Airbus Defence and Space

Airbus Defence and Space: ATV-3 „Edoardo Amaldi“ mit perfektem Manöver an die ISS angedockt

• Airbus Defence and Space zeigt als Hauptauftragnehmer des fortschrittlichen Raum¬transporters ATV (Automated Transfer Vehicle) zum dritten Mal in Folge seine Leistungsfähigkeit bei vollautomatischen Rendezvous-Manövern im All
• 6,6 Tonnen Nutzlast zur Versorgung der ISS: von Zahnbürsten bis zu wissenschaftlichen Experimenten
• Mehr Raum für die Astronauten: Das ATV-3 wird bis Ende des Sommers 2012 Teil der Raumstation sein

29. März 2012 – Nach einem sechstägigen Flug konnte das für die Europäische Weltraumorganisation ESA gebaute dritte unbemannte Versorgungsfahrzeug „Edoardo Amaldi“ am 29. März um 02:31 GMT bei einer Geschwindigkeit von 28.000 km/h mit einer Genauigkeit von weniger als 10 Zentimetern erfolgreich an die Internationale Raumstation ISS andocken. Airbus Defence and Space, Europas führendes Raumfahrtunternehmen, ist Hauptauftragnehmer für die Entwicklung und die Konstruktion von Raumtransportern.

„Das dritte vollautomatische Rendezvous-Manöver im Weltraum ist ein großer Erfolg für uns, denn dafür wird eine Spitzentechnologien verwendet, die Airbus Defence and Space als Systemintegrator für das ATV entwickelt hat“, sagte Alain Charmeau, CEO von Airbus Defence and Space. „Die innovativen Technologien des ATV machen das unbemannte Versorgungsfahrzeug zum einzigartigen europäischen Raumschiff, das als Raumtransporter Rendezvous- und Andock-Manöver vollziehen und gleichzeitig als vollständig bewohnbares ISS-Modul genutzt werden kann. Damit ist das ATV der derzeit intelligenteste Raumfahrtroboter. Daher arbeiten wir im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation ESA gleichzeitig an der Weiterentwicklung des ATV, um die herausragende Weltraumtechnologie in Europa zu bewahren und auszubauen.“

Bis 2014 werden noch zwei weitere Raumtransporter vom Typ ATV zur internationalen Raumstation geschickt. Seit der Landung der letzten US-amerikanischen Raumfähre ist das ATV heute das größte Versorgungsschiff für die ISS.

Nach dem erfolgreichen Andockmanöver kann das ATV jetzt seine eigentliche Mission erfüllen und über die Lieferung von Versorgungsgütern hinaus Ausweich- und Bahnanhebungsmanöver durchzuführen. Gleichzeitig wird das ATV als vollständig bewohnbares ISS-Modul genutzt.

Im Rahmen dieser dritten Mission bringt das Versorgungsfahrzeug 6,6 Tonnen Fracht zur Raumstation, darunter 4 Tonnen Treibstoff, Wasser und Gas. Mithilfe des ATV Edoardo Amaldi kann die ISS bei Bedarf Weltraumschrott ausweichen und Anhebungsmanöver zum Ausgleichen des Höhenverlustes durchführen; bei maximal 10 separaten Manövern wird das ATV bis zu
3.150 kg Treibstoff verbrennen. Ferner transportiert das ATV 860 kg Treibstoff für das Antriebssystem des russischen ISS-Segments. Neben der „flüssigen“ Fracht des ATV in Form von Sauerstoff (70 kg), Luft (30 kg) und Wasser (285 kg) umfassen die 2,2 Tonnen Nutzlast Dinge des täglichen Bedarfs, Experimente, Ersatzteile und Post von den Familien der Astronauten. Die ISS-Besatzung wird diese Fracht in den kommenden 6 Monaten, in denen das ATV an der ISS angedockt bleibt, nach und nach ausladen.

Die Mission des ATV-3 Edoardo Amaldi wird bis Ende des Sommers andauern. Parallel zum schrittweisen Entladen wird das ATV mit Dingen beladen, die nicht länger an Bord der internationalen Raumstation gebraucht werden. Der kontrollierte Wiedereintritt des Versorgungsschiffes ist über dem südlichen Pazifik vorgesehen. Bis dahin wird das ATV Edoardo Amaldi ungefähr 4 Millionen Flugkilometer hinter sich gebracht haben.

 

Andockmanöver des ATV an die ISS

Edoardo Amaldi hat an das russische „Swesda-Modul“ angedockt. Die Sicherheit der Mannschaft und der Raumstation hat bei der Durchführung des automatischen Andockmanövers höchste Priorität. Mit dem von Airbus Defence and Space entwickelten autonomen, intelligenten ATV-Sicherheitssystem ist gewährleistet, dass das Raumfahrzeug eventuell auftretende Systemanomalien automatisch isoliert und den vollen, zur Fortsetzung der Mission erforderlichen Funktionsumfang des Fahrzeugs aufrechterhält. Selbst in dem unwahrscheinlichen Fall zweier Anomalien kann das ATV ein Manöver zum Entfernen des Weltraumfrachters aus der Umgebung der ISS durchführen, um in sicherer Entfernung zu „parken“. So kann das ATV die Sicherheit der Raumstation in jeder Situation gewährleisten. Im Anschluss an eine Systemprüfung kann das ATV eine erneute Annäherungsphase einleiten. Bei einem Rendezvous-Manöver werden zusätzlich zu den Bordsystemen des Weltraumfrachters auch alle anderen Abläufe kontinuierlich von dem ATV (betrieben vom CNES-Raumfahrtzentrum in Toulouse) selbst und den Bodenkontrollstationen der ISS überwacht. Die Besatzung des ISS verfolgt den Endanflug mithilfe einer Videokamera und kann das Rendezvous-Manöver im schlimmsten Fall abbrechen und das ATV eigenhändig von der ISS wegsteuern.

Die vollautomatische Rendezvous- und Andockphase des ATV begann in 30 Kilometern Entfernung von der ISS und 5 Kilometern unterhalb der Raumstation, als der Raumfrachter mit hoher Genauigkeit seine relative Position und Geschwindigkeit in Bezug auf die ISS festgestellt hatte. Die ersten vollautomatischen Rendezvous-Manöver, die vom ATV eigenständig berechnet und ausgeführt wurden, haben das Fahrzeug 3500 Meter hinter der ISS in die Halteposition gebracht. Nach der Freigabe von der Bodenkontrollstation ist das ATV automatisch zum nächsten Haltepunkt in 250 Metern Entfernung weitergeflogen. An diesem Punkt hat das ATV-System auf den relativen Lenkungs-, Navigations- und Steuerungsbetrieb (Guidance, Navigation und Control, GNC) umgeschaltet, um die optischen Sensoren und Andockhaken an der ISS nutzen zu können. Nach einer weiteren Freigabe durch die Bodenkontrollstation hat sich das ATV der Raumstation bis auf 20 Meter genähert. Zu diesem Zeitpunkt hat der Weltraumfrachter begonnen, seine weitere Annäherung an die ISS bis auf 12 Meter selbst zu steuern. Nach einem letzten „Go“ von der ATV-Bodenkontrollstation, das einvernehmlich von der Besatzung und der Bodenkontrollstation des ISS gegeben wurde, hat das ATV „Edoardo Amaldi“ die letzten Meter bis zum Andockport des ISS mit einer relativen maximalen Geschwindigkeit von nicht mehr als
10 Zentimetern pro Sekunde zurückgelegt.

Die Achse der ausgefahrenen Andocksonde des ATV, deren Kopf einen Durchmesser von ungefähr 15 Zentimetern hat, wurde vom Andockport des russischen „Swesda-Moduls“ mit einer Präzision von weniger als 10 Zentimetern eingefangen. Der Andockport ist ein passiver Führungstrichter mit einem Durchmesser von 90 Zentimetern. Beim ersten Kontakt wurde der Andockkopf des ATV durch Verschluss der Andockhaken an die ISS angekoppelt. Anschließend hat das ATV automatisch alle elektrischen und mechanischen Verbindungen sowie Flüssigkeitsanschlüsse zur ISS hergestellt.

Nach dem Druckausgleich zwischen dem ATV und der ISS wurde die Einstiegsluke der Raumstation von der Besatzung geöffnet, die anschließend die Luke des druckgeregelten Frachtmoduls geöffnet hat (Durchmesser von ungefähr 80 Zentimetern). Von diesem Zeitpunkt an bildete das druckgeregelte ATV-Modul eine Einheit mit dem bewohnbaren ISS-Modul und der europäische Raumfrachter wurde Teil der internationalen Raumstation.

 

Mehr Informationen über Airbus Defence and Space und das ATV finden Sie unter:

http://www.space-airbusds.com/node.php?articleid=8441

 

 

Über Airbus Defence and Space

Airbus Defence and Space ist das führende europäische Unternehmen für Weltraumsysteme und -technik und die Nummer drei weltweit. Im Jahr 2011 erreichte Airbus Defence and Space einen Umsatz von knapp 5 Milliarden Euro und beschäftigte weltweit 18.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen hat seine Hauptstandorte in Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Spanien und den Niederlanden.

Als einziges Unternehmen in Europa deckt Airbus Defence and Space die gesamte Palette von zivilen und militärischen Raumfahrtsystemen und Dienstleistungen ab.

Das Kerngeschäft gliedert sich in drei Bereiche: Airbus Defence and Space für Trägerraketen und Weltraum-Infrastrukturen, Airbus Defence and Space für Satelliten und Bodensegmente sowie Airbus Defence and Space für umfassende, stationäre und mobile End-to-End-Lösungen für sichere und kommerzielle Satellitenkommunikation und Netzwerke, Ausrüstungen und Systeme für Hochsicherheits- und kommerzielle Satellitenkommunikation sowie maßgeschneiderte Produkte und Dienstleistungen im Bereich Geo-Information weltweit.

Airbus Defence and Space ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der AIRBUS Group, ein weltweit führendes Unternehmen der Luft- und Raumfahrt, im Verteidigungsgeschäft und den dazugehörigen Dienstleistungen mit einem Umsatz von 49,1 Mrd.€ im Jahr 2011 und mehr als 133.000 Mitarbeitern. Zu AIRBUS Group gehören die Divisionen Airbus, Airbus Defence and Space, Cassidian und Eurocopter.

 

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