Airbus Defence and Space

Neuer „Erd-Wächter“ bei Airbus Defence and Space eingetroffen

GMES-Satellit Sentinel-2A nimmt Gestalt an

Der GMES-Satellit Sentinel-2A nimmt bei Airbus Defence and Space in Friedrichshafen Gestalt anMit der Anlieferung der vor-integrierten Satellitenstruktur von Sentinel-2A (Sentinel = engl. für Wächter) nimmt ein neues Weltraumprojekt bei Airbus Defence and Space in Friedrichshafen langsam Gestalt an. Die vom Airbus Defence and Space-Standort Barajas (Madrid) angelieferte Satellitenstruktur enthält bereits das Antriebssystem, Thermalschutz und den kompletten Kabelbaum. In den nächsten zwei Jahren soll der Satellit unter Leitung von Integrations- und Testmanager Thilo Nacke im Reinraum von Airbus Defence and Space Friedrichshafen für die europäische Weltraumorganisation ESA komplettiert, mit seinen Messinstrumenten ausgerüstet und getestet werden.

Sentinel-2 ist die optische Mission des Programms GMES („Global Monitoring for Environment and Security“), einer Initiative der Europäischen Kommission und der ESA mit dem Ziel, nachhaltig ein europäisches Netzwerk zur Erfassung und Auswertung von Umweltdaten zu erstellen.

Sentinel-2A ist der erste von zwei Sentinel-2-Satelliten. Er wird umfassend und nachhaltig Daten in hoher Auflösung liefern, die als Grundlage für operationelle Dienste in den Bereichen Landwirtschaft (Nutzung, Bedeckung, Versiegelung), Forstwirtschaft (Bestand, Schäden, Waldbrände), Katastrophenschutz (Management, Frühwarnung) und humanitäre Hilfseinsätze dienen. Sentinel-2 wird auch Naturkatastrophen wie Überflutungen, Vulkanausbrüche, Erdsenkungen und -rutsche beobachten können.

Mindestens 7,25 Jahre lang soll Sentinel-2A die Landflächen aus dem Orbit erfassen. Der rund 1,1 Tonnen schwere „A“-Satellit wird ab 2013 die Erde auf einer sonnen-synchronen, polaren Umlaufbahn in 786 Kilometern Höhe umrunden. Projektleiter Heinz Sontag betont die enorme Leistungsfähigkeit dieser Erdbeobachtungsmission, die erstmalig eine regelmäßige komplette Erfassung aller globalen Landmassen in jeweils nur zehn Tagen ermöglicht. Sontag: „Die optischen Daten werden dabei in 13 Spektralkanälen im sichtbaren und nahen Infrarotbereich aufgenommen, wodurch ein Fülle von bio- und geophysikalisch sowie kartographisch relevanten Informationen abgeleitet werden kann.“Sentinel-2A

Durch die Komplettierung mit einem „B“-Satelliten (2015) wird die globale Erfassungszeit halbiert, wodurch globale jahreszeitliche und überjährige Entwicklungen mit bisher nicht gekannter Präzision verfolgt werden können.

Mehr über GMES

GMES (Global Monitoring for Environment and Security) ist ein EU-geführtes Programm bei dem die ESA die Weltraumkomponente verantwortet. GMES soll die Erde kontinuierlich mit boden- und weltraumgestützten Sensoren, überwachen, um Politikern und Fachleuten aktu-elle Daten für vielfältige umwelt-, wirtschafts-, verkehrs- oder sicherheitspolitische Entschei-dungen zur Verfügung zu stellen.

Ziel ist es, die unterschiedlichen Aktivitäten in den geowissenschaftlichen Bereichen sowie der Erdbeobachtung in Europa zu integrieren. Dabei geht es einerseits um die möglichst effiziente Verwendung bereits existierender bodengestützter als auch Satelliten-gestützter Systeme und deren Daten und andererseits um den Aufbau nachhaltiger operationeller Sys-teme, die speziell auf dieses Aufgabenspektrum abgestimmt sind. Die Reihe der Sentinel-Satelliten, zusammen mit einer Vielzahl an nationalen Satelliten-Missionen in Europa,stellt das dezidierte GMES-Weltraumsegment dar.

Fotos © Airbus Defence and Space / Alfred Ruttloff

Mehr über die Sentinel-Satelliten

ErdbeobachtungGMES