Airbus Defence and Space

Airbus Defence and Space bereitet Start von ATV-5 "Georges Lemaître" vor

- 50 Kilogramm Kaffee beleben die Crew der Internationalen Raumstation
- Neue Rekord-Nutzlast für Ariane auch beim 5. ATV

Airbus Defence and Space, das zweitgrößte Raumfahrtunternehmen der Welt, bereitet ATV (Automated Transfer Vehicle) -5 "Georges Lemaître" auf den Start vor. In den frühen Morgenstunden des 25. Juli 2014 soll der unbemannte Raumtransporter, benannt nach dem belgischen Astronomen und Kosmologen, mit der europäischen Trägerrakete Ariane 5 ES vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou (Französisch-Guayana) zur Internationalen Raumstation starten und seine fast sechsmonatige Mission beginnen. Sowohl ATV als auch die europäische Trägerrakete Ariane 5 stehen unter industrieller Gesamtverantwortung von Airbus Defence and Space.

ATV-5 ist Europas letzter Raumtransporter, der zur Internationalen Raumstation startet. Mit einem Gesamtgewicht von knapp 20,3 Tonnen hat "Georges Lemaître" seine vier Vorgänger noch einmal übertroffen und ist damit nun die schwerste Nutzlast, die jemals von einer Ariane in den Orbit gebracht wurde. Die Versorgungsgüter für die Internationale Raumstation sind so vielfältig wie es das tägliche Leben verlangt. Ob nun Orangen-Mango- Saft, Brotpudding, Käsespätzle, Socken, T-Shirts oder Zahnseide, 1.232 einzelne Güter – darunter auch 50 kg Kaffee – werden mit ATV-5 zur Internationalen Raumstation reisen. Insgesamt 6,6 Tonnen Güter transportiert ATV-5, wobei Treibstoff, Wasser und Gas mit knapp vier Tonnen den Löwenanteil ausmachen. Knapp 2,7 Tonnen Lebensmittel, Kleidung, Forschungsausrüstung sind in insgesamt 154 Taschen verpackt, 1.234 Kilogramm oder 57 Taschen davon gehören zum so genannten "Late Cargo", also zu den Gütern, die nicht lange gelagert und deshalb erst vier Wochen bis 20 Tage vor dem Start geladen werden können.

Eine Vielzahl von unterschiedlichen Experimenten und -Anlagen wird auch zur ISS gebracht, darunter wird auch der von Airbus Defence and Space gebaute Electromagnetic Levitator (EML) sein. Der EML ist ein tiegelfreier Schmelzofen für die Materialforschung im europäischen Weltraumlabor Columbus. Airbus Defence and Space hat die Experimentieranlage, die auf dem Prinzip der elektromagnetischen Schwebetechnik (Levitation) beruht, im Rahmen von Aufträgen der Europäischen Weltraumorganisation ESA und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt. Die Anlage soll Erkenntnisse über Hightech-Legierungen und -Halbleitermaterialien und deren Eigenschaften im geschmolzenen Zustand liefern. Diese werden für die Optimierung von industriellen Gießvorgängen und in der Grundlagenforschung genutzt.

Voraussichtlich am 12. August wird "Georges Lemaître" die Internationale Raumstation erreichen und von einem ESA-Astronauten in Empfang genommen werden. Während des Andockmanövers an die Raumstation und auch während eines dedizierten Flugmanöver unter die ISS in den Tagen zuvor, wird ATV den Demonstrator „Liris“ aktivieren. „Liris“ wird Flugdaten generieren, die notwendig sind, um neue Rendezvous-Technologien weiterentwickeln zu können, insbesondere für nicht-kooperative Ziele wie Weltraumschrott. Dieses Experiment wird durch ein Set von optischen Sensoren ermöglicht, die von Sodern und Jena-Optronik im Rahmen des ATV-Programms von Airbus Defence and Space entwickelt wurden.

“Die Dimension und Komplexität von ATV sowohl in der Entwicklung wie auch in der Produktion sind einzigartig in Europa, wenn nicht gar weltweit,“ sagte François Auque, Leiter von Space Systems. „Der Erfolg der ATV-Missionen hat uns und unsere europäischen Partner in die Lage versetzt, erstmals mit systemkritischen Elementen an einer bemannten amerikanischen Mission mitzuwirken." So entwickle Airbus Defence and Space im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation das Servicemodul für das bemannte amerikanische Raumschiff "Orion-MPCV“.

Airbus Defence and Space ist gleichzeitig Hauptauftragnehmer für die Trägerrakete Ariane 5, das zuverlässige europäische „Arbeitspferd“, entwickelt und gebaut, um eine Vielzahl von Schwerlast-Missionen zu erfüllen. In der speziellen ES-Version wird die Trägerrakete das ATV-Versorgungsraumfahrzeug in eine kreisförmige Umlaufbahn in einer Höhe von 260 km mit einer Geschwindigkeit von 7600 m/s bringen.

Die Trägerrakete wird mit einer festgelegten Flugbahn in nordöstlicher Richtung über den Atlantik starten und die beiden Feststoffbooster, die Nutzlastverkleidungen und später ihre kryogene Hauptstufe abwerfen. Die Ariane 5 wird in Richtung Europa fliegen und Frankreich, Luxemburg, Deutschland, Polen, die Ukraine und Russland überqueren. Nach etwa einer Stunde wird das ATV von der EPS-Oberstufe der Trägerrakete getrennt, die sicher in ihre Passivierungsphase im Pazifischen Ozean eintritt, während das ATV eigenständig weiter zur ISS reisen wird.

Die Ariane 5 wird von Airbus Defence and Space entwickelt, gebaut und an jede einzelne Mission angepasst. Airbus Defence and Space ist industrieller Hauptauftragnehmer und managt eine hoch-professionelle Lieferkette in Europa für Ausrüstungsgegenstände und Stufen sowie deren Montage in Französisch-Guayana. Zu den Hauptkomponenten gehören die EPC-Hauptstufe mit dem Triebwerk Vulcain 2, die beiden Feststoffbooster und die EPS-Oberstufe mit dem Triebwerk Aestus.


Über Airbus Defence and Space

Airbus Defence and Space ist eine Division des Airbus-Konzerns, die aus der Zusammenlegung der Geschäftsaktivitäten von Cassidian, Astrium und Airbus Military entstanden ist. Die neue Division ist das führende Verteidigungs- und Raumfahrtunternehmen Europas, das zweitgrößte Raumfahrtunternehmen der Welt und unter den zehn größten Verteidigungsunternehmen weltweit. Sie erzielt mit etwa 40.000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von rund 14 Mrd. €.

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