Airbus Defence and Space

Rosetta: Wunderwerk der Technik

Nach dem Start in 2004 hat die Kometensonde Rosetta der Europäischen Raumfahrtorganisation ESA die letzten 31 Monate in einer Art Tiefschlaf verbracht. Damit die Mission gelingt, mussten und müssen die Ingenieure von Airbus Defence und Space (vormals Airbus Defence and Space) vor und während der Mission viele technische Herausforderungen meistern.

„Die Rosetta-Mission vereint viele Pionierleistungen, denn viele Technologien und Verfahren werden zum ersten Mal eingesetzt. Alles in allem eine noch nie dagewesene Aktion in der Raumfahrtgeschichte, die neue Erkenntnisse über die Entstehung des Lebens auf der Erde bringen soll“ sagt Gunther Lautenschläger, Projektleiter bei Airbus Defence and Space, mit Stolz.

Der Anflug auf den Kometen dauerte insgesamt zehn Jahre, den die Sonde aus Gründen der großen Entfernung teilweise mit einem Energiesparmodus - sozusagen in einer Art Tiefschlaf - zurücklegen musste. Während dieser Zeitspanne war sie auf sich allein gestellt und musste völlig autonom überleben. Funkkontakt war wegen zu geringer Solarenergie nicht mehr möglich.

Eine weitere technische Herausforderung stellt die thermische Auslegung der Sonde dar. Rosettas Abstand zur Sonne schwankt während der Mission stark (zwischen 130 Mio. und 945 Mio. km), so dass die Sonneneinstrahlung das Raumfahrzeug unterschiedlich stark erwärmt (von -270°C bis +100°C). Um zu gewährleisten, dass sich die Schwankungen im Inneren der Sonde nur innerhalb eines definierten Bereichs bewegen, wurden erstmals in Europa spezielle Jalousien entwickelt, die sich abhängig von der Temperatur bzw. Sonneneinstrahlung selbständig öffnen und schließen.

Rosetta bezieht – als erste Sonde, die sich über die Marsbahn hinaus von der Sonne entfernt – ihre Energie aus speziell entwickelten Solarzellen, die auf Bedingungen mit sehr geringer Lichtintensität und sehr niedrigen Temperaturen optimiert sind.

Während des Fluges um den Kometen herum orientiert sich Rosetta mithilfe eines kleinen „Fernrohres“ an den Sternen. Möglicherweise behindert umgebender Kometenstaub die Sicht durch Streulicht. Um zu verhindern, dass Rosetta dadurch die Orientierung verliert, wurde eine intelligente Software entwickelt, die auch bei größter Irritation durch Staubteilchen zuverlässig die Sternbilder zur Orientierung erkennt.

Airbus Defence and Space (ehemals Airbus Defence and Space) ist der industrielle Hauptauftragnehmer der ESA für diese Mission. Das Projekt wurde von Friedrichshafen aus geführt. Airbus Defence and Space UK ist für das architektonische Design der Rosetta-Plattform, die Solarpanels und das komplexe Antriebssystem zuständig, Airbus Defence and Space Frankreich lieferte die Avionik, Airbus Defence and Space Spanien die Medium Gain Antenne. Insgesamt war ein Industrie-Team mit mehr als 50 Unterauftragnehmern aus 15 Ländern an der Rosetta-Mission beteiligt.

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