Airbus Defence and Space

Tandem-X Startkampagne

Tandem - X befindet sich momentan im kasachischen Baikonur. Im Cosmodrome durchläuft der Satellit die letzten Startvorbereitungen. Bilder: Copyright Airbus Defence and Space

Startdatum : 21. Juni - 04h14 MESZ

 

Ingo Duschl - Tandem-X

Über den Tandem-X Blogger:

Ingo Duschl ist Leiter der Integration und AIT-Manager für Tandem-X und befindet sich mit dem Tandem-X Startkampagnen Team direkt vor Ort. Er berichtet täglich in seinem Blog über die einzelnen Startetappen und dem Leben in Baikonur.

Die Mission TanDEM-X wird ein digitales Höhenmodell der Erde von nie dagewesener Genauigkeit erstellen. TanDEM-X ist ein Schwestersatellit des höchst erfolgreich eingesetzten Satelliten TerraSAR-X. Zur Erstellung des digitalen Höhenmodells werden die Radar-Daten der beiden in Tandem-Formation fliegenden Satelliten kombiniert.

 

Tag 18 - 28.05.2010

An diesem Tag waren wir zum ersten Mal im Bunker neben dem Raketensilo. Von diesem Bunker geht unsere "Nabelschnur" durch die Rakete zum Satelliten. Über dieses Kabel wird kurz vor dem Start die Batterie des Satelliten noch einmal geladen. Anschließend wird die Batterie über ein starkes Relais per Kommando mit der Stromversorgung des Satelliten verbunden. Wir haben bei unserem ersten Besuch im Bunker die Funktion und Durchgängigkeit dieser Leitung überprüft - alles Bestens.

Nach der Rückkehr ins MIK gab es noch mal eine "Stärkung" für den letzten wichtigen Test des Satelliten am Boden - den "Plugs-Off" Test und das finale Ausschalten. Beim diesem Test werden alle Kabel zwischen Satellit und Bodentestgeräten entfernt. Er ist dann in der Konfiguration, wie er im Orbit fliegen wird. Die Stromversorgung wird über die eigene Batterie gewährleistet und die Antennen strahlen ihre Daten wirklich ab und diese werden von einer Testantenne empfangen. Es wird eine Separation von der Rakete simuliert und anschließend wird überprüft, ob der Satellit in der Konfiguration "aufwacht", wie man es geplant ist. Dieser Test verlief erfolgreich und somit konnte der Satellit am Boden das letzte Mal ausgeschaltet werden. Das nächste Mal wird er erst wieder im All eingeschaltet.

Mit diesem Test ist das Funktions-Testprogramm des Satelliten in Baikonur erfolgreich abgeschlossen worden. Wir waren ein paar Tage früher fertig als geplant und so kann ein Teil der Test-Mannschaft auch wieder eher zurück fliegen.

Ich möchten an dieser Stelle allen Beteiligten, die die Arbeiten hier unterstützt haben, aber auch allen anderen Kollegen und Firmen danken,
die dafür gesorgt haben, dass heute hier in Baikonur ein startbereiter TanDEM-X steht !!!

Die nächsten Tage werden jetzt etwas ruhiger werden - aber es gibt immer was zu tun, ich werde Euch auf dem Laufenden halten.

Bilder des Tages:


1. Im Bunker beim Test der Verbindung zur Rakete



2. "Plugs-Off" Test mit Flug- und Testantenne



3. Das Team ist relaxed nach Abschluß der Tests


Tag 17 - 27.05.2010

Die Auswertung des Instrument-Funktionstests konnte abgeschlossen werden. Alle Tests sind erfolgreich verlaufen - dass Radar-Instrument wird dann erst wieder im Orbit eingeschaltet. Der Report ist nun bei unserem Kunden DLR und wird dort abschließend geprüft. Eine finale Zustimmung ist für morgen zu erwarten.

Ebenfalls nach Plan wurde der Funktionstest des Satellitenbus begonnen. Diese Arbeiten umfassen die Überprüfung der Funktionen des Bordcomputers, der Stromversorgung des Satelliten, des Lageregelungssystemes und des Telekommand-/ Telemetrie-Systems. Alle diese Tests wurden ohne Probleme und Auffälligkeiten durchgeführt. Der Quick-Check der Daten sagt alles OK, an der Detailauswertung wurde begonnen.

Bisher lief alles nach Zeitplan - ein Hauptgrund dafür ist die sehr enge und konkrete Abstimmung der Arbeiten auf russischer/ ukrainischer und deutscher Seite. Dafür gibt es jeweils morgens und am Nachmittag ein "Management-Meeting" in dem detailliert der Plan des Tages bzw. des Folgetages besprochen wird. Zu meiner positiven Überraschung sind bisher alle unsere Anforderung bzw. Einwände berücksichtigt worden. Dieser Aspekt der Planungssicherheit bringt natürlich eine gewisse Ruhe in den ganzen Ablauf der Kampagne.

Bild des Tages:



Unser "Küchenchef" mit seinem Libanesischen Kepab anlässlich eines Themenabends 

 

Und das steht als nächstes an:

Test der Kabelverbindung zwischen unserem Batterieladegerät und der Rakete im Bunker

"Plugs-OFF"-Test und finales Ausschalten des Satelliten

Tag 16 - 26.05.2010

Am Morgen sind wir in voller Teamstärke - inzwischen 20 Kollegen - zum "Dienst" erschienen. Das gab mir die Chance, einen größeren Bus anzufordern. Mit großer Freude stellten wir fest, dass unser "geliebtes" Gefährt von der TerraSAR-X Startkampagne noch existiert. Der Komfort des deutschen Modells (inklusive aller deutschen Beschriftungen) übertrifft alle anderen Busse hier, vor allen Dingen die Federung ist auf den Straßen der Steppe recht akzeptabel. Im MIK angekommen haben wir das Sicherheitsbriefing für die neuen Kollegen abgehalten und konnten dann gleich mit dem Instrument Funktionstest beginnen. Die Anstrengungen der Optimierung der Prozeduren bei der IABG haben sich gelohnt. Die Prozeduren liefen gut durch und wir haben das Tagesziel - den Abschluß des Instrument Tests - wieder erreicht. Sofort wurde mit der Auswertung der Daten begonnen, da diese Arbeit einige Zeit in Anspruch nimmt. Ein Ergebnis des Tests ist für den Folgetag zu erwarten. Auch der Test der GPS Occultations-Antennen verlief ohne Auffälligkeiten, somit weiterhin alles auf Grün.

In der Mittagspause haben wir alle Kollegen für ein Gruppenfoto in den Reinraum bestellt. Das war die maximale Anzahl von Kollegen, die hier in Baikonur gleichzeitig für die Startkampagne beschäftigt war. Am Ende der Wochen reisen die Jungs von der Tanker-Crew wieder Richtung Heimat.

Beim Space-Head-Modul (SHM) geht es auch vorwärts. Hier wurde der Fit-Check mit der "Payload-Fairing" durchgeführt. Alles hat gepasst - die ukrainischen Kollegen arbeiten nun weiter am Test der Elektronik des SHM. An der Rakete hat die Vorbereitung für die zweite Phase der funktionalen Tests begonnen. Diese Phase umfasst die Tests der Modifikation der Rakete von der "militärischen SS-18" zur "zivilen Dnjepr" und soll am Anfang der nächsten Woche beginnen.

Bilder des Tages:


1. Unser derzeitiges "Reisemobil"

 

2. Kollegen bei Instrument Test des Satelliten

3. Gruppenbild mit "Wächter"

4. Fairing Fit-Check


Und das steht als nächstes an:

Auswertung des Instrument Funktionstests

Beginn des "BUS" Funktionstest


Tag 15 - 25.05.2010

Zum letzten mal haben wir den Satelliten ins Drehgestell eingebaut. Nach anschließender Verkabelung mit den Bodentestgeräten führten wir einige Test - sogenannte "health checks" - durch, um zu überprüfen, ob Tandem-X den Transport zur und von der Fueling Station wohlbehalten überstanden hat. Es zeigten sich keine Auffälligkeiten. Weiterhin haben wir die Antenne, die für die Übermittlung der Daten zwischen Satellit und Bodenstation verantwortlich ist, final am Satelliten montiert. Diese steht vom Satelliten etwas ab und passt somit nicht in den Transportcontainer mit rein. Zum Abschluß haben wir die Flugbatterien des Satelliten vollständig geladen, damit die abschließenden Funktionstest so nah wie möglich an der Flugkonfiguration statt finden können. Es ist nun alles für die finalen Tests vorbereitet, die ab morgen beginnen werden.

Für diese Tests sind die letzten Kollegen unseres Teams ins Baikonur angekommen. Nach einer etwas "ungewöhnlichen" Anreise aufgrund von kleinen Problemen mit den Visa sind wir froh, nun alle hier zu haben. Deshalb mein Tipp an alle, die jemals nach Russland reisen: Bitte checkt Eure Visa sofort, ob alles so ausgestellt wurde wie erforderlich.

Von der Rakete gibt es zu berichten, dass die 3. Stufe momentan betankt wird. Auch auch auf Seiten des Space-Head-Modules läuft bei unseren ukrainischen Kollegen alles weiter nach Plan.

Team beim der morgendlichen Fahrt ins MIK. Die beste Gelegenheit noch ein wenig Schlaf zu tanken.

Und das steht als nächstes an:

Sicherheitsbriefing der neu angekommenen Kollegen

Beginn des finales Instrument-Funktionstests

Durchführung des GPS-Occultations Test

Neustes Bild vom TDX in Baikonur

Copyright: DLR, 25. Mai2010

 

Tag 14  -24.05.2010

Die Tank-Kollegen aus Lampoldshausen haben die Ventile für den Start gesichert. Anschließend konnten wir mit dem Rückbau in der Fueling Station beginnen. Alles musste genau in der umgekehrten Reihenfolge verlaufen, wie wir in der letzten Woche dort eingezogen waren. Da die Kräne hier vor Ort sich in der Sensitivität der Bedienung von unseren Kränen daheim unterscheiden, hielten wir es für angebracht, den Kranführer in der Tankhalle noch einmal deutlich auf die Empfindlichkeit des Objektes hinzuweisen. Da wir hier die Kräne nicht selbst steuern dürfen, sind wir auf das Fingerspitzengefühl unserer russischen bzw. kasachischen Kollegen(innen) angewiesen. Die machen ihre Sache aber sehr gut, so dass durch klare Kommandos unsererseits bisher alles glatt lief. Der Rücktransport in MIK ging wieder erstaunlich schnell, wir konnten sogar schon eine Aktion - das Auspacken des Drehgestells - vom Folgetag vorziehen.

Parallel zu unseren Aktivitäten haben die ukrainischen Kollegen vom Hersteller der Rakete ihre Arbeiten aufgenommen. Sie haben den oberen Teils des Space-Head-Modules demontiert und begonnen, die elektronischen Komponenten zu vervollständigen und zu testen.

Bild des Tages:

Plattform "A" und "B" des Space-Head-Modules

Und das steht als nächstes an

  • Sicherheitsbriefing - Betankter Satellit im Reinraum
  • Transfer des Satelliten aus dem Container
  • Verkabelung des Satelliten mit den Bodentestgeräten, Einschalten des Satelliten und kurzer Funktions-Check
  • Ankunft weiter acht Kollegen für die finalen Funktionstest des Satelliten

 

Tag 13 - 23.05.2010

Einfach nix tun … ;-)

Ich habe Euch wieder ein paar Bilder angehängt:

Teamleiter und der Kollege der Qualitätssicherheit überwachen den Tankvorgang

"Alles im Blick" - Monitore zur Überwachungsfunktion


Inofficial "fueling event"

Und das steht als nächstes an:

Sichern der Tankventile

Beginn des Packens des Tank Equipments

Packen und Rücktransport des Satelliten und Drehgestells von der Fueling Station in den Reinraum

 

Tag 12 - 22.05.2010

Am Beginn des Arbeitstages fand unter der Leitung des Chefs der Organisation der Firma "KBTHM" (die hier die Testanlagen und die Fueling Station betreibt) die traditionelle "fueling readiness ceremony statt. Dabei meldeten alle beteiligten Organisationen und Airbus Defence and Space die Bereitschaft zum Betanken des Satelliten. Jede Seite - die russische als Betreiber der Anlagen und wir von Airbus Defence and Space haben das dann jeweils in einem "Certificate" schriftlich bestätigt. Zum Glück hatte ich mir das Dokument von TerraSAR-X besorgt und musste nur noch Datum, Projekt und Namen ändern. Wir profitieren hier in allen Belangen sehr stark von der Erfahrung der TerraSAR-X Startkampagne  vor drei Jahren. Immerhin war die Hälfte des Teams schon  damals  mit dabei.

Das Betanken des Satelliten verlief nach Plan, so dass wir am Nachmittag melden konnten: "Hazardous operation finished". Es ist Brauch hier vor Ort, das nach dem Befüllen des Satelliten in einem inoffiziellen Event eine weiteres "Befüllen" stattfindet. Die Insider werden wissen, was damit gemeint ist, so dass ich darüber nicht weiter berichten muss.

Somit haben wir einen weiteren Meilenstein in der Startkampagne erreicht und schauen voraus auf die finalen funktionellen Tests des Satelliten mit Beginn in der Mitte dieser Woche.

 

Tag 11 - 20.05.2010

Der Countdown für das Betanken des Satelliten läuft. Alles folgt jetzt einer bewährten Prozedur. Ein wichtiger Bestandteil dieser Prozedur ist der Funktionstest der Schutzanzüge, die beim Betanken des Satelliten verwendet werden. In diesem Test "schlüpfen" die Operators in ihre Anzüge, als wenn es der richtige Tankvorgang wäre. Die Anzüge werden wie bei einem Tieftaucher mit Atemluft versorgt. Hintergrund ist die hohe Giftigkeit des Treibstoffs "Hydrazin". Unter normalen Umständen tritt an keiner Stelle Hydrazin aus dem System aus. Jedoch muss wie in allen anderen Fällen die Sicherheit der Leute an oberster Stelle stehen. So steht es auch in großen roten Buchstaben über dem Eingang der Tankhalle geschrieben und lautet sinngemäß übersetzt: "Keine Arbeit ist so dringend, als dass sie die Sicherheit der Leute gefährden darf". Weiterhin fand die Demonstration der Sicherheits- und Evakuierungseinrichtungen der Tankhalle statt. Vor der Halle ist eine Feuerwehr und der Krankenwagen positioniert, um im Notfall reagieren zu können. Nachdem diese Punkte der Vorbereitung abgeschlossen waren, konnte der Tankschlauch mit dem Hydrazin-Fass verbunden werden und alles war mit fertig für den nächsten Meilenstein der Startkampagne.

Für die Leute, die nicht direkt in das Tanken eingebunden waren bzw. "repräsentative" Aufgaben hatten, war es der letzte Arbeitstag der Woche. Sie können sie auf zwei freie Tage freuen. Obwohl das Thermometer am Hotel heute Morgen 6°C anzeigte, erleben wir die Weiten der Steppe bei unserer morgendlichen Busfahrt ins MIK wieder bei strahlend blauem Himmel.

Bilder des Tages

 

Operator am Hydrazin-Fass

Operator am Tankventil des Satelliten


Und das steht als nächstes an:

Meeting alles beteiligten Parteien (Fueling Station, Rescue-Team, Securitiy Team & Airbus Defence and Space) zur Bestätigung "Ready for fueling"

Befüllen des Satelliten mit Hydrazin und anschl. Bedruckung des Tanks

 

Tag 10 - 20.05.2010

Und wieder durfte (musste) unser Satellit umziehen - diesmal zur Fueling Station. Die ist zwar nur etwa 500m von unserem MIK entfernt, jedoch müssen dabei einige Bahngleise überquert werden. Wir konnten den Truckfahrer aber gut einbremsen, so dass unsere Schockdatenlogger keine problematischen Ausschläge anzeigen sollte.

 

In der Fueling Station geht es sehr sehr eng zu und sie dürfte keinen Meter kleiner sein. Es gleicht einem Puzzle-Spiel alles Equipment (nämlich Container und dessen Deckel, Traverse, Drehstelle und Satellit) zum richtigen Zeitpunkt am rechten Platz zu haben. Da blieb ein bißchen "rangieren" nicht aus.

Da es aber bei TerraSAR-X funktioniert hat und keine größeren Umbauten sichtbar waren, sollte es auch diesmal wieder funktionieren. Wie üblich waren auf russischer Seite - egal ob nun daran beteiligt oder nicht - wieder zahlreiche Zuschauer in der Halle erschienen, um die "Attraktion" zu verfolgen. Gewöhnlich wird der zu betankende Satellit oder Raketenoberstufe auf dem Eisenbahnwaggon in der Halle betankt, so dass es dort lange nicht so spektakulär abläuft.

Das ließ uns jedoch nicht davon abhalten den Satelliten in gewohnter Routine in das Drehgestell einzubauen und ihn für das Tanken aufzurichten. Der Satellit wird in senkrechter Lage betankt, damit der Treibstoff von unten eingefüllt und das Gas im Tank über ein zweites Ventil oben über eine zweite Leitung gesichert entweichen kann. Die Airbus Defence and Space-eigene Tankanlage hat abschließend alle Funktionstests bestanden und steht nun zum Betanken des Satelliten bereit.
Der Wetterbericht hat "Wort" gehalten, denn es hat sich merklich abgekühlt und sogar geregnet. Regen ist in dieser Region durch das Continentalklima recht selten und gibt der Steppe die Chance ein wenig aufzublühen.

Bilder des Tages
1. Auf dem Weg in die Fueling Station
2. Einfahrt in die Fueling Station
3. Satellit prepariert zum Tanken


 Und das steht als nächstes an:

Scape Training (Anprobe und Test der Schutzanzüge)
Demonstration des Sicherheits- und Rettungseinrichtung der Fueling Station
Abschließende Vorbereitungen zum Tanken
Anschließen des Tanksschlauches an das Hydrazin-Fass

 

Tag 9  -19.05.2010

Der LKW war pünktlich im MIK angekommen und so konnten wir wie geplant mit dem Transport des Equipments in die Fueling Station beginnen. Die Pünktlichkeit ist hier> keine Selbstverständlichkeit. Immerhin muss der LKW extra bestellt werden und auch die 50 Kilometer aus Baikonur City zurücklegen. Dabei muss er mindestens drei Kontrollposten passieren, an dem sich immer lange Schlangen bilden.

Wir haben jedoch das "Privileg"  - aufgrund der Begleitung einer Sicherheitseskorte im Bus - , die Kontrollpunkte auf der "Überholspur" passieren zu dürfen und verlieren dadurch keine weitere Zeit.

Beim Eintreffen des Equipments war die Fueling Station bereits bestens präpariert und wir konnten sofort mit dem Ausladen der Sachen beginnen.  Die LAM-Crew hat mit dem Aufbau ihren Fueling Equipments begonnen und somit läuft weiter alles nach Plan.

Bilder des Tages :

1. Installation des MIF in der Fueling Station

2. Informationstafel und kleines Model einer Sojus-Rakete vor unserem MIK

3. Unsere ständigen "Begleiter" hier in der Steppe

Und das steht als nächstes an:

Umzug des Satelliten in die Fueling Station

Montage des Satelliten im Drehgestell

Abbschluß der Setups der Tank-Equipments

 

 

 

 

Tag 8 - 18.05.2010

Die Kollegen aus Lampoldshausen haben den Druck im Hydrazin-Tank bis auf den Transportdruck abgelassen. Wir konnten anschließend beginnen, den Satelliten in die Schutzfolie einzuwickeln und ihn vom Drehgestell in den Container zu verladen. Aufgrund der Routine, die wir inzwischen erlangt haben, ging das wieder sehr zügig vonstatten. Auch das Einpacken des Drehgestells ging schnell so dass wir schon um 17:30 Uhr den Heimweg ins Hotel antreten konnten.
Die Außentemperaturen haben jetzt die 30°C Grenze überschritten. Das ruft natürlich nach einem gepflegten Feierabendbier in einem der zahlreichen Biergärten. Ein neuer Biergarten hat direkt am Fluss eröffnet. Dort hat man einen prima Blick in die Weite der Steppe und kann die "wilden" Pferde beim kühlen Bad im "Syr-Darja" Fluß beobachten.

Bilder des Tages:

1. Transfer des Satelliten vom MIF in den Container
2. Zwei unsere Kollegen "warten auf den Bus"
3. Blick zum Syr-Darja Fluß

Und das steht als nächstes an:
Umzug des Tank-Equipments und des Drehgestelles zur Fueling Station
Aufbau Tank-Equipments und des Drehgestelles in der Fueling Station

 

Tag 7 - 17.05.2010

Nachdem wir uns am Sonntag erholen konnten, sind wir voller Tatendrang in die neue Woche gestartet. Eine erneute Berechnung der Stickstoffmasse im Tank des Kaltgassystems nach dem Ausgleich der Temperatur hat ergeben, dass wir die gewünschte Masse bis auf wenige Gramm erreicht haben und somit kein "Nachtanken" erforderlich ist. Daraufhin wurden alle Ventile des Kaltgassystems in ihre Flugkonfiguration gebracht und entsprechend gesichert. Damit hat Arno seinen Job hier prima erledigt und kann als erster unserer Crew beruhigt am Freitag die Heimreise antreten. Unsere Tanker-Crew aus Lampoldshausen war auch fleißig und hat den Dichtigkeitstest des Antriebssystems fortgesetzt. Auch da zeigten sich keine Auffälligkeiten, so dass mit dem Ablassen des Drucks aus dem Hydrazin-Tank begonnen werden konnte. Während eines Meetings mit unseren Kollegen von Kosmotras wurde ich informiert, dass es unserer Rakete bestens geht. Die Rakete kommt noch als "SS-18" aus dem militärischen Depot hier nach Baikonur. Hier wird dann eine Art Eingangsinspektion durchgeführt. Dann wird die Rakete in die "zivile Version - Dnjepr" umgebaut und dann erneut getestet. Auch dieser Test war erfolgreich. Als nächstes (Anfang Juni) wird dann das Space-Head-Modul (SHM) - noch ohne Satellit - zur Rakete gebracht und ein Test des Gesamtsystems durchführt. Ist auch dieser Test erfolgreich, kommt das SHM vom Silo zurück und wir können TanDEM-X darin einbauen.

Es gibt zwar jedem Menge Wachpersonal hier, aber aus "Sicherheitsgründen" haben wir noch Verstärkung aus Deutschland mitgebracht, welche immer einen Blick auf den Satelliten hat. Wir habens im Foto festgehalten.

Und das steht als nächstes an:

Abschluß des Dichtigkeitstest des Antriebssystem

Satellit in Schutzfolie für die Arbeit in der Fueling Station verpacken

Laden des Satelliten und des Drehgestelles in die jeweiligen Container für den Umzug in die Fueling Station

 

Tag 6 - 16.05.2010

Am Sonntag war unser erster komplett arbeitsfreier Tag hier. Die Kollegen, die zum ersten Mal hier sind, nutzten die Zeit, um die Stadt und den Markt zu erkunden. Allgemein gesprochen haben wir den Tag einfach zur Entspannung genutzt und um ein bißchen "abzuhängen".

Und das steht als nächstes an:

Finale mechanische Konfiguration des Kaltgassystems

Fortsetzung des Dichtigkeitstest des Antriebssystem

Fortsetzung des Ladens der Flugbatterien.

Vorbereitung des Umzugs in die "Fueling Station"

Tag 5 - 15.05.2010

Am Samstagvormittag wurde das Kaltgassystem auf den finalen Betriebsdruck befüllt, wir haben jetzt 36,4kg Stickstoff an Board des Satelliten. Somit konnte das Tankventil final verschlossen und in Flugkonfiguration gebracht werden. Weiterhin wurden die Dichtigkeitstests des Antriebssystems fortgesetzt. Bisher ist auch an dieser Stelle kein Leck festzustellen - somit auch dort alles im grünen Bereich. Als kleine Premiere haben wir den Satelliten zum ersten Mal in Baikonur eingeschaltet und viele Tests der "Bus-Hardware" durchgeführt. Dazu gehören z.B. der Bordcompter, die interne Stromversorgung des Satelliten sowie Sensoren und Aktuatoren des Lagereglungssystems. Auch haben wir den Transfer der Daten vom und zum Satelliten getestet. Alle Tests waren erfolgreich - dem Satelliten geht es also gut. Da die Arbeiten an diesem Tag recht zügig verliefen, konnten wir uns bereits am Nachmittag Rückfahrt nach Baikonur City starten. Dort angekommen machten sich einige Kollegen auf den Weg, um erstmal ein paar Rubel zu tauschen, denn mit Euro kann man nicht viel anfangen hier. Da das Preisniveau recht angemessen ist, (ein Bier in einem der zahlreichen open-air Restaurants kostet umgerechnet etwa 1,30 EUR) werden wir sicher den einen oder anderen Abend dort noch verbringen.

Diesmal im Bild festgehalten:
Ein Foto des Testgerätes, welches den Druck im Kaltgastank zum Abschluß des Tankens anzeigt. Durch die Abkühlung des Tanks geht dieser Druck noch ein wenig zurück - entscheidend für die Mission ist jedoch die Masse an Stickstoff, welche sich im Tank befindet.

 

Tag 4 - 14.05.2010

Gleich am Morgen haben wir die Bedruckung des CGS fortgesetzt. Der Kaltgas-Tank ist jedoch durch die Thermal-Isolationsfolie so gut isoliert, dass wir immer wieder Pausen machen mussten, um den Tank abkühlen zu lassen. Das gab jedoch der anderen Tank-Crew aus Lampoldshausen die Gelegenheit, mit der Vorbereitung des Dichtigkeitstest des Antriebssystems zu beginnen und sogar schon den Test an den Hydrazin Thrustern durchzuführen. Weiterhin fand eine wichtige Besprechung mit allen an der Hydrazin-Betankung beteiligten Firmen / Organisationen statt. Auch da trafen wir wieder viele bekannte Gesichter, was natürlich die Abstimmung der Arbeiten immens erleichtert. Somit ist der Weg geebnet, damit wir in der Mitte der nächsten Woche in die Tankhalle umziehen können. Auch nutzten wir die Abkühlzeiten des CGS-Tanks, um das Central-Checkout-System zu vervollständigen sowie die Funktionalität der GPS Empfangsanlage zu testen. Am Abend hatten wir im Kaltgastank einen Druck von 255 Bar erreicht - es fehlten nur noch wenige Bar bis zum finalen Druck, jedoch mussten wir wegen des erreichten Tanktemperatur-Limits unsere weiteren Aktivitäten auf den Samstag vertagen.
Wir sind weiterhin gut im Plan und bester Laune.

Und das steht als nächstes an:

Finales Bedrucken des CGS

Fortsetzung des Dichtigkeitstest des Antriebssystem

Einschalten des Satelliten und Quick-Check des Bus Equipments

Diesmal im Bild festgehalten:
"Die CGS Bedruckungs-Crew"

 

Tag 3 - 13.05.2010

Nach dem langen Tag der Anreise war es uns ganz recht, dass der Bus zum MIK erst um 10:00 startete. Grund war die obligatorische Sicherheitsbelehrung für unser Team, die nicht früher stattfinden konnte. Da jedoch der Großteil des Teams schon bei der TSX Kampagne dabei war, erhielten wir die verkürzte Version des Briefings.

Völlig überraschend war wie versprochen um 12:00 die Freigabe des Zolls zum Auspacken der Container erteilt worden. Damit konnte unsere Kampagne so richtig losgehen. Das Auspacken ging recht zügig - nach 6 Stunden hatten wir den Satelliten in sein Drehgestell montiert. Anschließend begannen wir mit dem Aufbau des Bedruckungssystems für unseren Stickstoff-Tank (CGS). Weiterhin startete unsere Tank-Crew aus Lampoldshausen mit dem Aufbau ihres Systems zum Dichtigkeitstest des Antriebssystems . Als Höhepunkt des Tages konnten wir noch mit dem Bedrucken des CGS beginnen.

Die Stimmung ist weiter sehr gut, alles läuft bisher nach Plan.

 

Und das steht als nächstes an:

· Bedrucken des CGS

· Dichtigkeitstest des Antriebssystem

· Aufbau des Central-Check-Out Systems

· Weitere Einrichtung der Büro´s

· Aufbau der GPS Empfangsanlage

 

Tag 2 - 12.05.2010

Durch den späten Abflug in München landeten wir erst im Morgengrauen um kurz vor 5:00 in Ulyanovsk. Dort hieß es dann alle Kollegen inkl. Gepäck raus aus der Antonov und zur Zollkontrolle sowie Einreise in Russland über den "Eingang A". Wir verließen das Gebäude über den Eingang "B" wieder zur Antonov. Ich betone die Eingänge deshalb, weil das Ganze ca. 5h später sich genau in umgekehrter Reihenfolge wiederholte: "Eingang B" rein und nach Passkontrolle am gleichen Schalter diesmal durch "Eingang A" wieder raus. Und alles wieder mit Gepäck. Dass ist für uns alles nicht immer ganz nachvollziehbar, aber machen kann man da leider nichts. Mit fast fünfstündiger Verspätung kamen wir in Baikonur an, was jedoch den Vorteil hatte, dass die Temperaturen und der Sonnenstand erträglich waren. Das Entladen der Antonov und die anschließende dreistündige Fahrt ins MIK verliefen normal, sodaß wir gehen 20:30 dort ankamen. Nach einer kurzen Abstimmung des weiteren Vorgehens mit unseren russischen Kollegen waren alle Container um 22:30 im MIK abgeladen und für die Entladung am nächsten Tag vorbereitet. Es schloss sich die obligatorische einstündige Fahrt vom MIK ins Hotel an, wo wir um 23:30 trotz der späten Stunde noch bestens versorgt wurden.
Das war der erste Tag in Baikonur - auch wenn wir alle erschöpft waren, so waren wir doch happy das Tagesziel erreicht zu haben

Und das steht als nächstes an:

· Warten auf die Freigabe des Zolls zum Auspacken der Container

· Entladen der Container und Setup des "Ground Support Equipments" im Reinraum

· Aufbau der Kaltgas-Betankungsanlage

· Vorbereitung zum Bedrucken des Kaltgas-Systems

 

Tag 1 - 11.05.2010

Morgens hat sich das Transportteam bei der IABG eingefunden, um den Satelliten-Container auf den Tieflader zu verladen. Um 9:45 starteten wir zum Flughafen München. Die Fahrt verlief völlig problemlos, das eigentliche Problem erwartete uns am Flughafen - es war keine Antonov da. Von der Airline erfuhren wir dann, dass sich aufgrund des morgentlichen Nebels in München der Abflug am vorhergehenden Flughafen Hahn verzögert. Es lag keine Landeerlaubnis für die große AN-124 vor und die Maschine bekommt in der "Rush-Hour" Lande-Slot bekommt. Dafür hatten wir dann das Glück, die An-124 direkt über uns einschweben zu sehen. Das Laden der Antonov geschah dann in der gewohnten Routine, wobei der Erfahrung der Verladung von Cryosat-2 im Januar sehr hilfreich waren. Leider verzögerte sich durch die verspätete Ankunft der Antonov unser Abflug erheblich auf 23:00 (die Crew musste ihre Ruhezeiten einhalten).

TerraSAR-XRadarTanDEM-X