Airbus Defence and Space

Airbus Defence and Space führt europäisches Programm zum Betrieb der Internationalen Raumstation

Bremen, 14. Februar 2008 - Die Internationale Raumstation, das bisher größte globale Projekt, nähert sich ihrer Fertigstellung. Mit der Inbetriebnahme von Columbus, dem zentralen europäischen Beitrag für die ISS, beginnt für Europa auch der Betrieb und die Nutzung der Raumstation. Airbus Defence and Space, Europas führendes Raumfahrtunternehmen, führt im Rahmen des sogenannten Exploitation Programms im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation ESA ein Industriekonsortium, das für den Betrieb und die Nutzung der Raumstation verantwortlich ist.

  • Europa beginnt mit Betrieb und Nutzung der Raumstation
  • Exploitation Programm läuft bis mindestens 2013
  • Airbus Defence and Space bereitet europäische Missionen vor und versorgt die Station

Airbus Defence and Space hat im Auftrag der ESA das Columbus-Labor als industrieller Hauptauftragnehmer realisiert. Zehn Jahre hat Airbus Defence and Space in Bremen an dem fast 13 Tonnen schweren Raumstationsmodul gearbeitet. Insgesamt sind am Columbus-Projekt zehn europäische Länder beteiligt. Darüber hinaus hat Airbus Defence and Space weitere wichtige Beiträge für die Raumstation entwickelt: die wissenschaftlichen Nutzlastanlagen, die Software für das Columbus Ground System (CGS), das Datenmanagement-System (DMS-R) für das russische Service-Modul und den europäischen Roboterarm ERA.

Als weiteres Kernelement für die Versorgung der Internationalen Raumstation hat Airbus Defence and Space das automatische Versorgungsfahrzeug ATV entwickelt. Der Start des ersten ATV "Jules Verne" ist für das 1. Quartal 2008 mit einer Ariane 5-Rakete vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou (Französisch-Guayana) geplant.

Das Exploitation-Programm wurde auf der ESA-Ministerratskonferenz in Brüssel 1999 beschlossen, hat ein Volumen von 2,6 Milliarden € und ist bis zum Jahr 2013 ausgelegt. Der Vertrag beinhaltet die Vorbereitung der europäischen Missionen, Produktion und Start der ATV-Einheiten zwei bis fünf sowie das Training der europäischen Astronauten als integraler Bestandteil des ISS-Astronautencoprs. Darüber hinaus umfasst der Vertrag die Missionskontrolle und die Versorgung aller europäischen ISS-Elemente.

Bei der anstehenden Mission hat Airbus Defence and Space im Rahmen des Exploitation-Vertrages die europäischen Astronauten Hans Schlegel und Leopold Eyharts im Vorfeld technisch auf ihren Einsatz vorbereitet. Columbus wird mit vier internen Nutzlastschränken (Bioloab, European Physiology Module EPM, Fluid Science Lab FSL, European Drawer Rack EDR) sowie zwei Experimenten auf der externen Nutzlastplattform (Solar und Eutef) die Mission beginnen.

Bereits kurz nach dem Andocken ist Columbus komplett betriebsbereit. Eines der ersten Experimente im Columbus heißt Geoflow und wird im Fluid Science Lab durchgeführt. Geoflow ist ein Experiment zur Erforschung des Erdinneren und nutzt die Schwerelosigkeit, um ein künstliches zentral gerichtetes Gravitationsfeld in einem Kugelschalfluidexperiment zu realisieren. Damit kann man die Strömungen des flüssigen Erdkerns erforschen, um Rückschlüsse auf das Entstehen zum Beispiel von Erdbeben zu ziehen. Nachdem Columbus an die Raumstation angebaut ist und sie ersten Systeme hochgefahren sind, übernimmt das Columbus Control Center in Oberpfaffenhofen, das zum Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR/Köln) gehört, als Teil des von Airbus Defence and Space geführten Industriekonsortium die Kontrolle des Moduls von der NASA.

Maßgeblich beteiligt an Entwicklumng und Bau der Nutzlasten für Columbus ist der Airbus Defence and Space -Standort Friedrichshafen. Die Kristallzuchtanlagen Protein Crystallisation and Diagnostic Facility (PCDF) und Advanced Protein Crystallisation Facility (APCF) sowie das Cardiolab (CL) sind ebenfalls für das Columbus-Labor vorgesehen, werden aber erst nach dem Andocken an die Internationale Raumstation integriert. Auch das Lebenserhaltungssystem Environmental Control and Life Support System (ECLSS) wurde in Friedrichshafen entwickelt und gebaut.

Columbus hat 880 Millionen € gekostet und ist für eine Einsatzzeit von mindestens zehn Jahren ausgelegt.

Airbus Defence and Space, eine 100prozentige Tochtergesellschaft von AIRBUS Group, ist spezialisiert auf zivile und militärische Raumfahrtsysteme sowie weltraumgestützte Dienstleistungen. Im Jahr 2006 erzielte Airbus Defence and Space einen Umatz von 3,2 Milliarden € und beschäftigte rund 12. 000 Mitarbeiter in Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Spanien und den Niederlanden. Das Kerngeschäft gliedert sich in drei Bereiche: Airbus Defence and Space für Trägerraketen und Weltraum-Infrastrukturen, Airbus Defence and Space für Satelliten und Bodensegmente sowie die 100prozentige Tochter Airbus Defence and Space für die Entwicklung und Lieferung satellitenbasierter Dienstleistungen.

AIRBUS Group ist ein global führender Anbieter in der Luft- und Raumfahrt, im Verteidigungsgeschäft und den dazugehörigen Dienstleistungen. Im Jahr 2006 lag der Umsatz bei rund 39,4 Milliarden €, die Zahl der Mitarbeiter bei mehr als 116.000.

 

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