Airbus Defence and Space

Satelliten-Geburtstage im März

ENVISAT, ROSETTA, GRACE und SPOT 4

Drei Erdbeobachtungssatelliten und eine Weltraumsonde, für die Airbus Defence and Space als Hauptauftragnehmer verantwortlich war, feiern ihren Jahrestag im Orbit.

 

1. März: Envisat – neun Jahre im Orbit

Envisat - Der größte und komplexeste Erdbeobachtungssatellit der Europäischen Weltraumorganisation wurde 2002 von einer Ariane 5 in eine polare Umlaufbahn 800 km über der Erdoberfläche gebracht © Airbus Defence and Space

Der größte und komplexeste Erdbeobachtungssatellit der Europäischen Weltraumorganisation wurde 2002 von einer Ariane 5 in eine polare Umlaufbahn 800 km über der Erdoberfläche gebracht. Envisat (Environmental Satellite) hilft Wissenschaftlern, die Auswirkungen von Phänomenen wie Erderwärmung, El Niño, Klimawandel und Ozonabbau sowie Schwankungen des Meeresspiegels, der Pol-Eisdicke, der Vegetationsdecke und der Atmosphärenzusammensetzung besser zu verstehen.

Entwicklung und Konstruktion des 8.200 kg schweren Satelliten nahmen über zehn Jahre in Anspruch. Knapp 100 Unternehmen aus 14 Ländern arbeiteten an diesem Programm mit, darunter auch Airbus Defence and Space-Standorte in Großbritannien, Deutschland, Spanien und Frankreich: Airbus Defence and Space UK zeichnete als Hauptauftragnehmer für die Polare Plattform und zwei der wichtigsten Instrumente verantwortlich; Airbus Defence and Space Deutschland trug die Gesamtverantwortung für die Instrumente, baute zwei davon und lieferte die Nutzlastbucht; Airbus Defence and Space Spanien zeichnete für die komplette Struktur des Satelliten verantwortlich und war an drei der Instrumente beteiligt. Airbus Defence and Space Frankreich stellte das Servicemodul und weitere Instrumente bereit.

 

2. März: Rosetta – sieben Jahre im Orbit

Rosetta - Ziel der im März 2004 gestarteten internationalen Mission ist ein Rendezvous mit dem Kometen Churyumov-Gerasimenko im Jahr 2014.© Airbus Defence and Space

Rosetta ist die dritte Cornerstone-Mission des langfristigen Weltraumforschungsprogramms der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Ziel der im März 2004 gestarteten internationalen Mission ist ein Rendezvous mit dem Kometen Churyumov-Gerasimenko im Jahr 2014. Die Sonde wird sich knapp zwei Jahre lang in einer Umlaufbahn von einem Kilometer Entfernung um den Kometen bewegen und dessen Kern und Umgebung untersuchen. Ein Lander wird wissenschaftliche Oberflächenuntersuchungen und Analysen vornehmen.

Airbus Defence and Space Deutschland war als Hauptauftragnehmer der Rosetta-Mission für den Bau der Sonde verantwortlich. Airbus Defence and Space UK und Airbus Defence and Space Frankreich lieferten die Satellitenplattform bzw. die Avionik des Raumfahrzeugs. Airbus Defence and Space Spanien lieferte die Medium-Gain-Antenne.

 

17. März: Grace – neun Jahre im Orbit

Die Grace-Satelliten umrunden die Erde in einem Abstand von 220 km zueinander, wobei sich der genaue Abstand jedoch unter dem Einfluss der Erdgravitation ändert. Über eine Mikrowellenverbindung zwischen den beiden Satelliten lässt sich diese Distanz konstant bis auf einige Tausendstel eines Millimeters bestimmen. © Airbus Defence and Space

Die Hauptaufgabe der Geo- und Klimaforschung besteht heute darin, die Erde als ganzheitliches System zu verstehen. Um die Forschung auf diesem Gebiet weiter voranzutreiben, wurden die beiden baugleichen Grace-Satelliten (Gravity Recovery and Climate Experiment) entwickelt. Grace ist ein Gemeinschaftsprojekt der NASA und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie die zweite Mission des „Earth System Science Pathfinder“-Programms der NASA.

Die beiden von Airbus Defence and Space gebauten Satelliten wiegen jeweils nur 480 kg und wurden am 17. März 2002 mit einer Rockot-Trägerrakete (bereit gestellt durch Airbus Defence and Spaces 51%-Beteiligunggesellschaft Eurockot) für ihre auf fünf Jahre angelegte Mission ins All gebracht. Die Grace-Satelliten umrunden die Erde in einem Abstand von 220 km zueinander, wobei sich der genaue Abstand jedoch unter dem Einfluss der Erdgravitation ändert. Über eine Mikrowellenverbindung zwischen den beiden Satelliten lässt sich diese Distanz konstant bis auf einige Tausendstel eines Millimeters bestimmen. Das Schwerefeld unseres Planeten kann auf diese Weise mit bisher unerreichter Genauigkeit vermessen werden. So war es bereits möglich, geringfügige Veränderungen im Schwerefeld zu erfassen, die von Umwälzungen von Magma im Erdinneren, schmelzenden Gletschern oder sich verlagernden Meeresströmungen herrühren.

 

24. März: Spot 4 – 13 Jahre im Orbit

Die Multimissions-Plattformserie Spot von Airbus Defence and Space wird mittlerweile für zahlreiche europäische Erdbeobachtungssatelliten im erdnahen Orbit genutzt © CNES - Distribution Airbus Defence and Space/Spot Image

Die ursprünglich für die französische Raumfahrtbehörde CNES entwickelte Multimissions-Plattformserie Spot von Airbus Defence and Space wird mittlerweile für zahlreiche europäische Erdbeobachtungssatelliten im erdnahen Orbit genutzt, etwa für die militärischen Aufklärungssatelliten Helios, die ERS-Radarsatelliten, die Polare Plattform Envisat und die polarumlaufenden Wettersatelliten MetOp.

Alle fünf Spot-Satelliten wurden von Airbus Defence and Space als Hauptauftragnehmer gebaut. Airbus Defence and Space war dabei sowohl für die Plattform als auch für das hochauflösende Bildsystem auf allen Spot-Satelliten verantwortlich.

1998 nahm Spot 4 das erste Bild eines anderen Satelliten im Weltraum auf. © CNES1998 nahm Spot 4 das erste Bild eines anderen Satelliten im Weltraum auf: ERS-1 wurde in einer Umlaufbahn 41 km unter Spot 4 bei einer relativen Geschwindigkeit von 250 km/h fotografiert. Im Bild ist ERS-1 mit einer Auflösung von 50 cm zu erkennen.

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