Airbus Defence and Space

Das Herz von Sentinel-1 wird getestet

Eine Radar-Antenne für den Erdenwächter

Sentinel 1 Radar-Antenne in der Nahfeldmesskammer bei Airbus Defence and Space am Standort FriedrichshafenAirbus Defence and Space steht kurz vor dem Ende einer ganzen Testreihe, der die Radar-Antenne für Sentinel-1 unterzogen wurde. Dieser Radarsatellit wird nach dem Start im Oktober 2013 dabei helfen, aus 700 km Höhe Umweltereignisse auf der ganzen Erde zu beobachten und zu analysieren.

Er wird der erste Satellit aus einer ganzen Reihe von Sentinel Satelliten im Orbit sein, die im Rahmen des europäischen GMES Programms entwickelt und gebaut werden.

Das von Airbus Defence and Space gebaute C-Band SAR-Instrument – das Herzstück der Mission – liefert Radarbilder der Erdoberfläche. Der C-Band-Radarstrahl mit sechs Zentimetern Wellenlänge dringt durch Wälder und Buschwerk bis auf den Erdboden und nimmt Bewegungen und Veränderungen der Erdoberfläche im Zentimeterbereich wahr. Das Radarinstrument kann in vier verschiedenen Beobachtungsmodi arbeiten, so kann Sentinel-1 auf die unterschiedlichsten Anforderungen reagieren.

Für das Sentinel-1 SAR Instrument wurde die bereits erfolgreich bei TerraSAR-X und TanDEM-X eingesetzte Hohlleiter-Technologie auf C-Band skaliert und angepasst. Die Antennenstrahler bestehen aus CFK-Hohlleitern mit horizontaler und vertikaler Polarisation, die in mehreren sequentiellen Verfahrensschritten mechanisch bearbeitet, metallisiert, verlötet und schließlich zu Strahlerpaneelen mit je etwa 0,9 x 0,9 m, den so genannten Kacheln, verklebt werden. Insgesamt wurden in den vergangenen drei Jahren 32 Einheiten dieser WRPA's (Waveguide Radiator Panel Assembly) von Airbus Defence and Space in Zusammenarbeit mit diversen Projektpartnern produziert. Sie bilden das Herzstück des S-1 SAR Instruments.

In den vergangenen Wochen durchlief die Antenne mehrere Tests, wie Vibrationstest, Thermal- und Entfaltungstest, die allesamt erfolgreich abgeschlossen wurden. Bis Mitte November findet im Dauerschichtbetrieb nun aktuell die Verifikation der Antennencharakteristik statt, bei der – vereinfacht gesagt - die Güte des Antennensignals gemessen wird. Dabei wird zuerst jedes einzelne Strahlerelement auf der Antenne charakterisiert. In einem zweiten Schritt findet eine Richtdiagramm-Charakterisierung der Gesamtantenne statt. Beide Testschritte dienen dazu, die Abweichungen der einzelnen Strahler untereinander in Amplitude und Phase zu bestimmen und durch entsprechende Korrekturwerte zu kompensieren, die in die Antennenelektronik einprogrammiert werden. Abschließend erfolgt eine erneute Vermessung der Gesamtantenne unter Verwendung eines so genannten Referenz-Beams, der einer homogenen Belegung entspricht. In einem letzten Schritt werden operationelle Beams charakterisiert, um die einzelnen SAR Beobachtungsmodi zu ermitteln.

Bis Februar sind noch weitere Tests geplant, bevor die Radar-Antenne an den Hauptauftragnehmer übergeben wird.

UmweltGMES