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Wie ist das Wetter … auf der Venus?

Fünf Jahre nach dem Start von Venus Express

Airbus Defence and Space war Hauptauftragnehmer der Europäischen Raumfahrtbehörde (ESA), zuständig für den Entwurf und die Entwicklung von Venus Express, der ersten europäischen Raumsonde, die den Planeten Venus besuchen sollte. Sie wurde am 9. November 2005 an Bord einer Soyuz-Fregat Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet.

Nach einer fünfmonatigen Reise erreichte sie die Venus und ihre Zielumlaufbahn im April 2006. Die Mission zur Venus – dem heißesten Planeten des Sonnensystems bezogen auf Struktur, Zusammensetzung und Dynamik und der nächste Nachbar der Erde – wurde auf zwei Venus-Tage (486 Erdtage) ausgelegt. Aufgrund des besonderen Erfolgs wurde die Mission jedoch bis mindestens 31. Dezember 2012 verlängert.

Die Analyse der vorherrschenden Umweltbedingungen  in der Atmosphäre und der nahen Umgebung der Venus sind sehr wichtig für das Verständnis von langzeitbedingten Klimaentwicklungsprozessen auf der Erde. Die Venus Express Mission führt eine globale/umfassende Untersuchung der Atmosphäre der Venus im Hinblick auf Struktur, Zusammensetzung und Dynamik bis zu einer Höhe von 250 km durch. Dafür hat sie sieben wissenschaftliche Instrumente an Bord: Spektrometer, abbildende Spektrometer, verschiedene Bildgeräte, welche die Wellenlängen im Bereich von UV bis Infrarot abdecken, sowie ein Voll-Plasma Analysegerät.

Die Entwicklung von Venus Express begann Ende des Jahres 2002 und Airbus Defence and Space kann mit Stolz sagen, dass es – dank der Wiederverwendung von Technologien, die bei Mars Express und Rosetta zum Einsatz kamen und die ebenfalls von Airbus Defence and Space entwickelt wurden – eine preiswerte Raumsonde geliefert hat. Dieses Raumsondenprogramm war drei- bis viermal günstiger als vergleichbare wissenschaftliche Weltraummissionen. Sie war mit sieben wissenschaftlichen Instrumenten ausgerüstet, von denen sechs auf den gleichen Designs basierten, die auch für die obengenannten Vorgänger genutzt worden waren.

Die Venus Express Mission liefert faszinierendes Material über das gewaltige Wettersystem der Venus, welches von weitgehend unerforschten Kräften bestimmt wird, die Hurrikan artige Sturmwinde entfachen  und doppeläugige Wirbel über beiden Polen des Planeten erzeugen.

Als letzte Anmerkung soll an dieser Stelle kurz auf das Ende der Venus Express Mission eingegangen werden: sie wird die erste europäische Raumsonde sein, welche die sogenannte „aero-braking“-Technik erproben wird – das heißt die passive Abbremsung und Absenkung der Sonde durch Atmosphärenschichten, die ohne Verwendung von wertvollem Treibstoff auskommt.

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