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Airbus Defence and Space erhält 350-Millionen-Euro-Auftrag für Entwicklung und Bau der ESA-Raumsonde JUICE zur Suche nach Hinweisen auf Leben in unserem Sonnensystem

- JUICE-Sonde wird Jupiter und seine Eismonde untersuchen
- Als Hauptauftragnehmer wird Airbus Defence and Space 150 Personen im Projekt beschäftigen und ein Konsortium aus mehr als 60 Unternehmen leiten

Die Europäische Weltraumorganisation ESA und Airbus Defence and Space, das weltweit zweitgrößte Raumfahrtunternehmen, haben einen Vertrag in Höhe von 350 Millionen Euro für die Entwicklung und den Bau der ESA-Raumsonde JUICE (JUpiter ICy moons Explorer) geschlossen. Die Vertragsunterzeichnung erfolgte in Toulouse im Beisein von Alvaro Giménez, Leiter der Wissenschaftsprogramme bei der ESA, und Eric Béranger, Leiter der Space Systems Programme bei Airbus Defence and Space. JUICE ist die erste große Wissenschaftsmission des ESA-Programms „Cosmic Vision“. Der Start der Sonde ist für 2022 geplant.

„Für das Projekt nutzen wir das Know-how, das wir an unseren Standorten in Toulouse, Friedrichshafen, Stevenage und Madrid erworben haben. Das Projektteam von Airbus Defence and Space arbeitet bereits mit Hochdruck und die Auslieferung des ersten Systems ist für Sommer 2016 geplant“, sagte François Auque, Leiter von Space Systems. „Die Auswahl der Unterauftragnehmer hat begonnen und wird im Jahr 2017 abgeschlossen sein. Wir werden als Hauptauftragnehmer ein Industriekonsortium aus mehr als 60 europäischen Unternehmen führen. Wenn die Projektaktivitäten in den Jahren 2017 und 2018 ihren voraussichtlichen Höhepunkt erreichen, wird das Projektteam bei uns bis zu 150 Mitglieder umfassen.“

JUICE ist die erste europäische Mission zum Jupiter und der Schwerpunkt ist die Entstehung von möglichen Lebensräumen in der Umgebung von Gasriesen. JUICE wird das Jupiter- System erforschen, wobei besonders die Eismonde Europa, Ganymed und Kallisto im Blickpunkt stehen, unter deren Oberfläche Ozeane vermutet werden. Ziel der Mission ist die Untersuchung des Jupiter-Systems im Hinblick auf zwei Schlüsselthemen: Die Erforschung der Voraussetzungen für Leben innerhalb der Galileischen Monde und Erkundung die Jupiter-System als Archiv der Gasriesen.

Nach dem Start mit einer Ariane 5 wird JUICE auf der siebeneinhalb Jahre dauernden Reise zum Jupiter die Anziehungskraft von Erde, Venus und Mars für Beschleunigungsmanöver (um Treibstoff und Energie zu sparen) nutzen, bevor die Sonde das Jupiter-System erreicht. Nach dem Eintritt in den Jupiter-Orbit wird JUICE den Planeten dreieinhalb Jahre lang umkreisen. Nach dem Ende der Beobachtungen wird JUICE in eine Umlaufbahn um Ganymed eintreten – als erstes Raumfahrzeug, das einen Eissatelliten im äußeren Sonnensystem umkreist. Die komplexe Mission wird durch spezielle Navigationskameras an Bord der Sonde unterstützt.

Für ihre Wissenschaftsmission wird die Sonde mit zehn Instrumenten ausgestattet sein, die eine breite Palette von Messtechniken abdecken (optische und magnetoelektrische Sensoren, Submillimetersensoren, Radar-, Plasma- und Partikelsensoren, Radio-Science). Um jede Störung der wissenschaftlichen Instrumente zu vermeiden, wird das Raumfahrzeug ein außergewöhnliches Maß an magnetischer Reinheit aufweisen.

JUICE wird fünfeinhalb Tonnen wiegen und mit einem 97 m² großen Solargenerator ausgerüstet sein, dem größten, der je für eine interplanetare Mission gebaut wurde. Damit wird sichergestellt, dass auch bei der niedrigen Sonneneinstrahlung im Umfeld des Jupiters genügend Energie produziert wird.

Airbus Defence and Space besitzt einzigartige Erfahrung im Bereich der Entwicklung und Fertigung von Raumfahrzeugen für Wissenschaftsmissionen: Das Unternehmen war bisher an allen europäischen interplanetaren Missionen beteiligt. Dazu zählen Flüge zu den Planeten Venus (Venus Express) und Mars (Mars Express), zum Saturnmond Titan (Huygens) und zum Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko (Rosetta). Neben bereits gebauten und im Bau befindlichen Satelliten zur Erforschung der Erde (Swarm, Cryosat, Sentinel und viele andere) ist das Unternehmen derzeit an Missionen zur Erkundung von Sonne (Solar Orbiter), Merkur (BepiColombo) und Mars (ExoMars) beteiligt.

Durch die bisherigen Einsätze konnte Airbus Defence and Space einzigartige Kompetenz im Bereich „Autonomie“ entwickeln, die es Raumfahrzeugen wie Rosetta erlaubt, über lange Reiseflugphasen autark unterwegs zu sein. Ein besonderer Schwerpunkt ist zudem die elektromagnetische Reinheit, die auch bei Missionen wie Swarm (zur Messung des Magnetfelds) wesentlich ist.

 

Airbus Defence and Space

Airbus Defence and Space ist eine Division des Airbus-Konzerns, die aus der Zusammenlegung der Geschäftsaktivitäten von Cassidian, Astrium und Airbus Military entstanden ist. Die neue Division ist das führende Verteidigungs- und Raumfahrtunternehmen Europas, das zweitgrößte Raumfahrtunternehmen der Welt und unter den zehn größten Verteidigungsunternehmen weltweit. Sie erzielt mit mehr als 38.000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von rund 13 Mrd. €.

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