Airbus Defence and Space

Reise an den Rand des Weltalls

Ein Höhenballon 30.200 Meter über der Erde

Auszubildende des britischen Airbus Defence and Space-Standorts Portsmouth haben einen Höhenballon (HAB – High-Altitude-Balloon) ins All geschickt und ein Foto von der Erdkrümmung als Beweis für die erreichte Höhe zurückgebracht.

Mitte August 2010 fiel der Startschuss für das Projekt. Die sechs Auszubildenden Luke Taylor, Matt Ballam, Sam Rees, Tom Biddlecombe, Tim Richardson und Nathan Mills wurden zunächst in zwei Teams aufgeteilt, die im Wettstreit einen Ballon mit Nutzlast konstruieren sollten. So kämpfte das Team "Exosphere" gegen "Hermes" um das bessere Konzept.  

Die Teams "Exosphere" und "Hermes"
Team "Exosphere": (v. l. n. r.) Luke Taylor, Sam Rees und Matt Ballam  

Team "Hermes": (v. l. n. r.) Tom Biddlecombe, Tim Richardson und Nathan Mills 

Unter Einsatz neuer Techniken befassten sich die beiden Teams mit Risikomanagement, technischem Zeichnen, Werkstoffforschung und -gestaltung, Zeitmanagement und engen Budgetvorgaben. Beide Teams stützten sich auf eine gängige HAB-Bauweise und wählten die gleiche Kamera und Software. Ihr Projektansatz unterschied sich lediglich in der Gestaltung des Fallschirmentfaltungssystems.

Im Anschluss an die Präsentation der Konzepte vor Colin Paynter, CEO von Airbus Defence and Space UK, und Chief Technical Officer Patrick Wood im August verschmolzen die beiden wettstreitenden Parteien zum Team Aeros, um in der Umsetzungsphase des Projekts die besten Ideen jeder Gruppe einzubringen. Wood wandte sich an die Auszubildenden mit den Worten: „Colin und ich waren sehr beeindruckt von den Lösungsvorschlägen beider Teams. Wir konnten uns unmöglich für eines der beiden Konzepte entscheiden: Beide enthielten ausgezeichnete Ideen. Unser Vorschlag lautet daher, dass Sie beide Konzepte zusammenlegen und das jeweils Beste für einen optimalen Verlauf der Ballonmission nutzen. Gute Arbeit!“

Der Ballon des Aeros-Teams wurde vom Churchill College im britischen Cambridge gestartet. Je höher der mit Helium gefüllte Ballon stieg und je dünner die Luft in der Atmosphäre wurde, desto weiter dehnte er sich aus, bis er schließlich nach einer Stunde und 20 Minuten auf dem höchsten Punkt 30.200 Meter über der Erde platzte. Daraufhin glitt die Nutzlast mit konstanten 240 Stundenkilometern zurück zur Erde, bis der Fallschirm sich durch den Luftwiderstand öffnete und die Nutzlast für eine weiche Landung abbremste.

Auf seiner Reise ins Weltall erfasste und speicherte der Ballon sämtliche GPS-, Höhen-, Temperatur- und Luftdruckdaten. Ein Bodenteam verfolgte über GPS und Funk die Nutzlast, um sie nach der Landung zeitnah zu bergen. Die für extreme Temperaturen (bis zu -50°C) ausgelegte Nutzlast umfasste unter anderem einen Backup-Funksender für die Ortung am Boden.

Im Oktober 2010 konnte das Aeros-Team viele Schüler und Eltern, die das Intech Science Centre in Winchester im Rahmen der Weltraumwoche besuchten, mit ihrem Projekt begeistern. Vielleicht träumt das ein oder andere Kind jetzt davon, bei Airbus Defence and Space eine Ausbildung zu machen!

Die Ballonfahrt wurde in einem atemberaubenden Video festgehalten.

 

KarriereWorld Space Week