Airbus Defence and Space

Rechtzeitig handeln: Airbus Defence and Space produziert umweltgerecht

Umweltbewusstsein: ein natürlicher Reflex

Umweltgerechte Produktion ist eine Säule der Umweltpolitik von Airbus Defence and Space, die sich in der Entwicklung von Tools niederschlägt, mit deren Hilfe Umweltaspekte bereits in der Entwurfsphase berücksichtigt und Auswirkungen der Produkte auf Umwelt und Gesundheit minimiert werden können.

Die Entscheidung zugunsten der ISO-14001-Zertifizierung war bereits ein deutliches Bekenntnis zum Umweltbewusstsein. Nun hat Airbus Defence and Space die Abteilung „Design For Environment“ (DFE) eingeführt. Die Aufgabe: Entwickeln von optimalen Vorgehensweisen für das Umweltmanagement. Eine umweltgerechte Entwicklung – ECO Design – bietet Airbus Defence and Space einen neuen Mehrwert in Form eines Gesamtüberblicks über den Lebenszyklus eines Produkts – von der Rohstoffgewinnung über die Produktion, den Verkauf und die Nutzung bis hin zur Entsorgung.

Umweltgerechte Produktion: Pflichterfüllung oder wichtige Kompetenz?

„Ein umweltgerechtes Produktionsverfahren darf sich nicht auf die Einhaltung der Vorschriften beschränken. Umweltbewusstsein muss vielmehr ein natürlicher Reflex werden, der den Anforderungen unserer Kunden und gesetzlicher Regelungen vorgreift“, erläutert DFE-Leiterin Isabelle Rouchon. „Europäische Rechtsvorschriften haben den Verdienst, dass sich jeder mit dem Thema auseinandersetzen muss. Wir, als Supportabteilung befassen uns nicht nur mit den gesetzlichen Vorschriften, sondern haben vor allem das eigentliche Ziel vor Augen: Produkte zu entwickeln, deren Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit bereits bei ihrer Konstruktion berücksichtigt wurden.“

Verordnungen wie zum Beispiel REACh haben einen bedeutsamen und direkten Einfluss auf die Produktionsprozesse. Dies bewies der Erfolg der Konferenz der Europäischen Kommission zu diesem Thema, die 2011 zum ersten Mal stattfand.

Verordnungen wie zum Beispiel REACh haben einen bedeutsamen und direkten Einfluss auf die Produktionsprozesse. Dies bewies der Erfolg der Konferenz der Europäischen Kommission zu diesem Thema, die 2011 zum ersten Mal stattfand.

Angesichts der immer zahlreicheren gesetzlichen Anforderungen und Auflagen (REACh1, RoHS2, WEEE3 usw.) sowie des Drucks seitens der Kunden (DGA bereits heute, ESA in Kürze geplant) fördert die DFE den beschleunigten Kompetenzaufbau in Sachen umweltgerechter Produktion. Das Team hat folgende Aufgaben:

  • Gewährleistung eines Umwelt-Know-hows in den Programmen und Konstruktionsbüros
  • Auswertung nennenswerter Umwelteinflüsse der Produkte mittels einer Lebenszyklusanalyse
  • Entwicklung von Tools zur Förderung umweltgerechter Produktionsverfahren
  • Unterstützung der Entwickler bei der Auswahl nachhaltiger Technologien
  • Bewusstseinsbildung bei allen Beteiligten – vom Programmleiter bis hin zu den Ingenieuren im Konstruktionsbüro – für die Methoden und Werkzeuge, mit denen eine umweltgerechte Produktion umgesetzt werden kann

Die DFE ist damit im Rahmen des allgemeinen Umweltmanagementprogramms von Airbus Defence and Space für die Maßnahmen im Zusammenhang mit umweltgerechter Produktion zuständig und trägt zur kontinuierlichen Verbesserung des Umweltmanagementsystems bei.

Das Design For Environment Team (DFE) von Airbus Defence and Space: (v. l. n. r.): Maud Saint-Amand, Jonathan Ouziel and Isabelle Rouchon.

Das Design For Environment Team (DFE) von Airbus Defence and Space: (v. l. n. r.): Maud Saint-Amand, Jonathan Ouziel and Isabelle Rouchon.

Dem Veralten der Produkte vorbeugen

„Ein weiterer, nicht zu vernachlässigender Aspekt betrifft das Veralten der Produkte, gefördert durch immer neue Umweltvorschriften“, erläutert Maud Saint-Amand. „Aufgrund unserer langen Entwicklungszeiten sind manche zu Beginn eines Programms getroffene Entscheidungen zu dessen Ende bereits überholt.“

Rouchon sieht nur eine Lösung, um diesem Dilemma zu entkommen: „Man muss gesetzlichen Vorschriften vorgreifen. Deshalb analysieren wir gemeinsam mit dem zentralen Team ‚Zertifizierungen und Umwelt‘, das für die Einhaltung der gesetzlichen Umweltvorschriften zuständig ist, die Auswirkungen neuer und künftiger Bestimmungen, um die Gesetzeskonformität unserer Produkte während des gesamten Lebenszyklus sicherzustellen. Des Weiteren sorgen wir dafür, dass diese Informationen an alle Verantwortlichen der laufenden Programme und Projekte weitergegeben werden.“

Saint-Amand bestätigt, dass „die Bildung eines internen Netzwerks für den maximalen Ausbau dieser Kenntnisse und Kompetenzen unabdingbar ist und in allen Abteilungen und Einheiten entsprechende Schaltzentralen eingerichtet werden müssen.“

Lebenszyklusanalyse

Das DFE zeigt verschiedene Wege auf, mit denen negative Auswirkungen eines Produkts auf die Umwelt vermieden werden. Dazu gehören unter anderen die Untersuchung bedeutender Auswirkungen der von Airbus Defence and Space entwickelten und gefertigten Produkte auf die Umwelt in Form einer Lebenszyklusanalyse. Diese ist Ausgangspunkt für eine umweltgerechte Produktion, denn um den Umwelteinfluss eines Produkts zu reduzieren, muss man ihn zunächst messen können.

Welchen Einfluss Produkte, die Airbus Defence and Space hinzukauft, auf die Umwelt haben, wird mit dem Umweltqualitätsindex IQE (Indice de Qualité Environnementale) gemessen. Auf der Basis des produktspezifischen Sicherheitsdaten- und technischen Merkblatts bewertet das vom DFE entwickelte, praktische Tool den Umwelteinfluss des Produkts nach dem Prinzip der Richterskala für Erdbebenmessungen mit einer Note zwischen 0 und 9. Je höher die Note, desto gravierender die Auswirkungen auf die Umwelt. Sobald die 6 auf der IQE-Skala erreicht oder überschritten wird, leuchten die Alarmlampen auf. Einerseits dürfen Leistung und Qualität des Produkts nicht leiden, andererseits darf die Konstruktion auch nicht vorzeitig veralten, doch letztendlich entscheidet der Konstrukteur.

Die Lebenszyklusanalyse und der Umweltqualitätsindex sind Tools, die bereits bei Airbus Defence and Space in Frankreich eingesetzt werden. Eine bereichsübergreifende Arbeitsgruppe plant derzeit die Einführung in Deutschland.

Dès 2006, Airbus Defence and Space a adopté une politique environnementale volontariste.

 

 

 

Schon im Jahr 2006 führte Airbus Defence and Space seine Umweltpolitik ein.

Auch das Lebensende unserer Produkte will geplant sein

Rouchon kündigt bereits die nächsten Entwicklungen im DFE an: „Wir haben in der Konstruktions- und Fertigungsphase der Produkte große Fortschritte gemacht. Jetzt geht es um die Planung des Lebensendes unserer Produkte. Themen wie Recycling, Abfalltrennung, Verwertung werfen Fragen auf. Frankreichs Wehrbeschaffungsbehörde DGA verlangt von uns bereits in ihren Ausschreibungen Lösungen für die Verwertung unserer Produkte.“

2020 sind alle Neuprodukte aus unserem Haus umweltgerecht produziert

Dass sich eine umweltgerechte Produktion langfristig auszahlt, steht außer Frage. Dennoch gilt es, einige Missverständnisse auszuräumen. Saint-Amand: „Es ist ein Irrglaube, dass Umweltschutz immer Mehrkosten verursacht. Vielmehr kann eine daraus resultierende bessere Beherrschung der Prozesse zum Beispiel zu einem geringeren Energie- und Materialverbrauch führen. Besser noch: Gegenüber umweltbewussten Kunden kann das Argument der genau und objektiv spezifizierbaren Umwelteigenschaften unserer Produkte in einer Wettbewerbssituation ausschlaggebend sein.“

 

Die „Clean Space“ Initiative von der ESA wurde ins Leben gerufen, um ein Zeichen im Bereich des Umweltschutzes der Erde und des Weltraumes zu setzen. (© ESA)

Die „Clean Space“ Initiative von der ESA wurde ins Leben gerufen, um ein Zeichen im Bereich des Umweltschutzes der Erde und des Weltraumes zu setzen. (© ESA)

Mit dieser Initiative handelt Airbus Defence and Space rechtzeitig, um die Vision der AIRBUS Group zu verwirklichen und dafür zu sorgen, dass im Jahr 2020 alle Neuprodukte umweltgerecht produziert werden.

1) Die REACh (Registration Evaluation Authorisation and restriction of Chemicals)-Verordnung wurde 2006 vom Europäischen Parlament verabschiedet, um die Nachverfolgbarkeit der von Industrie und Handel erworbenen, verwendeten bzw. verkauften Chemikalien zu gewährleisten. Sie reglementiert außerdem den Einsatz besonders besorgniserregender Stoffe.

2) EG-Richtlinie RoHS (Restriction of the use of certain Hazardous Substances in electrical and electronic equipment) zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe.

3) WEEE-Richtlinie (Waste Electronic and Electrical Equipment) der EU über Elektro- und Elektronik-Altgeräte zur Reduzierung des umweltschädlichen Elektro- und Elektronikgeräteabfalls.

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