Airbus Defence and Space

Bei starkem Seegang

SCOTPatrol – Marine-Satellitenkommunikationsterminal der nächsten Generation

Die Familie der SCOT-Terminals hat mit der Einführung von SCOTPatrol Zuwachs bekommen. Dieses Marine-Satellitenkommunikationsterminal der nächsten Generation ist leichter und erfordert weniger Wartung, so dass es sich ideal für kleinere Schiffe wie z. B. hochseetaugliche Patrouillenboote eignet.

Die Synchronisierung mit einem Satelliten in 36.000 Kilometern Entfernung ist keine geringe Leistung – insbesondere bei einem Seegang der Stärke 7. Genau dies wird jedoch von den SCOTPatrol-Terminals verlangt. Der Ausgleich der Schiffsbewegung auch bei rauester See ist mittlerweile ein Standard-Leistungsmerkmal dieser Produktfamilie, deren Ursprünge fast vier Jahrzehnte zurückreichen.

„Es war von Anfang an ein sehr elegantes Design“, sagt Keith Murray, Produktmanager für Marineterminals bei Airbus Defence and Space in Portsmouth in Großbritannien, der die dahinter stehende Technologie erklärt: eine ausgewuchtete Plattform mit 3-Achsen-Stabilisierung. Anders als bei 2-Achsen-Systemen wird hier der „Schlüssellocheffekt“ vermieden – dabei handelt es sich um eine „blinde Region“, die auftritt, wenn sich der Satellit direkt über dem Terminal befindet. Die Antenne bleibt vielmehr immer präzise auf den Satelliten ausgerichtet. so dass die unterbrechungsfreie Einsatzkommunikation auf hoher See sichergestellt ist. Das Ergebnis ist eine „vollständige hemisphärische Abdeckung unabhängig von der geographischen Position und vom Seegang“, wie Murray betont.

Satellitenverbindung: 24 Stunden täglich

SCOTPatrol bietet im Vergleich zu früheren Produkten jedoch auch viele neue Leistungsmerkmale. Das System wurde primär für Schiffe entwickelt, die weniger für spezifisch militärische Zwecke eingesetzt werden als vielmehr für Küstenpatrouillen, Fischereischutz, Grenzschutz und den Kampf gegen den Drogenschmuggel. „SCOTPatrol ist für Begleitschiffe und kleine Korvetten mit weniger massiven Deckaufbauten gedacht, wo schweres Gerät nicht ohne Modifikationen installiert werden könnte“, erklärt Murray.

SCOTPatrol – Marine-Satellitenkommunikationsterminal der nächsten Generation

Als das bisher leichteste Marine-Satellitenkommunikationsterminal seiner Art bringt SCOTPatrol einschließlich Radom nur 90 Kilogramm auf die Waage – erheblich weniger als die 275 Kilogramm der Systeme früherer Generationen. Das geringere Gewicht wurde vor allem durch die neue Kohlefaser-Bauweise erreicht, die in Zusammenarbeit mit dem Partnerunternehmen CFT (Kohlefaser Technologien) entwickelt wurde. „Dieser Werkstoff lässt organischere Formen zu, die mechanische Spannungen leichter unter Kontrolle halten, und erfordert zudem weniger andere Bauteile wie z. B. Lager“, so Murray. „Darüber hinaus zeichnet er sich durch ein besseres Verhältnis zwischen Festigkeit und Gewicht aus.“ Die Festigkeit ist ein wichtiger Faktor, weil das Terminal nicht nur den Schwingungen standhalten muss, die bei modernen seegängigen Schiffen auftreten, sondern auch Schockbelastungen bis 120 g, wie sie etwa durch Explosionen unter Wasser verursacht werden könnten.

Foto oben: Keith Murray, Produktmanager für Marineterminals, zeigt zusammen mit dem leitenden Maschinenbauingenieur Ian Wilmott (links), wie leicht die SCOTPatrol-Antenne ist.

Zu den weiteren lebenslangen Leistungsvorteilen von SCOTPatrol zählen seine niedrigeren Kosten dank höherer Bandbreiten (bis 1.024 kbit/s im X-Band) sowie die konstruktive Auslegung für die Aufrechterhaltung einer ständigen Satellitenverbindung – sieben Tage in der Woche rund um die Uhr. Murray zieht eine Analogie zur Mobiltelefonie, um diesen Vorteil von SCOTPatrol gegenüber Inmarsat-Diensten zu veranschaulichen: „Man könnte Inmarsat mit einem nutzungsabhängigen Service vergleichen – jede einzelne Verbindung ist für die Marine kostenpflichtig –, während wir für unser Produkt eine monatliche Flatrate bieten.“

Auch die Installation wurde vereinfacht: Die Unterdeckkomponente von SCOTPatrol, d. h. Modem, Laptop, Router, Antennensteuereinheit und IF-Technik, ist in einem Transportbehälter untergebracht. Nur zwei Personen sind erforderlich, um das System startklar zu machen. Murray: „Behälter auf dem Boden oder auf einer Ablagefläche fixieren, Netz-, Strom- und Antennenverbindungen herstellen – fertig!“ Das System lässt sich auf diese Weise einfach von Schiff zu Schiff versetzen und dann für spezifische Missionen anpassen. Es ist nicht notwendig, eine vollständige Flotte damit auszurüsten, und entsprechend niedriger fallen die Gesamtkosten aus.

Neun Leben

Das erste SCOTPatrol-Terminal ist eine X-Band-Version mit 0,8 Meter Antennendurchmesser. Je nach der Resonanz bei den Seestreitkräften sind insgesamt neun Versionen für das X-, Ku- und militärische Ka-Band mit 0,8-, 1,0- und 1,2-Meter-Schüsseln geplant. Auch eine Dualband-Variante ist für die nahe Zukunft vorgesehen. Das Produkt wurde auf der Offshore Patrol and Security Conference im März erstmals vorgestellt und auch bei der IMDEX sowie bei der MilSatCom Asia im Mai gezeigt. Das Team konnte so Informationen sammeln und verschiedene Angebotsanfragen bearbeiten. „Wir zeigen unseren Kunden, welche Fähigkeiten wir bereitstellen, und beobachten, wie der Markt reagiert. SCOTPatrol hat großes Potenzial, davon sind wir überzeugt“, so Murray abschließend.

SCOTPatrol – Marine-Satellitenkommunikationsterminal der nächsten Generation

Links: Antenne des SCOTPatrol-Terminals. Rechts: Transportbehälter mit der Unterdeck-Ausrüstung. Der obere Behälter enthält die Basisband-Ausrüstung (Modem, Router und Laptop), der untere Behälter die Antennensteuereinheit (ACU).

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