Gesamtübersicht über die Columbus-Systeme zu bekommen. Jetzt können die Astronauten auf der ISS den Zustand des Columbus-Labors auf einen Blick erfassen. Bei Fehlfunktionen oder unerwartetem Systemverhalten ändert sich die Anzeigefarbe der betreffenden Messwerte, und auch entsprechende Ereignisnachrichten sind direkt abrufbar.

Photo rechts: Astronauten von ESA und NASA machen sich unter Anleitung von Airbus Defence and Space-Ingenieuren mit Lapap Mk II vertraut. Sitzend, von links nach rechts: Thomas Reiter (ESA), Joseph M. Acaba (NASA), Frank De Winne (ESA). (© Airbus Defence and Space)

„Für den Erfolg von Lapap Mk II war der Einsatz von agilen Software-Prozessen unabdingbar, da nur so während der gesamten Entwicklungsphase eine enge Zusammenarbeit mit Astronauten und Flugbetriebsexperten möglich war“, weiß Uwe Brauer, Teamleiter Softwareentwicklung am Bremer Airbus Defence and Space-Standort.

 

Die Inbetriebnahme des neuen Systems verlief planmäßig und brachte Airbus Defence and Space bereits das Lob des ESA-Astronauten und ISS-Kommandanten Frank De Winne ein: „Lapap Mk II ist großartig! Ich schätze seine Benutzerfreundlichkeit – die Standard Utility Panels schalte ich jetzt selber an – und schaue jeden Morgen erst einmal in die Situational Awareness Leiste, bevor ich irgendeine andere Aufgabe im Columbus-Modul in Angriff nehme."

 


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