Airbus Defence and Space

Airbus Defence and Space gewinnt Vertrag zur Entwicklung von Schlüsseltechnologien für neue Raketen-Oberstufen für künftige Weltraum-Missionen

  • Neuer ESA Auftrag hat ein Volumen von 20 Millionen Euro

  • Technologieentwicklung für neue, wiederzündbare Oberstufen

 

Bremen, 23. Juni 2010 - Airbus Defence and Space, Europas führendes Raumfahrtunternehmen, hat von der Europäische Weltraumorganisation (ESA) den Auftrag zur Entwicklung von Schlüsseltechnologien für neue, wiederzündbare Oberstufen erhalten. Der Vertrag hat ein Volumen von 20 Millionen Euro und eine Laufzeit von zwei Jahren. Ziel des so genannten CUST-Projektes (Cryogenic Upper Stage Technologies) ist die Weiterentwicklung von Technologien, die für eine Wiederzündbarkeit und somit eine Leistungssteigerung von kryogenen Oberstufen (Flüssigwasserstoff/ Flüssigsauerstoff) eine zentrale Rolle einnehmen. Dazu zählen insbesondere das Treibstoffmanagement unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit sowie die thermische Isolation der Tanks in Verbindung mit kryogenen Treibstoffen. Das Projekt gehört zu dem Future Launchers Preparatory Programme (FLPP) der ESA.

 

"Die Technologien für die Bereitstellung des Treibstoffs nach einer schwerelosen Phase stellen eine große Herausforderung dar. Sie sind aber unabdingbar, um die Raketen leistungsfähiger und flexibler zu machen. Einige Weltraum-Missionen werden durch die Wiederzündbarkeit erst möglich, um Satelliten noch effektiver im Orbit zu positionieren oder zu ‚exotischen’ Zielen wie dem Lagrangian Punkt oder andere Planeten zu bringen" sagte Thomas Renk, CUST-Projektleiter anlässlich der Unterzeichnung am 23. Juni 2010 in Bremen. “Für diese anspruchsvolle Aufgabe verfügt Airbus Defence and Space durch die langjährige Erfahrung bei der Entwicklung der Ariane-5-Oberstufen-Familie über das richtige Know-How und dieser neue Vertrag sichert und erweitert gleichzeitig auch das Know-How für die Zukunft.“

 

Die Herausforderung bei der Wiederzündbarkeit einer mit Flüssigwasserstoff/ Flüssigsauerstoff betriebenen kryogenen Oberstufe in der Schwerelosigkeit liegt zum einen darin, dass es sich um tiefkalte Treibstoffe handelt, die in einem flüssigen Zustand gehalten werden müssen, weil sie sonst verdampfen. Weiterhin wird der Treibstoff auch stets am richtigen Ort - nämlich direkt an der Versorgungsleitung zum Triebwerk - benötigt.

 

Sauerstoff wird erst bei einer Temperatur von unter minus 183 °C flüssig, Wasserstoff sogar erst bei Temperaturen von unter 253 °C. Da die Temperaturen im Weltraum je nach Sonneneinstrahlung äußerst stark schwanken, ist es sehr schwierig, diese leicht verdampfenden Flüssigkeiten über einen längeren Zeitraum im flüssigen Zustand zu halten. Um ein unerwünschtes Aufwärmen der Flüssigkeiten zu minimieren, werden innovative Isolationskonzepte für die innere und äußere Isolierung des Tanks und der Stufe entwickelt.

 

Eine weitere Herausforderung entsteht durch die Schwerelosigkeit, in der sich die Raketenstufe nach dem ersten Abstellen der Motoren befindet. Die Flüssigkeiten verteilen sich ungeordnet im Tank. Die ausgewählten Technologien sollen dafür sorgen, dass die Treibstoffe bei einer Wiederzündung direkt an der Versorgungsleitung für den Raketenmotor zur Verfügung stehen.

 

Zur Unterstützung werden zwei von Airbus Defence and Space entwickelte Experimente zum Thema Treibstoffmanagement im Bereich Kryotechnik auf der im Jahr 2011 startenden Höhenforschungsrakete Texus starten. Das so genannte Sounding Rocket-Programm (Texus/Maxus) wird seit über 30 Jahren von Airbus Defence and Space in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im nordschwedischen Kiruna betrieben.

 

Airbus Defence and Space ist Hauptauftragnehmer für die Ariane 5 und die langjährige Expertise bei Entwicklung und Bau der Ariane-5-Oberstufe hat bei der Vergabe des Auftrages den Ausschlag gegeben.

 

Über Airbus Defence and Space

Airbus Defence and Space, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der AIRBUS Group, ist spezialisiert auf zivile und militärische Raumfahrtsysteme. Im Jahr 2009 erreichte Airbus Defence and Space einen Umsatz von 4,8 Milliarden € und beschäftigte rund 15.000 Mitarbeiter in Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Spanien und den Niederlanden. Das Kerngeschäft gliedert sich in drei Bereiche: Airbus Defence and Space für Trägerraketen und Weltraum-Infrastrukturen, Airbus Defence and Space für Satelliten und Bodensegmente sowie Airbus Defence and Space für die Entwicklung und Lieferung von Sicherheits- und kommerzieller Satellitenkommunikation und Netzwerken, Equipment für Hochsicherheits-Satellitenkommunikation, Produkte und Dienstleistungen für Geo-Informationen sowie Dienstleistungen für Navigation.

 

AIRBUS Group ist ein global führender Anbieter in der Luft- und Raumfahrt, im Verteidigungsgeschäft und den dazugehörigen Dienstleistungen. Im Jahr 2009 lag der Umsatz bei rund 42,8 Milliarden €, die Zahl der Mitarbeiter bei mehr als 119.000.

 

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